Masterplan Elektromobilität in Hamburg – Planungen und Erwartungen

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Elektroauto an der Solartankstelle © Petair / Fotolia.com.
Elektroauto an der Solartankstelle © Petair / Fotolia.com.

 

Hamburg – In einem Kurzinterview gibt uns Christoph Steinkamp, Projektleiter der hySOLUTIONS GmbH, einen Einblick in den Ausbau der Infrastruktur mit Ladepunkten für Elektromobile in Hamburg.

 

gcm: Herr Steinkamp, der Masterplan sieht einen zügigen Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität bis Ende 2016 vor. Welche Hürden müssen noch überwunden werden, damit das Ziel im Zeitrahmen umgesetzt wird?

Beim Ausbau läuft alles Hand in Hand. Angefangen von der Standortfindung über die Ausstellung der Sondergenehmigungen von den Bezirken für die Standort bis zur Installation und dem Betrieb.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden gerne noch weitere Anbieter von Autostrom-Verträgen anbinden. Allerdings ist hier eine erste Roamingplattform bereits angebunden. Intensive Gespräche zur Anbindung einer weiteren finden bereits statt.

Zudem befindet sich der Markt der DC-Schnelllader derzeit noch in der Entwicklung. Viele DC-Lader haben in der Vergangenheit noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt, die wir uns gewünscht haben. Dies wird sich allerdings Anfang 2016 ändern. Dann wird auch der Ausbau der DC-Schnelllader an Fahrt aufnehmen.

gcm: Welche technischen Unterschiede bestehen zwischen den normalen Ladestationen und den Schnellladestationen?

Unsere „normalen“ AC-Ladestationen, die auf öffentlichem Grund aufgebaut werden, sind alle dreiphasig ausgelegt. D.h. auch hier können Sie mit Wechselstrom mit 11 kW laden, somit ist ihr Fahrzeug hier in 1,5 Stunden wieder voll. Bei diesen Ladestationen bringt der Nutzer das Ladekabel in seinem Fahrzeug mit und schließt sich damit an.

Als Schnellladestationen verstehen wir in Hamburg DC-Ladestationen. Hier wird Gleichstrom und höheren Leistungen ab 20 kW geladen. Hier benötigen Sie zum Aufladen Ihres Fahrzeuges nur ca. 30-45 Minuten. Bei diesen Ladestationen sind die Kabel an der Ladestation angebracht – in Hamburg übrigens immer drei Steckerstandards (AC-Typ2-Stecker, CCS-Stecker und CHAdeMO-Stecker), damit alle gängigen Fahrzeuge laden können.

gcm: Welche Erwartungen werden mit der Umsetzung des Masterplans verknüpft?

Als erste Großstadt durchbricht Hamburg mit dem Masterplan das Henne-Ei-Problem, dass E-Fahrzeuge nicht gekauft werden, weil es an öffentlicher Ladeinfrastruktur fehlt und Ladeinfrastrukturbetreiber keine weiteren Ladesäulen aufstellen, weil keine E-Fahrzeuge vorhanden sind.

Mit dem Masterplan wird ein bedarfsgerechtes und ausgewogenes Verhältnis zwischen öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur und dem sukzessive gesteigerten elektromobilen Fahrzeugaufkommen realisiert. Dies gilt sowohl quantitativ als auch qualitativ, denn es kommt nicht allein auf die Menge der errichteten Ladepunkte an, sondern auch auf deren Verfügbarkeit an. Daher haben wir für die Authentifizierung sowie die Abrechnung an den Ladestationen eine Smartphone-App konzipiert, mit der jeder Nutzer in Hamburg ad hoc laden kann, ohne vorher einen Vertrag abgeschlossen zu haben. Dies wird zukünftig so in ganz Deutschland umgesetzt werden.

Meine Erwartung ist daher, dass mit der Schaffung eines gesteigerten Angebots an Lademöglichkeiten auch die Zahl der E-Fahrzeuge kontinuierlich steigt und sich die Elektromobilität noch weiter als bislang in Hamburg etabliert.

gcm: Wir bedanken uns für das Interview.

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