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Jaguar I-Pace EV400 Modelljahr 2022

Jaguar I-Pace EV400 im Reisetest 2022

  • 21. Juni 202221. Juni 2022

Wohl kaum ein anderes Modell steht aktuell für den konsequenten Wechsel zur Elektromobilität bei Jaguar wie der I-PACE. Bis zum Jahr 2025 soll bei Jaguar konsequent auf Elektromobilität bei allen Fahrzeugen umgestellt werden. Seitdem der einstige Renault-Chef Thierry Bolloré die Leitung bei Jaguar übernommen hat, wird auch eine Positionierung im Premium-Segment konsequent verfolgt. In unserem Test widmen wir uns dem aktuellen Jaguar I-Pace und testen ihn auf unserem Trip nach Skandinavien als Reiselimousine.

Das Coupe verschafft sich seinen Platz mit einer stattlichen Länge von fast 4,70 m und ist mit einer entsprechenden Fahrzeugbreite von über zwei Metern prädestiniert für die großen Touren. Auch beim Fahrzeuggewicht von 2,2 Tonnen spielt der Jaguar mit dem großen 90 kWh-Akkupaket in der oberen Liga mit. Für den Vortrieb sorgen zwei Permanentmagnet-Elektromotoren mit einer stattlichen Leistung von insgesamt 400 PS und einem maximalen Drehmoment von 696 Newtonmeter. Damit wirkt er dann auch sportlicher im Antritt, als es zunächst vermuten lässt.

Nicht nur in der Außendarstellung, sondern auch im Innenraum achtet der Hersteller auf Premiumdetails. Sobald man sich dem Fahrzeug nähert, werden die massiven Türgriffe ausgefahren und laden zum Einstieg in eine mit technischen Details gespickten Innenraum. Das digitale Cockpit teilt sich auf in das konfigurierbare Display hinter dem Lenkrad und das typische zentrale Infotainment-Display mit einer hohen Auflösung. Neben den klassischen Navigations-, Radio und Einstellungsfunktionen lassen sich Smartphone-Inhalte via Apple CarPlay oder Android Auto problemlos via Bluetooth übertragen.

Jaguar I-Pace EV400 Modelljahr 2022
Jaguar I-Pace EV400 Modelljahr 2022 in Malmö vor dem Turning Torso

Für die Reisetouren wichtig sind die Stauräume, hier bietet der I-Pace mit 656 Litern Kofferraumvolumen schon Platz für 4 bis 5 Reisekoffer. Der glatte Ladeboden kann gut be- und entladen werden. Erweiterbar ist dieser Stauraum auf 1453 Liter mit dem Umklappen der Rücksitzbank. Je nach den eigenen Ansprüchen lassen sich damit ausreichend Gepäckstücke transportieren. Auch im Frunk unter der Motorhaube ist noch ein Staufach, das direkt für das sperrige CCS-Ladekabel genutzt werden kann. Wir haben bei unserem Reisetest nach Schweden genügend Platz im Kofferraum für 5 Taschen, Koffer und Getränkekisten.

Einmal auf den Startbutton gedrückt, kann man sich alle Voreinstellungen über das Menü auf den Fahrer abgestimmt einstellen. Eine ganze Armada an Assistenzsystemen kann von der Anfahrhilfe über die Geschwindigkeitsregelung bis hin zum Spurhalteassistenten nach eigenem Gusto eingestellt werden. Mit insgesamt vier wählbaren Fahrmodi kann man Fahrdynamik und Rekuperationsgrad beeinflussen. Vom defensiven ECO-Modus bis zum Dynamik-Modus sind die Szenarien einstellbar. Für kritische Wettersituationen gibt es ein eigenes Programm, wählbar über den Modus Schnee/Regen für den optimalen Grip auf der Fahrbahn. Wir haben alle Modi ausführlich getestet und deutliche Unterschiede beim Energieverbrauch erfahren.

Auf nach Schweden

Jaguar gibt im Prospekt eine Reichweite unter optimalen Bedingungen von bis zu 470 Kilometer an. Das ist uns in unseren umfangreichen Testfahrten aber nicht einmal bei Einschaltung des ECO-Modus nach einer 100%-Aufladung angezeigt worden. Hier lag die erwartbare Reichweite bei warmen 20 Grad Außentemperatur bei 380 Kilometern im Display, und selbst bei durchgehender Fahrt im Energiesparmodus sind dann gut 320 Kilometer erzielbare Reichweite realistisch. Nur im Stadtverkehr zeigt sich der I-Pace im Verbrauch gemäßigt und begnügt sich mit 16 bis 18 kWh pro 100 km Fahrtstrecke. Wer noch etwas am Verbrauch beeinflussen möchte, kann die Klimaanlage abschalten.

