Porsche Panamera 4 E-Hybrid

Praxistest Porsche Panamera 4 E-Hybrid

Die zweite Generation der großen Panamera-Limousine ist mit zwei Antriebsformen ausgestattet. Neben den rein konventionellen Verbrennungsmotoren gibt es leistungsstarke Hybridversionen mit Allradantrieb. Es ist ein komplett neuer Plug-in-Hybrid – gekoppelt mit einem Allradantrieb und einem Fahrwerk mit einer faszinierenden Luftfederung.

Porsche hat schon einmal mit der Hybrid-Ikone 918 einen herausragenden Supersportwagen zu einem Neupreis von 728.026 Euro bis zum Jahr 2015 gebaut. Seine Produktion wurde nach 918 Exemplaren eingestellt. Einige Errungenschaften werden jetzt auch in der Großserie wieder aufgegriffen. Dabei setzt die Sportwagenschmiede Porsche bei allen technischen Eigenschaften gegenüber dem Vorgängermodell auf mehr Leistung. Die Akkukapazität ist auf 14,1 kWh erhöht worden. Bis zu 50 km können je nach Bedingungen rein elektrisch gefahren werden. Der Elektromotor leistet jetzt 136 PS (100 kW) und der neu gestaltete Turbomotor erzielt 330 PS (243 kW). Das Ergebnis aus sportlicher Sicht kann sich sehen lassen, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in stattlichen 4,6 Sekunden. Das entspricht schon einmal dem 911er in der Basisausstattung.

Giftgrüne Embleme

Im markanten Grünton kennzeichnet Porsche seine Ansprüche im Bereich der Elektromobilität, Schriftzüge und Bremssättel signalisieren die Hybridmodelle. Agilität und Umweltentlastung sollen sich nicht ausschließen. Der Start erfolgt rein elektrisch, die Nachbarn sollen nicht aufgeschreckt werden. Wenn man sich aus der Ausfahrt geschlichen hat, stehen verschiedene Fahrmodi zur Verfügung. Im Sportmodus erlebt die Kombination beider Antriebsaggregate, die zusammen mit 700 Newtonmeter ab 1.1000 U/min für beherzten Vortrieb sorgen. Ist die Batteriekapazität erschöpft, kann mit dem E-Charge-Modus der Akku während der Fahrt über die Rekuperation vollständig wieder aufgeladen werden. Porsches Tendenz geht auch bei den Hybridmodellen zu leistungsstarken Aggregaten.

Das Cockpit und die Skalierung

Nach dem Einstieg wird der Fahrer in einem ergonomisch perfekt gestalteten Cockpit in Empfang genommen. Das Auge wandert über ein Feld von Wippen, Touchsegmenten, Knöpfen und Kippschaltern. Angefangen von diversen Sitzeinstellmöglichkeiten über die Bedienelemente in der Türverkleidung und im Armaturenbrett bis hin zur weitläufigen Mittelkonsole sind beim Panamera alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Wem das noch nicht genügt, dem erweitert sich das Spielfeld noch auf und hinter dem Multifunktionslenkrad und am Dachhimmel. Auch auf der Rücksitzbank gibt es für die Mitfahrer ein eigenes Bedienfeld. Allein die 8 Hauptmenüpunkte in der Mittelkonsole eröffnen mannigfaltige Möglichkeiten für die individuelle Skalierung des Autos.

In der Mittelkonsole thront der Wahlhebel für das 8-Gang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe. Beeindruckend sind die sportlich tiefe Sitzposition für Fahrer und Copiloten, die großzügigen Touchscreens sowie das ausgereifte Innendesign mit hochwertiger Anmutung. Der Akku beschränkt den Kofferraum ein wenig vom Volumen, die große Heckklappe ist per Fernbedienung einfach zu handeln und der Sitzkomfort hinten inzwischen sehr komfortabel ausgelegt.

Porsche Panamera 4 E-Hybrid
Porsche Panamera 4 E-Hybrid

Vortrieb im Duett

Sommer im Norden, Tagestemperaturen satt über 20 Grad. Der Fahrmodus ist per Touchbedienung im Display wählbar. Die Anzeige für den Akkustatus informiert laufend über die rein elektrisch fahrbare Strecke. Bei vollgeladenem Akku und sommerlichen Außentemperaturen werden bei unseren Testfahrten bis zu 50 km Reichweite elektrisch erfahren. Bei Umschaltung auf Sport- oder SportPlus-Modus erfolgt per Rekuperation eine sehr zügige Aufladung des Akkus. Meistens steht schon nach circa 100 km Fahrtstrecke im SportPlus Modus mindestens 80 Prozent der Kapazität wieder zur Verfügung. Eine Aufladung per Stecker erübrigt sich damit im täglichen Fahrbetrieb.

