Fiat 500 – Die Legende stromert

Fiat 500 – Die Legende stromert

5. März 2020 Aus Von Nils Hagedorn
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Das Jahr 2020 wird eine ganz neue Ära einläuten. Der kleine und kompakte Fiat 500 wird sich in der zweiten Jahreshälfte als Retro-Stromer ein ganz neues Publikum erschließen. Der 500 freut sich in den letzten Jahren einer wachsenden Fangemeinde. Bis zum Start in die abgasfreie Zukunft werden nur noch wenige Monate vergehen. Der Fiat 500 wird uns auch in den nächsten Jahren als unverwechselbarer Elektro-Retroflitzer begleiten.

Fiat 500 Elektroversion

Die dritte Generation des Fiat 500 wird am 04. Juli Premiere feiern und startet mit einer Innovationsoffensive gegen die starke Konkurrenz der bereits etablierten Elektrokleinwagen. Tradition und Fortschritt schweißen sich in einer neuen Union zu einem neuen Fahrzeugkonzept zusammen. Die tradierten äußeren Werte mit einer unverwechselbaren Charakteristik bleiben in Formgebung und Wiedererkennbarkeit eindeutig erhalten. Dagegen setzt der 500 unter dem Blechkleid einen Sprung ins 21. Jahrhundert an.

Der Spagat zwischen Traditionen aus den Zeiten des Wirtschaftswunders und modernen Anforderungen findet man nur selten im Automobilbau wie beim Mini oder der neuen Generation vom Fiat 500. Schon 1957 feierte er als „Nuova Cinquecento“ die Premiere und wurde spätestens mit der Reinkarnation der zweiten Generation im Jahr 2007 eine typisch italienische Ikone. Begleitet wurde der 500er in den letzten 13 Jahren von mehr als 30 Sondermodellen mit eigenem Charakter.

2020 ist die Weltpremiere für die dritte Generation mit eigenwilligen Lösungsansätzen zur Nachhaltigkeit, Konnektivität und autonomen Fahreigenschaften. Die Wiedergeburt der Ikone gepaart mit emissionsfreier Mobilität verleiht dem 500er eine eigene Aura. Im Rahmen der Video-Kampagne wurden auch gleich drei Showcars in Kooperation mit Giorgio Armani, Bvlgari und Kartell vorgestellt. Die Einzelstücke sollen versteigert werden und der Erlös an eine der Umweltschutzorganisationen von Leonardo DiCaprio gestiftet werden.

Der neue Fiat 500 "la Prima" - Copyright Fiat
Der neue Fiat 500 „la Prima“ – Copyright Fiat

Klein, kompakt und mit einer guten Reichweite ausgestattet

Gute Reichweiten sind beim Elektroauto ein herausragendes Verkaufsargument. Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 42 kWh an Bord und ist damit gegenüber der Konkurrenz mit 320 km nach WLTP-Standard gut aufgestellt. Der Ladestrom von bis zu 85 kW lädt den Akku ausreichend schnell bei vorhandenen Schnellladestationen auf, in circa einer Dreiviertelstunde dürfte der Akku bei optimalen Bedingungen wieder bis zu 80% aufgeladen sein. Mit dem serienmäßigen CCS2-Anschluss ist der Ladevorgang sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom möglich. Ein Mode-3-Kabel ermöglicht das Laden an Stationen bis zu 11 kW. Wer den Fiat 500 vorbestellt, soll auch im Paket für die Startserie eine Heimladestation erhalten.

Der Sherpa-Mode

Ein besonderer Clou verbirgt sich hinter den Fahrstufen Normal, Range und Sherpa. In anderen Autos findet man wohl für den Sherpa-Modus die gängige Bezeichnung „Eco plus“. Hiermit werden auch alle Komfortmerkmale reduziert auf maximale Reichweitenerzielung, sehr praktisch aus unseren Tests zur Ansteuerung einer nahe gelegenen Schnellladestation.

Je nach Fahrstil kann man wählen zwischen dem komfortablen „Normal-Modus“ und dem „Range-Modus“. Hierbei werden beim Loslassen des Gaspedals Bremsvorgänge zur Rekuperation ausgelöst und eine möglichst hohe Energierückgewinnung erzielt, Geübte Fahrer können nach Eingewöhnung auf das Bremspedal fast verzichten.

Der Elektromotor leistet 118 PS und beschleunigt innerhalb von 9 Sekunden auf 100 km/h. Abgeriegelt werden soll die Höchstgeschwindigkeit bei 150 km/h.

Der neue Fiat 500 "la Prima" - Copyright Fiat
Der neue Fiat 500 „la Prima“ – Copyright Fiat

Serienmäßig autonom Fahren auf Level 2

Die dritte Generation ist ausgelegt mit autonomen Fahrsystemen des Levels 2 und setzt damit Standards im Kleinwagensegment. Zu den dazu notwendigen Systemen zählen beispielsweise Kameras, die den Bereich um Längs- und Querachse des Fahrzeugs überwachen. Die Adaptive Geschwindigkeitsregelung (intelligent Adaptive Cruise Control iACC) reagiert laut Hersteller mit Bremsen beziehungsweise Beschleunigung nicht nur unter Berücksichtigung anderer Fahrzeuge, sondern auch von Radfahrern und Fußgängern. Der Spurhalteassistent (Lane Centering) soll den neuen Fiat 500 in der Mitte der Fahrspur halten, sofern diese durch Linien exakt definiert ist.

Der eingebundene Geschwindigkeitsassistent erkennt Schilder zu Geschwindigkeitsbegrenzungen und fordert dazu auf, diese auch einzuhalten. Der weiter entwickelte Totwinkel-Assistent (Urban Blind Spot) nutzt Ultraschallsensoren, um Objekte im sogenannten toten Winkel der Außenspiegel zu erkennen und aktiviert ein entsprechendes Warnsignal in Form eines Dreiecks auf den Spiegelflächen.

Uconnet 5 als Infotainment

Der Müdigkeitsassistent (Attention Assist) erkennt Konzentrationsmängel beim Fahrer und empfiehlt durch Aktivieren eines entsprechenden Symbols eine Pause. Außerdem ist der neue Fiat 500 mit „360° Drone-View“, einem 360-Grad-Kamerasystem ausgestattet, das zum Beispiel bei Parkmanövern ein Bild aufbaut, als würde eine Drohne über dem Fahrzeug schweben.

Die dritte Generation des Fiat 500 ist das erste Modell von FCA mit dem weiterentwickelten Infotainmentsystem Uconnect 5. Aufbauend auf dem nahezu unbegrenzt individualisierbaren Betriebssystem Android Automotive, erzeugt Uconnect 5 eine völlig neuartige Nutzererfahrung. Mit sogenannten Widgets lassen die grafische Darstellung von Funktionen und Applikationen frei gestalten. Diese Technologie gestattet die Integration von Smartphones und ist kompatibel mit Apple Car Play* und Android Auto*. Uconnect 5 wird gesteuert über einen hochauflösenden Touchscreen mit einer Bildschirmdiagonale von 10,25 Zoll (26 Zentimeter) im Format 16:9.

Fazit

Der neue Fiat 500 hat sich aufgrund der typischen Designelemente gepaart mit dem emissionsfreien Antrieb zu einem der spannendsten Elektroautos im Kleinwagensegment entwickelt. Mit dem Schnellladesystem und der guten Reichweite wird er sicherlich ein breites Publikum ansprechen. Er kann zum Marktstart ab sofort reserviert werden als „la Prima“ in der Cabriolet Variante.

Addendum

Quellen und Bilder: Copyright Fiat

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