Zulassungszahlen Jaguar I-Pace in Europa

Jaguar I-Pace Zulassungszahlen in Europa 
20218.079
202013.444
201912.232
20186.490
Quelle – Carsalesbase, Zahlen des Verbands CAAM

Wer auf entspanntes Cruisen im hochwertigen Ambiente setzt, wird das zu schätzen wissen. Wer aber die volle Leistung erfahren möchte, gönnt sich den Dynamik-Modus, der mit einem kraftvollen Spurt von 0 auf 100 km/h in unter 5 Sekunden ansetzt. Wer jetzt auf der Autobahn die Dynamik beim Beschleunigen erfährt und die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten ausreizt, wird das andere Gesicht des I-Pace erleben. Mit dem dynamischen Auftritt schnellen die Verbrauchswerte auf jenseits der 30 kWh pro 100 km. Wer es permanent auskostet, muss dann aber auch nach gut 200 Kilometern den nächsten Supercharger ansteuern.

Ernüchterung am Supercharger

Der Jaguar bringt alles mit für ein erstklassig ausgestattetes Reisecoupe, ein ansprechendes Ambiente und viele technische Details. Aber sobald man den Supercharger ansteuert und auf eine zügige Aufladung hofft, tritt dann doch Enttäuschung ein. Denn von den versprochenen Ladeleistungen von bis zu 100 kW muss man vor Ort Abstriche machen. Bei geringer Restkapazität brauchte unser I-Pace im Test 1,5 Stunden bis zur 80%-Ladung bei warmen 18 Grad Außentemperatur. Das ist inzwischen beim Vergleich mit der Konkurrenz im Premiumsegment von Tesla zurzeit nur noch Mittelklasse. In dem Preissegment möchte man nicht so lange Wartezeiten an den Superchargern verbringen.

Jaguar I-Pace EV400 Modelljahr 2022
Jaguar I-Pace EV400 Modelljahr 2022

Wellness beim Fahren

Dafür entschädigt der I-Pace mit einer stimmigen Auswahl im Interieur. Einige haptische Elemente wie die großzügige Gestaltung der Fahrstufen in Form von Touchpads, ein Lenkrad mit einem optionalen samtweichen Alcantara-Bezug oder die Sitze mit Heiz- und Belüftungsfunktionen sind die Zutaten für die Grandtour. Auch die Luftfederung verleiht einen hervorragenden Fahrkomfort auf den Langstrecken durch Europa. Mit seinem langen Radstand von 3 Metern und den in die Bodengruppe integrierten Akkus sowie einer optimierten Gewichtsverteilung ist der I-Pace prädestiniert für ein sicheres Handling auf der Straße. Der entkoppelte Antrieb mit jeweils einem Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse bietet der Allradantrieb auch auf bei Nässe einen sicheren Grip und eine spürbare Spursicherheit.

In Sachen Smartphone-Integration sind sowohl Apple Carplay als auch Android Auto als Standard eingebunden. Für noch mehr Komfort wird im nächsten Modelljahr die Alexa Sprachsteuerung implementiert für Anwendungen im Homebereich. So entsteht eine natürliche Sprachinteraktion mit den Pivi Pro Features  bis hin zu kompatiblen Smart Funktionen. Laut Jaguar lassen sich zum Beispiel die Heizung und das Licht im Eigenheim vom I-PACE aus fernsteuern und vorprogrammieren.

Fazit

Der i-Pace gehört jetzt schon in Deutschland zu den komfortabelsten E-Autos in der Premiumklasse. Die Stammkunden profitieren von dem stimmigen Fahrzeugkonzept, einer guten Reisereichweite und einer optional hohen Individualisierung der Ausstattung. Ausbaufähig ist die Verkürzung der Ladezeiten wie bei der Konkurrenz im Premiumsegment.

Addendum

Test aus dem Jahr 2022

Wie gefällt Euch der I-Pace EV400?

N. Hagedorn

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