Jaguar i-Pace EV 400

Jaguar i-Pace EV 400

9. September 2019 0 Von nh
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Die neuesten Generationen der Elektroautos werden aufgrund der höheren Reichweiten immer direkt zum green car magazine für die Testfahrten angeliefert. Die Premiumklasse der Elektroautos ist schon in Serie mit einem CCS-Ladeanschluss ausgestattet und der Ausbau der Supercharger-Infrastruktur schreitet inzwischen deutlich voran. Bei der Edelmarke Jaguar wird das Flaggschiff i-Pace zurzeit mit einem 90 kWh-Akku ausgeliefert und eine Reichweite unter optimalen Bedingungen von bis zu 480 Kilometern versprochen. Da trifft es sich perfekt, dass in unmittelbarer Nähe an der A7 Autobahntankstelle die ersten vier Supercharger von Ionity mit jeweils bis zu 350 kW Ladeleistung in Betrieb genommen wurden.

Schrittmacher in der Verarbeitungsqualität und im Handling

Mit dem leichten Touch auf die Fernbedienung fahren die vier Türgriffe aus und laden zum Einstieg ein. Die Sportsitze im feinsten weißen Windsor-Leder sind individuell einstellbar und natürlich mit einer Memory-Funktion für die Fahrer versehen. Das Cockpit ist harmonisch eingearbeitet und vollständig auf den digitalen Wandel eingestellt. Großformatige und gut ablesbare Anzeigen und ein Head-up-Display für die zulässige Höchstgeschwindigkeit und der gefahrenen Geschwindigkeit erhöhen den Fahrspaß. Etwas eigenwillig bleibt nur die Bedienung des großen Touchscreen-Displays in der Mittelkonsole. Die Bedienung ist etwas umständlicher und nicht so reaktionsschnell wie man es von Wettbewerbern gewohnt ist.

Jaguar I-Pace EV 400
Jaguar I-Pace EV 400

Dafür wird mit einer sehr umfangreichen und luxuriösen Ausstattung im Testwagen gepunktet, die kaum noch Wünsche offen lässt. Die komfortable Luftfederung lässt sich per Fingertipp den Straßenverhältnissen anpassen. Die Fahrmodi lassen sich auch sehr zügig vom stromsparenden ECO-Modus bis hin zum sehr dynamischen Sportmodus per Tastendruck während der Fahrt umstellen. Sehr praktisch sind bei diesem Fahrzeug auch die Kameras und Sensoren für enge Ausfahrten oder beim Einparken. Die Klimaanlage ist komfortabel regulierbar und lässt sich für alle Sitze direkt skalieren. Es sprechen neben dem Komfort auch die großzügigen Platzverhältnisse auf allen Sitzen und der erweiterbare Kofferraum für die Stromer-Version.

Laden am Supercharger

Unsere erste Testfahrt führt uns über die A7 direkt zum neu aufgestellten Supercharger von Ionity an der Autobahntankstelle Aalbek West. Direkt auf dem Parkplatz an der Raststätte stehen vier nagelneue Ladesäulen mit jeweils bis zu 350 kW Ladeleistung pro Stunde. Wir sind gespannt, wie schnell die Aufladung erfolgt. Laut Herstellerangaben können vom Fahrzeug bis zu 100 kW pro Stunde aufgenommen werden. Die Ionity-Ladesäulen sind mit einem großen Display ausgestattet und lassen während des Ladevorgangs per Rundanzeige die exakten Ladeleistung während des Ladevorgangs ablesen. Innerhalb von 5 Minuten steigt die Ladeleistung auf 75 kW an und bleibt bei dieser Ladeleistung konstant auf bis zu 80% der Akkuleistung. Danach sinkt die Ladeleistung.

