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Ora Funky Cat 400 Pro+

Ora Funky Cat 400 Pro+ – Die schnurrende Katze

Great Wall Motors aus China macht mächtig Druck, um auch in Europa einen Fuß in den Automarkt zu bekommen. Im Mutterland des Automobils mit Elektroautos zu punkten ist eine Prestigeaufgabe und soll die traditionellen deutschen Marken unter Druck setzen. Der Ora Funky Cat wurde schon auf der IAA 2021 in München präsentiert und ist ab sofort auch direkt online konfigurierbar. Der Zukunftsmarkt wird auch in Europa stark umkämpft von den Anbietern aus China. Womit kann die Ora Cat überzeugen?

Ein wenig erinnert der Ora Cat auf den ersten Blick mit etwas pummeligen Heck an die ersten Elektroautos in der Kompaktklasse, aber auf den zweiten Blick sind die organischen Formen doch mit dem markanten Dachabschluss mit einer eigenen Formsprache versehen. Hier bin ich, als Konkurrenz zum ID.3, Model 3 oder dem neuen Mini mit eigenen Akzenten. Spätestens wenn man Platz genommen hat, sieht man die Paarung aus gediegenem Innenraum mit gut verarbeiteten Materialien und dem digitalen Flair des Aufbruchs mit einer klaren Aufteilung der Digitaldisplays.

Der chinesische Konzern Great Wall Motors (GWM) platziert mit der noch jungen Marke Ora mit dem Funky Cat das erste Modell auf dem deutschen Markt. Der in China etablierte Konzern hat ein starkes Interesse, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Die neue Plattform für den Ora wird ebenfalls für die nächste Generation vom vollelektrischen Mini SE eingesetzt in Kooperation mit BMW. Auch dieses Fahrzeug wird ausschließlich in China gefertigt.

Ora wird mit dem Cat ein Konkurrent für einige etablierte Europäer sein. Optisch wirkt der 4,24 m lange Funky Cat zwar klein, ist aber schon ein Konkurrent für den ID.3, den Fiat 500, Opel Corsa oder den neuen E-Renault 5.

Umfangreiches Ausstattungspaket

Wer bei dieser Konkurrenz mit einem neuen Modell punkten will, muss sich schon überzeugenden Argumenten präsentieren. Der Ora Cat 400 Pro+ ist aktuell das hochwertigste Ausstattungspaket. Der warm wirkende bekleidete Innenraum punktet mit veganem Leder, einem hinterleuchteten Infodisplay und in dieser Ausstattungsvariante mit einem Panorama-Schiebedach für Frischluft und reichlich Licht im Innenraum. Dabei überzeugt GWM mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität und ergonomisch geformten Sitzen mit einem ansprechenden Seitenhalt und zahlreichen Einstellmöglichkeiten. Die verchromten Kippschalter für die Klimatisierung und Belüftung sind intuitiv bedienbar.

Ora Funky Cat 400 Pro+
Ora Funky Cat 400 Pro+
Ora Funky Cat 400 Pro+
Ora Funky Cat 400 Pro+

Der digitale Beifahrer

Ein Alleinstellungsmerkmal ist der Avatar mit eigenen Namen. Der digitale Assistent wird mit Hey plus Namen aufgerufen und erscheint als Männchen im Display. Im Dialog befragt er mich zu den Wünschen und Einstellungen des Autos. Wie bei allen anderen digitalen Sprachassistenten ist eine Eingewöhnung erforderlich. Richtig umgesetzt werden klar strukturierte Aussagen wie „Schiebedach öffnen“ oder „Sitzheizung einschalten“. Bei komplexeren Wünschen oder die Suche nach Navigationszielen sind schon Grenzen zu erkennen.

Aber der Assistent übernimmt auch die komplette Fahrer-Überwachung. Per Kamera erfolgt eine ständige Fahrerkontrolle. Sobald man nicht konzentriert auf die Fahrbahn schaut, meldet er sich und mahnt mich zur Selbstkontrolle. Auch bei vermeintlichen Kollisionswarnungen oder scheinbar erkannter geistiger Abwesenheit schallt die mahnende Stimme aus den Lautsprechern. Das System soll laut Hersteller bei den nächsten Updates noch weiter verfeinert werden. Wahrscheinlich mit dem Einsatz der KI wohl in den nächsten Updates einiges mehr zu erwarten sein.

