Hyundai ix 35 Fuel Cell

Hyundai ix 35 Fuel Cell

1. Juli 2016 Aus Von Nils Hagedorn
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Hyundai bietet laut eigenen Angaben schon seit dem Jahr 2000 Brennstoffzellenfahrzeuge an. Es begann mit dem Modell Santa Fe FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle), setzte sich 2004 mit dem Tucson FECV fort, gefolgt vom ix35 FECV, der 2012 auf den Markt kam. Die Erfahrungen der letzten Jahre sind dabei in die aktuelle Version mit eingeflossen. Den großen Durchbruch haben die Autos auf Wasserstoffbasis bisher jedoch noch nicht erreicht. Geringe Stückzahlen und entsprechend hohe Preise verbunden mit einem dünnen Tankstellennetz lassen die Autos in den Augen der meisten Fahrer nicht gerade attraktiv erscheinen. Langfristig sind sie allerdings durchaus eine interessante Alternative, nicht nur im Hinblick auf die Reichweite, sondern auch aufgrund der zügigen Betankung, die sich mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor vergleichen lässt.
Der Elektromotor des Hyundai ix35 Fuel Cell, wie dieses MittelklasseSUV mit vollem Namen heißt, wird aus einer Brennstoffzelle gespeist. Diese lässt sich mit einem auto
nomen Kraftwerk vergleichen, das den Strom, den der E-Motor benötigt, während der Fahrt selbst herstellt und in Akkus zwischenspeichert. In der Brennstoffzelle, von der mehrere zu einem sogenannten Stack (englisch: Stapel) zusammengefasst sind, verbinden sich Wasserstoff und Sauerstoff und setzen dabei Energie frei. Das einzige Nebenprodukt dieser Reaktion ist Wasser, das an kalten Tagen in Form von Dampfwolken am Heck austritt.

 
Einziges Manko sind die nicht vorhandenen Tanksäulen – im ganzen Land gibt es zurzeit nur etwa 20 öffentliche Stationen. Geplant ist jedoch, bis 2023 über 400 Säulen zur Verfügung zu stellen. Damit sind die Autos im Augenblick nur für jene Nutzer interessant, die in der Nähe vorhandener Stationen leben. Dies ist beispielsweise in Hamburg der Fall, wo es derzeit vier Lademöglichkeiten gibt.

 

Das SUV-Format liegt ganz klar im Trend, und bei näherer Betrachtung kommt es auch der eher gemäßigten Fahrweise entgegen. Die Beschleunigung des 1.830 kg schweren Gefährts erfolgt in überschaubaren 12,5 Sekunden, ein behäbiger Geselle mit guter Rundumsicht und großzügigen Ausmaßen. Beim Druck auf das Gaspedal stellt der 24kw-Akku die Leistung bereit, die Brennstoffzelle liefert konstante Energie und die weitere Aufgabe des Akkus ist es, den Strom für die Bremsenergie-Rekuperation zu speichern. Hier lassen sich die Energiemengen beim Abbremsen zwischenspeichern.
Während die stramme Federung den Wagen manche Bodenwelle ruppig mitnehmen lässt, ist er von außen betrachtet ruhig und sendet bis zu einer Geschwindigkeit von 20km/h per Lautsprecher ein charmantes Geräusch an herannahende Fußgänger. Für den stolzen Preis von zurzeit 65.450 Euro fehlen dem optisch gelungenen ix35 aber auch einige wichtige Details für Langstreckenfahrzeuge wie zum Beispiel ein Tempomat, ein ansprechendes Cockpit oder übliche Assistenzsysteme, wie die Konkurrenz sie im Angebot hat.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt für Wasserstoffautos entwickelt. Die Anfänge sind mit den marktfähigen Autos von Honda, Hyundai und Toyota auf jeden Fall geschaffen, und so bleibt es spannend, in diesem Fahrzeugsegment die Reaktion der Konkurrenz zu beobachten.

Fazit:

Ein interessantes SUV, das auf der Wasserstofftechnik basiert. Im Augenblick kann man allerdings nur von Wegbereitern zu einer umweltfreundlichen Technik reden. Die Zukunft wird zeigen, wie gut diese Autos am Markt angenommen werden. Entscheidend wird auch hier der Ausbau der Infrastruktur mit Wasserstoffsäulen sein. Überzeugend sind auf jeden Fall schon jetzt die große Reichweite und die Ruhe, die das Fahrzeug ausstrahlt.

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