Die individuelle Konditionierung erfolgt über einen Drehregler am Lenkrad oder per Touchauswahl am Bildschirm. Angefangen von E wie Elektro geht es zu H wie Hybrid, bei dem der Panamera im Auto Modus effizientes und genügsam arbeitet. In Verbindung mit aktiviertem Navigationsziel wird die Fahrstrecke einbezogen. Im Hybrid-Modus sind Untermenüs eingebunden: E-Hold, bei dem der Porsche den Ladezustand hält, E-Charge mit Verbrenner im Mittelpunkt sowie Sport und SportPlus für maximale Kraftentfaltung und einen effektiven Kickdown. Der Druck auf den Sport-Response-Knopf verleiht dem Panamera für 20 Sekunden alle Leistungsreserven – manchmal entscheidend für eindrucksvolle Überholvorgänge. Die Schaltwippen am Lenkrad unterstreichen die sportlichen Ambitionen und platzieren den Panamera als sportlichen Vertreter im Premiumsegment.

Im SportPlus-Modus ist es dann auch mit der Ruhe vorbei. Beherzt über das ganze Drehzahlband ergänzen sich die beiden Motoren beim Spurt aus dem Stand und natürlich auch bei den Zwischensprints und Überholmanövern. Eine satte Straßenlage und eine dynamische Kraftverteilung durch den Allradantrieb halten den Panamera sicher in der Spur. Die Stabilisierung des Sportwagens über die serienmäßige Dreikammer-Luftfederung erfolgt automatisch abgestimmt auf die jeweilige Straßenlage. Vom angedachten NEFZ-Verbrauch von 2,5 Liter Super pro 100 km muss man sich im Sport oder SportPlus-Modus allerdings verabschieden. Je nach persönlichem Fahrstil und Einstellungen war der Panamera bei unseren Testfahrten bei den sportlichen Fahrmodi im Bereich zwischen 12 und 16 Liter Super laut Verbrauchsanzeige im Display angesiedelt, was aber auch angesichts der Leistungsstärke und dem hohen Eigengewicht nicht überraschend ist.

Per Menüpunkt „Drive“ lassen sich die Fahrmodi und die Fahrwerksabstimmung abstimmen. Der Fahrer wählt aus E-Antrieb, V6-Zylinder autonom oder im Duett und kann dann die entsprechende gewünschte Fahrwerksabstimmung mehr komfortabel oder sportlich auswählen. Per Touchauswahl lassen sich dann das Ausfahren des Heckspoilers, die Fahrwerkshöhe oder das Sounddesign auswählen. Der Spieltrieb erlaubt dem Fahrer dann in jedem einzelnen Hauptmenüpunkt eine fast unbegrenzte Möglichkeit an persönlichen Einstellungen.

Individualisierung via Preisliste

Wer einen Porsche Panamera ordert, kann ein umfangreiches eigenes Ausstattungspaket aus der 132 Seiten umfassenden Preisliste zusammenstellen. Angefangen von feinsten Interieurausstattungen in Leder über diverse technische Sonderausstattungen wie einen Nachtsichtassistenten bis hin zu sanft schließenden Türmechanismus lässt sich hier nach eigenem Gusto und finanziellen Möglichkeiten ein sehr persönliches Auto zusammenstellen.

Ein paar kleine Schmankerl verbergen sich dann aber auch hinter den Positionen „Ohne Aufpreis“. So entfällt auf Wunsch der „turbo“- oder „turbo s“-Schriftzug auf den Kopfstützen oder es gibt sogar eine kostenlose Cupholderabdeckung.

Nachtsichtassistent per Wärmedifferenzbild

Wer Fußgänger oder größere Tiere schon erkennen will, bevor sie im Scheinwerferlicht erscheinen, kann dazu den Nachsichtassistenten einbinden. Eine Infrarotkamera erfasst Fußgänger und größere Tiere und informiert den Fahrer mittels Wärmedifferenzbild im Kombiinstrument. Das erkannte Lebewesen wird gelblich auf dem Display hervorgehoben und bei kritischer Entfernung vor dem Fahrzeug rot und mit einem akustischen Warnsignal hervorgehoben. In Kombination mit dem „Panamera Dynamic Light System Plus“ blinkt der Scheinwerfer am Fahrbahnrand oder auf der Fahrbahn befindliche Fußgänger durch eine Markierungslichtfunktion dreimal kurz an, um den Fahrer aufmerksam zu machen. Ein zukunftsweisendes System, das bei unseren Testfahrten überzeugt hat.

Addendum:

Praxistest aus dem green car magazine Ausgabe iV /2017 .

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Ein Kommentar

  1. Offenbar ein reines Compliance-Car, das in der Flottenbilanz mit 2,5 l/100 km zu Buche schlagen soll, tatsächlich aber weit über 10 l/100 km verbraucht. Dafür spricht, dass man den Akku nicht integriert hat, sondern platzraubend im Kofferraum platziert hat.
    Zitat: „Das Auge wandert über ein Feld von Wippen, Touchsegmenten, Knöpfen und Kippschaltern.“ Das ist Gestaltung von vorgestern. Kurzum: ein Auto, das niemand braucht, nur der Hersteller, um ihre Verbrauchsbilanz Tatsachen-widrig zu schönen.

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