Rückblick – Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug

Rückblick – Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug

10. Oktober 2019 0 Von nh
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Es ist noch gar nicht so lange her, da wollten viele Menschen lieber schnellere Pferde als Automobile. Und doch bahnt sich die Technologie irgendwie immer ihren Weg. Unaufhaltsam verändert sie das Leben der Menschen, ob es gerade passt oder nicht. Heute befindet sich die Automobilindustrie an einem Scheideweg und viel spricht für eine Zukunft, in der Autos mit Elektromotor die Menschen von A nach B bringen.

Vor 64 Jahren angepriesen als: „The greatest Buick in 50 great years” wurde dieser fast schon tot geglaubte Buick in einem neuen Jahrhundert elektrisch wiederbelebt. Das schöne V8-Geblubber ist dem leisen Surren eines Elektromotors gewichen – bereit, um weitere 64 Jahre durch die Welt zu fahren – bis die Autos irgendwann fliegen können. Ob der Buick dann noch einmal umgebaut wird? Wir werden sehen.

Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug - Foto Bernd Klinksieck

Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug – Foto Bernd Klinksieck

Ursprünglich als Ersatzteilspender gedacht, hatte beim Kauf wahrscheinlich noch niemand damit gerechnet, was für ein Projekt mit dem Auto auf uns zukommt. Entstanden ist das Ganze glaube ich aus einer grundlegenden Faszination für neue Antriebssysteme in Verbindung mit erneuerbaren Energien. Im Kopf meines Vaters spukte schon eine Weile der LincVolt von Neil Young und ich war zu der Zeit gerade voll mit Elektrofahrrädern beschäftigt.

Bis wir dann wirklich mit dem Umbau angefangen haben, ist nochmal einige Zeit vergangen. Man muss sich ja auch psychisch auf so etwas vorbereiten.
An sich hat das Ganze ungefähr ein Jahr in Anspruch genommen. Mit langen Tagen und noch längeren Nächten, in den man sich Gedanken über die Planung gemacht hat. Am Anfang hatten wir überhaupt keine Ahnung. Wir hatten die Idee und den Willen, das Projekt umzusetzen, allerdings war es schwierig, alles von vornherein zu koordinieren und einen Zeitplan aufzustellen. Ständig musste man Sachen zweimal machen, weil man beim ersten Mal nicht alles berücksichtigt hatte.

Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug - Foto Bernd Klinksieck

Ein 1953er Buick Roadmaster als Elektrofahrzeug – Foto Bernd Klinksieck

Es war uns dabei wichtig, dass der Buick am Ende besser dasteht als so manches aktuelle Serien-Elektroauto. Sprich: Die Reichweite sollte bei weit über 100 km pro Akkuladung liegen. Hätten wir noch mehr Akkus im Fahrzeug unterbringen können, wir hätten es wahrscheinlich getan. Aber auch so kommen wir mit dem 65-kWh-Akku auf 250 bis 300 km, und das bei völlig normaler Fahrweise.

Ende 2015 waren wir voll im Umbauprozess und hatten uns voller Enthusiasmus für eine Elektrofahrzeug-Rallye angemeldet – die Wave 2016 von Bremerhaven bis in die Schweiz. Zu dem Zeitpunkt war vom fertigen Auto noch gar nicht so viel zu sehen. Aber damit hatten wir uns selbst eine Deadline gesetzt, zu der wir fertig werden mussten! Und man wollte ja auch nicht die Startgebühren in den Sand setzen. Jetzt, also auch noch unter Zeitdruck, ging es weiter! Wir hatten den TÜV schon von vornherein mit eingebunden, damit es zum Schluss keine bösen Überraschungen gibt. Das hatte sich gelohnt, denn so bekam der Buick gleich beim ersten Termin ca. einen Monat vor dem Rallyestart seine Plakette. Es gab allerdings immer noch so viel zu tun, das bis auf den letzten Tag vor der Rallye weiter am Buick gearbeitet wurde.

Und ehrlich gesagt gibt es auch jetzt noch genug zu tun. Das ist eines von diesen Projekten, bei denen es egal ist, wieviel Zeit man schon investiert hat. Man findet immer irgendetwas, das noch perfektioniert werden kann!

Und so kombiniert der E-Buick nun das Design der 50er-Jahre mit der Technologie von heute, denn von außen sowie von innen betrachtet, fällt nicht sofort auf, was in ihm steckt. Auch die Bedienung hat sich nicht verändert. Einfach den Gangwahlhebel am Lenkrad in Position bringen und losfahren. Dadurch ergab sich auch schon die ein oder andere witzige Situation, wenn man mit anderen Leuten über das schöne Auto ins Gespräch kam und es sich dann herausstellte, dass es sich ja um ein Elektroauto handelt! Für mich persönlich ist das die schönste Art auch fremde Leute mit dem Thema in Verbindung zu bringen!

Addendum:

Quelle:Artikel aus dem green car magazine – Ausgabe III / 2017

Text: Julius Wächter
Fotos: Bernd Klinksieck

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