Mitsubishi Outlander PHEV - Copyright green car magazine

Langstreckentest Mitsubishi Outlander PHEV

Der schwere und 4,70 Meter lange Outlander als Plug-in-Hybrid erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde. Bei den SUV mit Offroad-Qualitäten sticht er mit gut einem Drittel aller Neuzulassungen gegenüber den rein konventionellen Motorisierungen hervor. Die Modellpflegemaßnahmen betrafen vor allem die Erhöhung der elektrischen Reichweite auf bis zu 54 Kilometer und die bidirektionale Nutzung des Akkus im Alltagsbetrieb.

Der Outlander hat seit Jahren einige besondere Merkmale: Er wirkt robust und zugkräftig und kann auch einige Offroad-Qualitäten aufweisen. Das prädestiniert ihn gegenüber den glatt gebügelten Premium-SUV geradezu für bestimmte Zielgruppen, die neben einem robusten Auto auch regelmäßig den Anhängerbetrieb nutzen. So ist es kaum verwunderlich, dass er gerade im Handwerk oder als Zugpferd für Pferdeanhänger häufig eingesetzt wird. Der Grundpreis liegt für den Plug-in-Hybrid bei 39.990 Euro. Eine geradezu unschlagbare Offerte bietet sich Käufern eines Mitsubishi Plug-in-Hybrid Outlander laut Herstelleraussage bis zum 31. Dezember 2017 an. Zusammen mit einem von Mitsubishi Motors ausgelobten Aktionspreisvorteil in Höhe von 8.500 Euro und dem staatlichen (BAFA-)Umweltbonus von 1.500 Euro ergibt sich ein Preisvorteil von insgesamt 10.000 Euro. Das ermöglicht einen kalkulatorischen Einstiegspreis ab 29.990 Euro für verfügbare Modelle bei den Mitsubishi-Händlern.

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Eigenwillig wirkt er auch bei dem Konzept mit 3 Motoren für den Antrieb. Neben einem 2-Liter-Benzin-Motor mit 121 PS (89 kW) werkeln zusätzlich noch zwei 82-PS-Elektromotoren (60 kW) am Vortrieb. Der größere 12-kWh-Akku sitzt zwischen den Achsen. Der Verbrennungsmotor treibt die Vorderachse an, die beiden Elektromotoren arbeiten an der Vorder- und Hinterachse nach Bedarf und Fahrbedingungen. Mittels Druckknopf in der Mittelkonsole kann auf den permanenten Allradantrieb umgeschaltet werden. In diesem Modus lassen sich dann auch die Offroad-Eigenschaften testen. Aufgrund des relativ langen Radstandes und der überschaubaren Bodenfreiheit ist das Fahrzeug vor allem für sandige Strecken, vom Regen weich gespülten Untergrund oder schlammige Pfade prädestiniert. Wir wählten die Strecken rund um den waldreichen Bissee mit abwechslungsreichen Streckenprofilen: vom weichen Waldstrecken bis hin zu den von Traktoren genutzten zerfurchten Feldwegen.

Gegenüber den klassischen Geländewagen muss man schon ein paar Abstriche machen, aber trotzdem durchquert der Outlander mit eingeschaltetem Allradantrieb die schwierigen Untergründe und ist daher auch für Forstbetriebe oder Rettungsdienste unter widrigen Bedingungen einsetzbar. Befindet man sich dann erstmals abseits der geteerten Straßen, kommt dann auch die bidirektionale Akkunutzung zum Einsatz. Der Clou befindet sich im Heck des Fahrzeuges. Eine 230-Volt-Steckdose im Kofferraum auf Höhe des Radkastens liefert Leistungen bis zu 1.500 Watt. Hier kann der Praktiker einige Anwendungsmöglichkeiten nutzen. Freizeitsportler oder Picknick-Fans können den Elektrogrill anschließen, ein E-Bike nachladen, die Kühlbox nutzen oder LED-Beleuchtungen anschließen. Die leicht erhöhte Kapazität erlaubt eine flexible Nutzung.

