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IVECO plant Auslieferung des Nikola TRE BEV

  • 31. März 202231. März 2022

Schon im September 2021 wurde in Ulm das Werk für den batterieelektrischen Nikola TRE BEV und den später folgenden mit Brennstoffzellen angetriebenen Nikola TRE FCEV feierlich eröffnet. Die ersten Fahrzeuge aus dem Joint Venture zwischen Nikola und IVECO sind inzwischen produziert worden. Das Logistikunternehmen Total Transportation Services, das bereits im letzten Jahr eine Absichtserklärung für insgesamt 100 BEV- und FCEV-Lastkraftwagen gezeichnet hatte, ist mit den ersten Modellen in den USA bereits an den Start gegangen. In Europa werden die ersten BEV-LKW an den Hamburger Hafen ausgeliefert. Das europäische Modell wird bei Iveco in Ulm hergestellt. Wir werden einen Blick zurück auf die letzten spannenden Monate.


Die Homologation des europäischen Modells soll in diesem Jahr abgeschlossen sein und anschließend die Auslieferung der ersten Modelle nach Hamburg erfolgen. Offensichtlich drückt Nikola weiter auf das Tempo zur Beschleunigung der Fertigung. Schon Anfang Oktober 2021 wurde mitgeteilt, dass ein Liefervertrag mit LG Energy Solutions von 2022 bis 2029 abgeschlossen wurde. Auch mit Proterra wurde jetzt ein langfristiger Liefervertrag zur Ausstattung der LKW mit Akkus abgeschlossen, die voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2022 in die Produktion eingebunden werden sollen. Hier folgt noch einmal ein Rückblick auf die Meilensteine der Vergangenheit.

# Update 29.03.2022 Produktionsstart in Arizona

Nikola drückt weiter auf das Tempo zur Produktion von abgasfreien LKW. Hierzu gibt Nikola in einer aktuellen Pressemeldungen weitere Informationen zum Produktionsstart der BEV- und FCEV-Serie.

“Nikola Corporation (Nasdaq: NKLA), ein weltweit führendes Unternehmen für emissionsfreie Transport- und Energieinfrastrukturlösungen, und ENGS Commercial Finance Co. („ENGS“), ein Mitglied der Mitsubishi HC Capital Group („MHC“) und ein marktführendes kommerzielles Finanzunternehmen, gaben heute eine unterzeichnete Vereinbarung bekannt, um den Verkauf von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) von Nikola Tre der Klasse 8 und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEVs) von Nikola Tre zu erleichtern.

Der Produktionsstart der Tre BEVs begann letzte Woche in der Produktionsstätte von Nikola in Coolidge, Arizona. Die Nikola Tre FCEV-Lieferungen werden im Jahr 2023 erwartet.”( Quelle: Pressemeldung Nikola Motor Company vom 29. Mai 2021 )

Nikola TRE FCEV in Deutschland / Produktion / Testfahrt Copyright Nikola

# Eröffnung Produktionshalle 15.09.2021

Iveco hat am Mittwoch , den 15.09. 2021 offiziell seine Produktionshalle für elektrische Schwerlaster Nikola TRE BEV eröffnet. Es sollen 3.000 Zugmaschinen-Einheiten im Jahr im Anfangsstadium hergestellt werden. Aufgrund des hohen Einstiegspreises sollen die Kunden als Alternative die gefahrenen Kilometer abgerechnet bekommen.

# Erste Aufnahmen der Produktionsstätte Mai 2021

Im Quartalsbericht der Nikola Motor Company gibt es die ersten Aufnahmen der Produktionsstätte in Ulm und Aussichten auf den Produktionsstart des Nikola TRE BEV.

“Fortschritte in unserer Joint Venture-Produktionsstätte im IVECO-Industriekomplex in Ulm

Bis zum 7. Mai haben Nikola und IVECO die Umbauten der Joint-Venture-Produktionsanlage fast abgeschlossen. Der Abbau und die Umstrukturierung des Gebäudes sind abgeschlossen. Die Installation des AGV-Systems (Automatic Guided Vehicle) ist noch nicht abgeschlossen und wird voraussichtlich in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Die Installation der Werkzeuge und Geräte der 14 separaten Arbeitsplätze sollte bis Ende des Monats abgeschlossen sein. Nikola ist auf dem besten Weg, im Juni 2021 mit dem Start der Testproduktion zu beginnen.” ( Pressemeldung Nikola Motor Company vom 07. Mai 2021 )

Im 2. Quartalsbericht der Nikola Motor Company gibt es weitere Aufnahmen der Produktionsstätte in Ulm und Aussichten auf den Produktionsstart des Nikola TRE BEV.

