BMW i3 – Stay on these roads

BMW i3 – Stay on these roads

28. April 2016 Aus Von Nils Hagedorn
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Was passiert beim Umstieg von einem konventionellen Antrieb auf einen BMW i3? Erst einmal nichts Außergewöhnliches. Einsteigen, Sitz einstellen. Doch spätestens beim Starten mittels Knopfdruck fallen einem die fehlenden Anlassergeräusche und die Ruhe nach dem Start auf. Allenfalls lässt sich noch ein leises Drehen des Elektromotors erahnen. Wir testen das aktuelle Modell bei knackigem Nachtfrost und frischen Tagestemperaturen im Spätwinter 2016. Wie schlägt sich der i3 als reines Elektroauto bei kälteren Bedingungen? Einige Testfahrten bringen neue Erkenntnisse.

Die Basis – eine Fahrgastzelle aus Carbon

Die Abgasskandale der letzten Monate lassen die Elektroautos und Hybridmodelle aufgrund der geringeren Umweltbelastung für viele Käufer als Alternative erscheinen. Inzwischen gibt es eine reichhaltige Auswahl an Modellen. Auch der BMW i3 wird in zwei Varianten angeboten. Einmal als reines Elektroauto mit 125 kW Leistung bei einer Reichweite von ca. 160 Kilometern und als Variante mit Range Extender. Hierbei werden während der Fahrt über einen ZweizylinderBenzinmotor, der im Prinzip als Stromaggregat arbeitet, die Akkus nachgeladen. Damit erhöht sich die praxisnahe Reichweite laut Hersteller auf 300 Kilometer.
Wie weit man tatsächlich fahren kann, lässt sich nach dem Start spielend leicht auf dem zentralen Infodisplay ablesen und dann auch beeinflussen. Aus dem Verbrauch der letzten Fahrten und den Außenbedingungen wird eine reale Restreichweite ermittelt und angezeigt. Bei unserem ersten Start mit vollen Akkus bei zwei Grad plus zeigt er noch 110 km im ComfortModus.
Mit einem Bedienhebel in der Mittelkonsole lässt sich die Reichweite durch Auswahl des Betriebsmodus variieren. Es gibt drei verschieden Betriebsmodi: Comfort: Alle Komfortsysteme sind eingeschaltet und der Elektromotor nutzt die volle Akkuleistung. Bei dieser Einstellung und Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt die Reichweite dann gern schon mal unter 100 Kilometer.
Eco-Pro: Eine Lösung im Hinblick auf Verbrauchsoptimierung bei längeren Fahrten. Eco-Pro+: Fahren ohne Klimatisierung, Heizung und Sitzheizung und mit einer Tempobeschränkung auf maximal 90 km/h. Nur empfehlenswert bei Temperaturen ab 10 Grad plus; beschlagene Scheiben kann man während der Fahrt nicht gebrauchen. Bei unserer ersten Testfahrt bei plus 2 Grad, klarem Himmel und Sonnenschein funktionierte aber auch dieser Modus ohne beschlagene Scheiben.
BMW hat von Anfang an auf konsequente Leichtbauweise gesetzt, um das relativ hohe Batteriegewicht auszugleichen. Der Unterbau für die Fahrwerks- und Antriebskomponenten inklusive Batterie in Unterflurbauweise wurde aus Aluminium gefertigt, die Fahrgastzelle aus Carbon. Gewicht und Schwerpunkt des i3 sind damit niedriger und tragen deutlich zu einer hohen Agilität bei nur 1195 kg Leergewicht bei. Der nur vier Meter lange, 1,78 Meter breite, aber 1,58 Meter hohe i3 überzeugt im Innenraum mit viel Beinfreiheit für alle Passagiere.

Kraftpaket mit Dynamik

Nach dem Start stellt der 125 kW starke Elektromotor seine ganze Kraft in den Dienst einer zügigen Fortbewegung. Ruhig und dynamisch erreicht er in weit unter 8 Sekunden 100 km/h. Sanft und druckvoll reagiert er auch bei typischen Überholvorgängen zwischen 80 und 120 km/h. In Kurvenfahrten verhält er sich sportlich und spursicher auf großen 19 Zoll Reifen. Eine sehr gut ansprechende Lenkung, eine optimale Achslastverteilung von 50:50, die kompakte Leichtbauweise und ein tiefer Schwerpunkt durch das Lithium-Ionen-Akkupaket im Wagenboden verleihen ihm ein sportliches Handling.
Im Blickfeld hinter dem Lenkrad befindet sich ein circa 10 Zoll großes Display, das während der Fahrt alle Informationen zum Energiefluss liefert. Rechts neben dem Lenkrad gut platziert findet sich das kombinierte Infodisplay für die Bereiche Multimedia, Radio, Telefon und Navigation. Ein Office-System mit direkten Feedbackmöglichkeiten zum BMWService ist ebenfalls integriert. Alle Menüpunkte lassen sich über die Bedienelemente in der Mittelkonsole ansteuern und auswählen.

