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EXIT – Elektroautooffensive der globalen Automobilhersteller


Die geplanten Neuerungen bei der Euro-7-Norm ab 2025 ist für alle globalen Hersteller eine Herausforderung. Die meisten Hersteller haben im ersten Halbjahr 2021 nach den Ankündigungen in den letzten Jahren schon ihre Ausstiegsszenarien aus dem Verbrennungsmotor konkret mit einem Datum fixiert. Der Verbrenner als Auslaufmodell bleibt nur für Automärkte ohne klare Vorgaben für die Hersteller interessant. Ein Blick auf die Exit-Szenarien der traditionellen Hersteller zeigt klare Unterschiede.


Eine von Bosch in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage, durchgeführt im Juni 2020 vom Marktforschungsinstitut INNOFACT, liefert interessante Details über den gegenwärtigen und zukünftigen Automarkt in Europa. An der Umfrage nahmen mehr als 2500 Befragte aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien teil. Bei einem aktuellen Neukauf eines Erstwagens sind momentan noch mehr als die Hälfte für einen reinen Verbrenner, beim Zweitwagen sind es noch ein Drittel aller Befragten. Interessanter sind die Aussichten auf den Antrieb im Auto für die Zukunft.

Bei der Frage nach der Antriebsart für das Jahr 2030 sehen 68 % aller Befragten den Elektroantrieb an erster Stelle vor Hybrid und Verbrenner. Aktuell interessant sind vor allem die staatlich gewährten Zuschüsse für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. 70 % aller Befragten sind zurzeit auch für Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor. Hierbei ergeben sich unterschiedliche Ansichten in den einzelnen Ländern. In Italien befürworten 83 % diesen Kaufanreiz, in Deutschland dagegen nur 62 %.


Interessant sind auch einige Details zur Höhe des erwarteten Zuschusses für den Verbrenner. Etwa ein Drittel der Befragten möchte am liebsten hierfür einen Zuschuss von wenigstens 9.000 Euro haben, das ist exakt der maximale Förderungsbetrag für Elektroautos in Deutschland. Laut der Umfrage sollen 72 % der befragten Stadtbewohner den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor für förderungswürdig halten.


Audi trennt sich vom Diesel und Benziner


Bei Audi steht nach dem erfolgreichen Einstieg mit den e-tron-Modellen der Fokus auf den schnellen Ausstieg aus den Benzin- und Dieselmotoren. Arg gebeutelt durch den Abgasskandal musste bei Audi in den letzten Jahren sehr zäh um den Wandel gerungen werden. Audi-CEO Markus Duesmann drängt in den letzten Monaten immer zügiger auf den Ausstieg. Die konkreten Zielvorstellungen sind, dass das letzte Debüt für einen Verbrenner stattfindet. Bis 2033 lässt der Hersteller die Produktion der Verbrenner nach und nach auslaufen. Bis spätestens 2050 soll Audi bilanziell klimaneutral sein.


Mercedes beschleunigt Elektro-Offensive


Nach den Ankündigungen von Volkswagen will auch Mercedes den Transformationsprozess hin zum Elektroautoproduzent in den Fokus der kommenden Jahre setzen. Laut eigenen Angaben wird schon 2022 in allen Segmenten mindestens ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) angeboten. Schon 2025 werden alle neuen Fahrzeug-Architekturen elektrisch sein, für alle Modelle wird dann eine elektrische Variante im Portfolio stehen. Im Augenblick werden die Vorbereitungen für EQ-Modelle bei den Präsentationen in den Fokus gestellt. Schon auf der IAA 2021 werden wohl konkretere Zahlen genannt werden.

N. Hagedorn
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