Ich denke dezentere Hinweise wie bei anderen Herstellern reichen aus. So wird man häufiger während der Fahrt genervt wie von einem übervorsichtigen digitalen Beifahrer.

Antrieb

Bei dem von uns getesteten Modell wird eine ternäre Lithiumbatterie mit NCM-/NCA-Zellchemie mit einer Nettokapazität von 59,3 kWh ( brutto 63 kWh) eingesetzt. Die DC-Ladeleistung liegt bei maximal 67 kW und damit die Ladezeit für den Ladevorgang von 15 auf 80 Prozent bei 48 Minuten, die AC-Ladung mit 11 kW liegt bei 6,5 Stunden. Da liegt die Konkurrenz mit den aktuellen Modellen schon deutlich besser bei den Ladezeiten.

Ora Funky Cat 400 Pro+
Ora Funky Cat 400 Pro+ Kofferraum

Der Elektromotor mit 126 kW/ 171 Pferdestärken ist ein permanenterregter Synchronmotor. Er sorgt für viel Fahrspaß und zügiges Fahren in der City. Die gängigen Überholmanöver von 80 auf 120 km/h werden kernig ausgeführt. Der für Elektroautos typische tiefe Schwerpunkt lässt ihn ohne große Wankbewegungen durch die Kurven gleiten.

Der Bedienhebel für die adaptive Geschwindigkeitsregelung wurde leider komplett nicht einsehbar hinter das Lenkrad unter den Blinkhebel gesetzt. Das ist nicht bedienungsfreundlich und gerade beim Einsatz bei höheren Geschwindigkeiten eine unnötige Fummelei hinter dem Lenkrad. Ist er aktiviert, hält er den Sicherheitsabstand automatisch ein und bleibt spurtreu. Er übernimmt allerdings die Tempolimits und so muss entsprechend nachjustiert werden.

Ora Funky Cat 400 Pro+
Ora Funky Cat 400 Pro+ Adaptive Geschwindigkeitsregelung

Wer noch etwas Zeit investiert, kann sich alle wesentlichen Assistenten nach eigenem Gusto konfigurieren und sich am zentralen Infodisplay mit dem eigenen Smartphone anmelden. Nach den ersten Ausfahrten lassen sich die für einen persönlich wichtigen Assistenten an- oder abwählen.

Der Kofferraum fällt mit 228 Litern klein aus und die hohe Ladekante ist beim Verstauen der Einkäufe unpraktisch. Dafür kann mittels der teilbaren Rückbank das Volumen auf bis zu 858 Liter zügig erweitert werden.

Sicherheit und Garantien

Beim Thema Sicherheit hat die Funky Cat mit dem höchsten Ausstattungspaket im Euro-NCAP-Crashtest aus dem Jahr 2022 alle fünf Sterne erhalten. Zu der Crashsicherheit tragen sieben Airbags, die Notrufauslösung und die Türentriegelung bei. Für das Fahrzeug gibt es 5 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung und 8 Jahre Garantie bis zu 160.000 Kilometer auf den Antriebs-Akku.

Die Funky Cat hat einige individuelle Ansätze und vermittelt im Alltag eine gute Agilität und versprüht eigenen Charme. Die Verbrauchswerte bei unseren Testfahrten im Sommer liegen zwischen 15 und 19 kWh pro 100 Kilometer im Kurzstrecken- und Stadtverkehr. Auf der Autobahn bei zügigen Fahrten liegt er über 20 kWh. Das ist angemessen und so lagen wir bei den realen Reichweiten bei über 300 Kilometern.

Fazit

Wer sich für die Funky Cat entscheidet, erhält mit der reichhaltig ausgestatteten Version 400 Pro+ für den Listenpreis von 47.490 Euro (August 2023) ein komplett ausgestattetes Auto. Reichweite, Fahrvergnügen und die sehr gute Verarbeitung bieten ein ansprechendes Fahrzeug in diesem Fahrzeugsegment. Fein justiert werden sollte noch mit den angekündigten Updates im digitalen Alltag für die Bereiche Infotainment, Fahrerüberwachung und dem digitalen Assistenten.

N. Hagedorn

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