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Offroad-Eigenschaften

Hier liegt aber auch die Crux: Im schweren Geländeeinsatz kann die Akkukapazität auch schnell zur Neige gehen. Daher ist auch immer das Zusammenspiel der drei Antriebsquellen zu beachten und die Lademöglichkeiten des Akkus. Entsprechend muss man sich kurz in die verschiedenen Modi einarbeiten. Direkt am Automatikwählhebel kann zwischen „Charge“ für das Aufladen des Akkus und „Save“ für das Halten der Akkukapazität gewählt werden. Ein rein elektrischer Vortrieb kann über die EV-Taste für die Fahrten in den Umweltzonen ausgewählt werden. Dann gibt es auch noch einen ECO-Modus für verbrauchsarmes Fahren. Auf die Spitze wird es dann mit dem Automatikwählhebel für die verschiedenen Rekuperationsstufen getrieben, da bei jedem Fahrtantritt hier neu zwischen den Fahrmodi und dem Rekuperationsmodi neu eingestellt werden kann.

Entsprechend der Fahrweise und den oben beschriebenen individuellen Einstellungsmöglichkeiten bewegen sich dann auch die großen Verbrauchsschwankungen. Mit gut 2 Tonnen Eigengewicht ist er ein gemächliches Zugpferd mit einer Beschleunigung von 11 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeiten sind abgeriegelt bei 120 km/h im reinen Elektrobetrieb und einer Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h. Die Verbrauchswerte starten zwischen 5 und 6 Liter bei gemächlicher Fahrt im ECO-Modus und schnellen in den zweistelligen Bereich bei jeder höheren Belastung wie permanenten Allrad- oder Anhängerbetrieb.

Etwas eingeschränkter sieht es bei der Zuladung aus. Während beim Ladevolumen kaum Einschränkungen bestehen, gibt das zulässige Gesamtgewicht von 2.340 kg schon einige Vorgaben für die Beladung. Die sinkt nämlich von der Basisausstattung mit 420 kg bis hin zur üppig ausgestatteten „Top“-Version mit Fahrer-Assistenzpaket auf bescheidene 358 kg. Da muss man dann schon mal genauer kalkulieren. Immerhin lassen sich mit der gebremsten Anhängerlast bis zu 1.500 kg als Entschädigung an den Haken nehmen.

Aufladung direkt an der Steckdose

Die Aufladung kann getrost über Nacht an der heimischen Steckdose über Nacht erfolgen. Innerhalb von 5 Stunden ist der Akku vollständig geladen. Ist eine Schnellladestation verfügbar, kann die Aufladung während einer Fahrpause innerhalb von 25 Minuten auf 80 Prozent der Kapazität erfolgen. Langfristig werden die Plug-in-Hybridautos durch reine Elektroautos mit stärkeren Akkus ersetzt. Im letzten Jahr ist Renault-Nissan als größter Anteilseigner an Bord von Mitsubishi und entsprechend sind die Erwartungen an neue reine Elektroautos bei Mitsubishi gestiegen.

Fazit

Der Outlander als Plug-in-Hybrid ist ein klassischer Crossover SUV mit variablen Einsatzmöglichkeiten: vom Fünfsitzer bis zum Zweisitzer mit umgeklappter Rückbank und ebener Ladefläche. Die Verbrauchswerte im Test lagen bei hoher Beanspruchung deutlich über den im Prospekt angegebenen 1,7 Liter Superbenzin. Im Langstreckentest hat sich der zuschaltbare Allradantrieb im Anhängerbetrieb besonders auf regennassen Strecken und in den Geländetests auf verschiedenen Streckenprofilen bewährt.

Addendum:

Praxistest Mitsubishi Outlander PHEV Herbst 2017

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