Ankunft im Informationszeitalter

BMW legt sehr viel Wert auf einen transparenten Informationsfluss. Die Smartphone-Generation findet im i3 umfassende Features realisiert, die so manchem Fahrern überflüssig erscheinen mögen, aber ja auch nur bei Bedarf abgerufen werden müssen. Es bleibt das gute Gefühl, jeglichen technischen Support nutzen zu können, falls man sich dafür interessiert. Für den einen ist das vielleicht nur die Musik per Multimedia oder Radio, für den anderen aber vielleicht schon Verbrauchsoptimierung, optionale Unterstützung durch die BMW-Hotline oder die ausgeklügelte Navigation.
Die BMW i Remote App liefert alle aktuellen Fahrzeugdaten inklusive Reichweiten und Steuerung des Ladevorgangs. Die ChargeNowKarte ermöglicht die bargeldlose Aufladung an den angeschlossenen Ladestationen. Für längere Routen kann optional ein BMW mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb reserviert werden oder man nutzt das Carsharing-Angebot von BMW. Selbst für den Notfall, dass man plötzlich mit einer leeren Batterie dasteht, besteht die Möglichkeit, direkt den BMW-Service mit eigenen Ladefahrzeugen zu ordern. Mit der App kann die Planung schon zu Hause beginnen und im Winter zum Beispiel rechtzeitig die Heizung aktiviert werden.

Das urbane Auto

Vom Platzangebot her ist das Auto für vier Personen ausgelegt, hinten stehen im Mittelteil komfortable Getränkehalter zur Verfügung. Der Kofferraum ist für tägliche Erledigungen konzipiert und kann variabel mit den umklappbaren Rücksitzen von 425 auf 1.100 l Fassungsvermögen erweitert werden. Die Aufladung erfolgt entweder per Adapter über die hauseigene Steckdose, eine optionale Wallbox für das eigene Heim oder aber über öffentliche Schnellladestationen vom Typ 2 mit 22 kWh-Wechselstrom, hier lädt der i3 mit 7,4 kW pro Stunde. Wesentlich schneller erfolgt die Aufladung an den 50kWhGleichstromstationen – nämlich in weniger als einer Stunde. Wer von Anfang an eine höhere Reichweite erzielen will, setzt auf den i3 mit Range Extender. Der zusätzliche Stromgenerator hält den Akku während des Fahrbetriebes in einem bestimmten Ladezustand. Bei vollem Tank erhöht sich die Reichweite auf
circa 300 Kilometer.
Auffallend sind das hochwertige Design sowie die vielen Detaillösungen im Handling und hinsichtlich der Multimediamöglichkeiten, die aus unserer Sicht zurzeit als Referenz in dieser Fahrzeugklasse anzusehen sind. Angesichts der praktischen Reichweite ist ein i3 mit Range Extender die bessere Wahl. Im neuen Modelljahr 2017 soll es laut Hersteller aber auch eine deutliche Verbesserung der Reichweite geben. BMW-Vorstand Ian Robertson kündigte gegenüber dem USPortal „Automotive News“ an, dass der zukünftige i3 eine „viel brauchbarere Reichweite“ bekäme.

Fazit

Der i3 stellt in dieser Fahrzeugklasse eine Referenz im Hinblick auf Leichtbauweise, Agilität und umfangreiches Infotainment dar. Ein typischer BMW, der die Elektromobilität auf hohem Niveau definiert. Noch interessanter im Bereich Reichweite wird das Modell nach dem Facelift in der zweiten Jahreshälfte für das Modelljahr 2017.

Addendum:

Prospekt BMW i3

http://www.bmw.de/dam/brandBM/marketDE/countryDE/newvehicles/allfacts/catalogue/BMW_i3_Katalog.pdf?download.1424447309599.pdf

Quelle: BMW

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