Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid

Praxistest Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid

Hyundai überlässt beim Modell Ioniq dem Kunden die Wahl: Neben dem Vollhybrid und der rein elektrischen Version gibt es seit letztem Sommer auch ein Plug-in-Hybrid. Er soll einen sparsamen Antrieb mit einem 105 PS (77 kW) starken Benzinmotor in Kombination mit dem 60,5-PS-Elektromotor (44,5 kW) ermöglichen.

Hyundai legt bei den umweltfreundlicheren Antrieben kontinuierlich nach. Im Augenblick bewegt sich der Marktanteil in Deutschland bei circa 3 Prozent bei den Neuzulassungen. Die verbesserte Verarbeitungsqualität und das breitere Angebot bei den Hybridantrieben können bei der nachlassenden Nachfrage nach Diesel-Pkw einen leichten Auftrieb verursachen. Interessant aus Kundensicht ist die umfangreiche Serienausstattung mit einem Notbremsassistenten inklusive Fußgängererkennung, Frontkollisionswarnsystem, Spurhalteassistent und Abstandsregel-Tempomat zu einem Basispreis von 29.900 Euro. Im Vergleich zum Mittelklasse-Wettbewerber Toyota wird beim Ioniq die Kraft mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (6DCT) übertragen, das Hyundai selbst entwickelt hat. Die Systemleistung liegt bei 141 PS (104 kW). Das reicht für 178 km/h Spitze und einen 0-bis-100-Sprintwert von 10,6 Sekunden.

Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid
Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid

Weitere Assistenten sind in den höherpreisigen Ausstattungsvarianten enthalten. In der von uns getesteten Premium-Variante ist der Querverkehrswarner enthalten: Beim Ausparken mit dem Rückfahrmonitor ist das eine sinnvolle Ergänzung zur akustischen Warnung vor herannahenden Fahrzeugen. Der Tote-Winkel-Assistent warnt in den Außenspiegeln bei Überholvorgängen vor Fahrzeugen in nicht direkt einsehbaren Bereichen.

Der Akku ist auf 8,9 kWh ausgelegt und ermöglicht im Sommerbetrieb bei defensiver Fahrweise und Deaktivierung aller Zusatzverbraucher eine rein elektrisch zu bewältigende Fahrstrecke von circa 60 Kilometer. Während wir die Vollhybridversion noch im Winter getestet haben, liegen wir bei diesem Test mitten im Hochsommer bei unseren Testfahrten im Bereich zwischen 15 und 25 °C Außentemperatur. Im Wechsel zwischen Kurzstrecken, Landstraßenbereichen und Autobahnabschnitten ist mit dem Doppelkupplungs-Automatik-Getriebe eine große Bandbreite erfahrbar: vom zurückhaltenden Fahrstil im Drive-Segment bis hin zum agilen Fahrstil im Sportmodus mit Gangschaltung über den Automatikwahlhebel oder die hinter dem Lenkrad angebrachten Schaltwippen. Im Sommerbetrieb lagen wir im Durchschnitt bei einem Testverbrauch zwischen 5 und 6 Liter Super Benzin. Die Motorengeräusche sind natürlich auch entsprechend gedämpfter bei den geringeren Drehzahlen als bei vergleichbaren Hybridautos ohne Automatikgetriebe. Unebenheiten und Querfugen werden gelassen vom Fahrwerk aufgenommen.

Im Interieur sind bei der Premium-Ausstattung ein Radio-Navigationssystem, ein RDS-Radio mit DAB+, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Audiostreaming von Smartphones sowie eine Navigation mit Kartendarstellung auf 8-Zoll-TFT-Touchscreen-Farbmonitor enthalten. Weiche und runde Formverläufe sind prägend und werden durch klare Linien unterstützt. Beim Multifunktionslenkrad von Hyundai sind auf der linken Seite die Radio-, Freisprech- und Audiosteuerung platziert und auf der rechten Seite die Steuerung der Fahrassistenten. Eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung zum vorausfahrenden Fahrzeug gehört zur Serienausstattung. Das Platzangebot ist ausreichend. Die Coupé-Form des 4,47 Meter langen, 1,82 Meter breiten und 1,45 Meter hohen Hyundai bietet ausreichend Platz für vier Erwachsene. Das Ladevolumen fällt etwas knapper aus und beträgt in der Plug-in-Variante aber immer noch zwischen 341 bis 1401 Liter.

