>

<< Für Pendler eine echte Alternative zum PKW >>

30. September 2020 0 Von Nils Hagedorn
Facebooktwitter

Die Covid-19-Pandemie beeinflusst das Mobilitätsverhalten aller Akteure im öffentlichen Straßenverkehr. Ein deutlicher Trend hat sich in den letzten Jahren verfestigt. Während der konventionelle Fahrradmarkt stagniert sind die Absatzzahlen für Pedelecs in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Mit insgesamt 1.360.000 verkauften E-Bikes im Jahr 2019 wurde im letzten Jahr ein neuer Rekord erzielt. Im Dialog mit Felix Lindhorst, Gewerbespezifische Informationstransferstelle, vom Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk werfen wir einen Blick auf die emissionsfreie Zukunft der Mobilität mit dem Pedelec.

gcm: In den letzten fünf Jahren haben sich die Absatzzahlen für Pedelecs kontinuierlich auf 1,36 Millionen Räder mit Elektroantrieb in 2019 gesteigert. Wie sieht der Trend für 2020 aus und welche Auswirkungen wird die weltweite Covid-19-Pandemie auf den Absatz haben?

Felix Lindhorst: Wie der Gesamtabsatz für 2020 ausschaut, lässt sich unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Pandemie und Eindämmungsmaßnahmen nur schwer abschätzen. Grundsätzlich zeichnete sich bei Pedelecs eine Fortsetzung der Marktentwicklung vor dem Lockdown ab und erste Umfragen aus dem Handel signalisieren eine unerwartet hohe Kundennachfrage nach dem Lockdown.

Felix Lindhorst vom Bundesiinnungsverband Zweirad-Handwerk
Felix Lindhorst vom Bundesiinnungsverband Zweirad-Handwerk

Eine Alternative für Pendler

gcm: Das Pedelec scheint einen Nerv bei den Radfahrern getroffen zu haben. Welche typischen Käufergruppen haben sich in den letzten Jahren entwickelt und welche Vorzüge schätzen sie am meisten am Pedelec?

Felix Lindhorst: Die von Pedelecs ursprünglich angepeilten Zielgruppen der älteren Menschen und Wiedereinsteiger haben sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Heutzutage ist der Elektroantrieb in nahezu allen Marktsegmenten angekommen und angenommen worden. Die Beweggründe für eine Tretunterstützung sind oft verschieden und können doch meist auf „höher, schneller, weiter“ reduziert werden. Sportler schätzen neue Einsatzmöglichkeiten und höhere Geschwindigkeiten, Pendler eine echte Alternative zum Pkw und wieder andere freuen sich über ein Stück zurückgewonnene Bewegungsfreiheit.

gcm: Aufgrund der technischen Evolution kann man einige technische Neuentwicklungen erwarten. Können Sie mit uns einen Blick auf die Zukunft werfen und einige Trends für die nächsten Jahre aufzeichnen?

Felix Lindhorst: Die Digitalisierung und Elektrifizierung des Fahrradrades und des Zubehörs bringt neue Entwicklungen mit sich. Die Baugruppen und Systeme werden dadurch aber immer komplexer. Endkunden werden die Einführung von ABS, Rekuperation (Rückgewinnung von Bremsenergie), unsichtbare im Rahmen verlaufende Bremsleitungen und elektrischen Schaltungen erleben. Des Weiteren werden sich die Qualität und das Design durch den Einsatz modernster Fertigungstechnologien weiter stetig verändern, aber auch das Zubehör wird zunehmend smarter.

gcm: Herzlichen Dank, Herr Lindhorst.

Inzwischen hat das statistische Bundesamt den Trend bestätigt:

„Zum Jahresanfang 2020 besaßen 4,3 Millionen Haushalte in Deutschland mindestens ein Elektrofahrrad. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatte damit etwa jeder neunte Haushalt (11,4 %) mindestens ein E-Bike. Anfang 2015 standen noch in 1,5 Millionen Haushalten Elektrofahrräder. Damit hat sich die Zahl der Privathaushalte mit E-Bikes in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdreifacht.“ ( Quelle: Pressemeldung Statististisches Bundesamt vom 28. September 2020 )

Addendum

Interview mit Felix Lindhorst vom Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk aus dem Frühjahr 2020.

Titelbild ©stockphoto-graf – stock.adobe.com

Mehr Trends und Entwicklungen gibt es in der aktuellen Ausgabe vom green car magazine. Abo unter

Facebooktwitter