Jaguar I-Pace EV 400 - Laden am Ionity Supercharger
Jaguar I-Pace EV 400 – Laden am Ionity Supercharger

Man kann also hier tatsächlich innerhalb von gut einer Stunde den Akku zügig laden. Die Außentemperaturen lagen bei kühlen 5 Grad im April. Bei 100% Ladung zeigte er dann noch 346 km Reichweite im Komfortmodus an. Bei dem versprochenen flächendeckenden Ausbau der Supercharger entlang der Autobahnen bis Ende 2020 kann also noch einmal eine wesentlich größere Zielgruppe für Elektroautos angesprochen werden. Für das Laden im eigenen Heim lohnt sich für den Jaguar I-Pace eine Wandladestation, damit der Akku über Nacht mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 11 kW/h vollgeladen werden kann.

Der Basispreis für den I-Pace S liegt bei 77.850 Euro. Die meisten Kunden in der Premiumklasse werden sich wohl ihren I-Pace individuell ausstatten lassen, und dann sind wie bei den oben beschriebenen hochwertigen Ausstattungsdetails schnell Listenpreise über 90.000 Euro erzielbar. Alle luxuriösen Sonderausstattungen wie die Luftfederung, die Lederausstattungen oder das Panoramadach lassen die Preise nach oben schnellen, aber das ist vergleichbar mit den Wettbewerbern von Audi, BMW oder Mercedes.

Fahren wie in einer Sänfte

Die einstellbare Luftfederung verleiht dem optisch an den etwas längeren F-Pace erinnernde i-Pace einen hervorragenden Fahrkomfort im Kurz- und Langstreckenbereich. Nach eigenem Gutsto lässt sich die Bodenfreiheit per Knopfdruck an der Mittelkonsole variieren. Auf der Autobahn lässt sich das Drehmoment der beiden Elektromotoren komplett ausreizen, Er tritt nicht nur leise und antrittsstark an, wie es die Motorisierung verspricht, er lässt sich auch mühelos bis zur Endgeschwindigkeit beschleunigen. Mit einem Radstand von 3 Metern, den in die Bodengruppe eingebauten Akkus und der proportionierten Gewichtsverteilung bietet der i-Pace ein sicheres Handling im Straßenverkehr. Mit dem entkoppelten Antrieb durch jeweils einen Elektromotor an Vorder- und Hinterachse ist ein Allradantrieb gewährleistet.

Die Gewichtsverteilung auf den Achsen liegt bei den Idealwerten für ein Allradauto bei einem Verhältnis von 50:50. Die verwindungssteife Alu-Karosserie trägt zu einer hoch stabilen Fahrweise auf der Langstrecke bei. Das große Akkupaket im Fahrzeugboden trägt zu einem Gewicht von circa 2.200 kg bei, trotzdem ist der Jaguar aufgrund der drehmomentstarken Aggregate sehr behände und katapultiert die Insassen bei der Beschleunigung per Kickdown von 0 bis 100 km/h innerhalb von 4,8 Sekunden in die Sitze.

Die Elastizität der Beschleunigung ist über das gesamte Geschwindigkeitsband bis 200 km/h abrufbar. Ab 160 km/h wird es dann noch einmal richtig laut im Inneren, der Fahrspaß im i-Pace kommt auf jeden Fall nicht zu kurz. Kurven, Kehren oder schnelle Fahrspurwechsel werden fast ohne Neigungsbewegungen glatt gebügelt und unterstreichen die Leichtfüßigkeit im Alltag.

Fazit

Der i-Pace gehört jetzt schon in Deutschland zu den gefragtesten E-Autos in der Premiumklasse. Die steigenden Zulassungszahlen sind vor allem dem stimmigen Fahrzeugkonzept, einer guten Reisereichweite und den sehr individuellen Ausstattungsmerkmalen zu verdanken. In Deutschland hat er im März 2019 schon das Model X und Model S laut aktuellen Zulassungsstatistiken überholt. Mit dem Ausbau der Supercharger-Infrastruktur in Europa bis Ende 2020 wird er sicher noch häufiger im Straßenbild erscheinen.

Addendum

Praxistest aus dem Frühjahr 2019 vom green car magazine.

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