# Fortschritte in der Produktionsstätte in Ulm April 2021

Fortschritte in unserer Joint-Venture-Produktionsanlage im Industriekomplex von IVECO in Ulm, Deutschland

Am 14. Juni starteten Nikola und IVECO die Probeproduktion am Fließband in Ulm, Deutschland. Derzeit befinden sich zwei Nikola Tre BEV Pre Builds auf der Linie, die zusammengebaut werden. Während wir die Serienproduktion hochfahren, werden die Ausrüstung und der Montageprozess verfeinert. ( Pressemeldung Nikola Motor Company vom 03. August 2021 )

# Interview April 2021

Die Nikola Motor Company hat den Fokus auf den Bau von Elektromotoren spezialisiert und verfolgt ambitionierte Ziele für den Bau von E- und FCEV-Trucks. Als Produktionsstandort für den Nikola TRE ist Ulm vorgesehen, in der das Chassis-Entwicklungszentrum von Iveco seinen Sitz hat. Iveco und Nikola planen neben der Produktion des Wasserstoff-LKW auch die Infrastruktur auszubauen. Die beiden Partner haben eine Absichtserklärung mit dem Fernleitungsnetzbetreiber OGE (Open Grid Europe) unterzeichnet. Das Vorhaben sieht ein Geschäftsmodell für einen Transport von Wasserstoff für FCEV per Leitung von den Produktionsstätten zu den Tankstellen in Deutschland vor. Im Dialog mit Manfred Kuchlmayr, dem Leiter Unternehmenskommunikation von IVECO blicken wir auf die Zukunft des emissionsfreien LKW-Antriebs.

Manfred Kuchlmayr - Copyright Iveco
Manfred Kuchlmayr – Copyright Iveco

gcm: Für das Jahr 2023 plant Iveco die Markteinführung des Nikola TRE FCEV. Welche Chancen und Marktpotentiale sieht Iveco für den Brennstoffzellen-LKW ?

Manfred Kuchlmayr: Der Nikola Tre wird als rein elektrische Variante (BEV) schon früher zur Verfügung stehen. Wir sehen die Brennstoffzelle vereinfacht ausgedrückt als Range Extender auf diese modulare elektrische Architektur. Damit erkennt man auch schon die Chancen und Marktpotenziale: immer, wenn Reichweite gefragt ist, kommt die Brennstoffzellenvariante (FCEV) in´s Spiel. Damit ist man auch unabhängig von einer E-Tankstellen-Infrastruktur, die in einer getakteten Logistik ohnehin nur in Ausnahmefällen funktionieren würde, unabhängig.

Ein entscheidender Rahmen ist die Verfügbarkeit einer funktionierenden Infrastruktur für den Kraftstoff, also idealerweise grünem Wasserstoff.

gcm: Die Brennstoffzelle speziell im Transportsektor braucht einen sinnvollen ökonomischen Rahmen. Welche Anreize können die Markteinführung positiv beeinflussen?

Manfred Kuchlmayr: Ein entscheidender Rahmen ist die Verfügbarkeit einer funktionierenden Infrastruktur für den Kraftstoff, also idealerweise grünem Wasserstoff. Technik: Gegen derzeitige Dieselpreise und die eingespielten Prozesse einer über hundert Jahre perfektionierten Fertigungsstruktur und Technik von Verbrennungsmotoren kann nur ein Bündel mehrerer Massnahmen unterstützen. Die Bepreisung fossiler Kraftstoffe wird sich mit Sicherheit radikal verändern (CO2-Bepreisung), ferner gibt es auch nicht monetäre Einflussgrößen wie selektive Einfahrbeschränkungen in Städte

gcm: Der Einstieg in die Zukunft der Brennstoffzellen-LKW ist realistisch. Welche Entwicklungen und Neuheiten im LKW-Sektor kann man von Iveco in den kommenden Jahren erwarten?

Manfred Kuchlmayr: Wir sehen uns bei Zero-Emissionslösungen ganz vorne mit dabei. Dennoch gilt: der Prozess ist nicht im Ansatz vergleichbar mit einem Modellwechsel, wie wir ihn aus dem PKW Bereich kennen. Bis zur massenhaften Einführung setzt IVECO als Marktführer auf diesem Gebiet auf die CO2 Neutralität erneuerbaren Gases. Bei CNG ist die Verfügbarkeit von Bio-CNG bereits sehr weit fortgeschritten, bei LNG ist der Prozess im Gange. Bio-LNG ist essentiell, weil wir mit der Speicherform „verflüssigten Gases“ fernverkehrstaugliche Reichweiten von 1.600 km realisieren können. Mit dem IVECO S-Way NP haben wir diese Technik seit Jahren erfolgreich im Markt.

( Interview aus April 2021)

Addendum

Interview aus dem April 2021

Titelbild – Nikola Sinnbild – Copyright Wirestock @ AdobeStock

N. Hagedorn
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