Praxisbetrieb

Integrierte Anschlüsse für AUX, USB und i-Pod sind in der Mittelkonsole gut erreichbar und eine induktive Ladeschale für das Smartphone gehört zur Grundausstattung. Während die Anbindung der mobilen Kommunikation perfekt gelungen ist, schwächelt er im Bereich Beladung und Zugkraft. Anhänge-, Stütz- oder Dachlasten sind nicht zulässig. Ebenso vermisst man Wagenheber und Ersatzrad. Es gibt nur noch ein Notfallreparaturset an Bord. Für eine Reise mit der Limousine beschränkt sich die Zuladung damit auf 425 kg. Eine hohe Kofferraumkante und eine schräge Heckklappe schränken die Ladehöhe ein.

Im Fahrbetrieb verhält er sich so wie der Vollhybrid leise, gut gefedert und auf Anforderung auch agil. Der Elektromotor zieht kräftig durch und bei Bedarf oder leerem Akku arbeitet der Verbrennungsmotor geräuscharm. Während der Fahrt lässt sich abhängig vom Ladezustand des Akkus der Fahrbetrieb zwischen reinem Elektro- und Hybridantrieb wählen. Die Aufladung erfolgt ausnahmslos via Schuko-Stecker – Schnelllade-Möglichkeiten gibt es keine. Aufgrund der überschaubaren Batterie-Kapazität beträgt der Ladevorgang aber auch so weniger als drei Stunden. Kurzzeitig sind auch bis zu 120 km/h nur mit dem Elektromotor erfahrbar. Das Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe trägt zum Wohlbefinden bei, besonders, wenn es in der Eco-Einstellung die langen Gänge bevorzugt. Der Testverbrauch im ECO-Modus lag im Mittel zwischen 4 und 5 Liter auf 100 Kilometer.

Ausstattungsvarianten

Die technische Serienausstattung umfasst den Notbremsassistenten inklusive Fußgängererkennung, ein Frontkollisionswarnsystem, den Spurhalteassistenten und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung. Für den Plug-in-Hybrid werden optional auch ein Toter-Winkel-Assistent, ein rückwärtiger Querverkehrswarner und ein LED-Scheinwerferpaket angeboten.

Umfassend ist die Neuwagen-Garantie mit 5 Jahren ohne Kilometerbeschränkung und die Garantie auf die Akkukapazität bis zu 75 Prozent Kapazität bis zu einer Fahrleistung von 200.000 Kilometer. Es gibt seitens Hyundai ein klares Preissignal. Bei einem Einstiegspreis von 29.900 Euro und einer relativ hohen Elektroreichweite sind das klare Signale an die Wettbewerber von Toyota und Volkswagen in diesem Segment und vielleicht auch gegenüber dem reinen Elektroauto Tesla 3, bei dem die vielen aufpreispflichtigen Ausstattungsdetails den relativ günstigen Einstiegspreis in die Höhe schnellen lassen. Es werden wohl auch die Wettbewerber die Preise anpassen müssen. Für die Kunden ergeben sich aus dem vielfältigen Angebot zahlreiche Vorteile.

Fazit

Hyundai setzt im Preis-Leistungsverhältnis für den technisch umfassend ausgestatteten Ioniq einen klaren Kaufanreiz. Geschickt und wegweisend werden für dieses Auto mit den Antriebsvarianten aus reinem Elektro- oder Verbrennungsmotor und der Kombination aus Vollhybridversion und Plug-in-Hybrid-Version alle Kundensegmente bedient. Man darf gespannt sein, wie sich die Zulassungszahlen entwickeln werden.

Addendum: 

Praxistest aus dem green car magazine Ausgabe V/2017

Mehr Infos und aktuelle Tests im Abo unter

Abonnement

Facebooktwitter

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.