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Golf GTE - Copyright green car magazine

Praxistest Golf GTE

Volkswagen kämpft mit vielen neuen Hybridmodellen für ein besseres Markenimage nach dem Abgasskandal. Dazu gehört zweifellos auch der mit einem Facelift überarbeitete Golf GTE. Wie sieht es mit der Reichweite und den Verbrauchswerten in der Praxis aus? Wir testen die aktuelle Version sportlichen Golfvariante mit 204 PS (150 kW) Systemleistung.

Aufgewertete Serienausstattung

Äußerlich ist der gegenüber dem e-Golf an dem Stoßfänger mit Lufteinlässen in wellenförmiger Optik zu erkennen. Verchromte GTE Schriftzüge kennzeichnen ihn als Auto mit Dual-Antrieb – unterstützt von kühler blauer Neonoptik. Serienmäßig sind LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten integriert. Das Innenraumdesign und die Haptik sind gewohnt typisch im Golf-Stil gehalten; die mit gutem Seitenhalt ausgestatteten Sportsitze sind bequem, gut verstellbar und mit einer Sitzheizung für die kühleren Tage versehen. Im Volkswagenkonzern setzt man immer stärker auf Sicherheits- und Assistenzsysteme, die dann auch nur in Fachwerkstätten gewartet werden können. Das Infotainmentsystem „Composition Media“ mit acht Zoll großem Touchdisplay gehören genauso zur Ausstattung unseres Fahrzeuges wie adaptive Geschwindigkeitsregelung und ein System zur Fußgänger-Erkennung, das bei unserem Praxistest auch schon mal deutlich eingegriffen hat, als ein Passant meinte, einfach mal die Straße queren zu müssen. Im Multifunktionslenkrad inklusive Schaltwipppen für das Getriebe sind viele Bedienungselemente für das Telefon, die Displayeinstellungen und die adaptive Geschwindigkeitsregelung eingebunden. Das digitale Tachodisplay kann individuell nach den eigenen Ansprüchen gestaltet werden. Ob nun Fahrzeugdaten oder das Navigationssystem eingebunden werden sollen, kann nach eigenen Ansprüchen konfiguriert werden.

Golf GTE - Copyright green car magazine

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Laden und Hybridantrieb

Die Ladesteckdose ist hinter dem VW-Logo unterhalb der Motorhaube verdeckt. Mit einem leichten Druck auf das Logo öffnet sich der Verschluss. Der komplette Ladevorgang dauert mindestens 2 Stunden, abhängig vom Anschluss. Das Fahrzeug ist also eher für die Ladung über Nacht an der Steckdose im Carport oder in der Garage gedacht. Dann stehen sowohl der E-Motor mit 102 PS (75 kW) als auch der 1,4-Liter-TSI-Motor mit 150 PS (110 kW) für die sportliche Version vom Golf zur Verfügung. Aus dem Stand sprintet der GTE innerhalb von 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und riegelt bei der Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h ab. Der für den Langstreckenbereich konzipierte Golf ist zügig in der Beschleunigung und kann nach eigenen Vorstellungen von ökonomisch bis sportlich eingestellt und eingesetzt werden. So können mithilfe des Akkus im Sommer bis zu 50 Kilometer rein elektrisch gefahren werden, was auf jeden Fall für den Pendelverkehr hin zum Arbeitsplatz im Stadtverkehr reicht. Wie auch bei allen anderen Golfvarianten lässt sich der GTE mit folgenden Eigenschaften beschreiben: ökonomisches Cockpit und Interieur, grundsolides Fahrwerk und Fahrverhalten auf schnellen und kurvenreichen Strecken sowie ausgereift im Wechselspiel zwischen den Antrieben.

Die Ansteuerung der Aggregate inklusive Start-Stopp-Automatik hält sich diskret im Hintergrund. Im Touchdisplay lässt sich der Golf während der Fahrt auf den gewünschten Fahrmodus Elektroantrieb, Hybridantrieb oder Akku-Aufladung konfigurieren. Per Knopfdruck in der Nähe vom Automatikwählhebel kann direkt auf den agileren GTE-Modus umgeschaltet werden. Die farblich angepassten blaufarbenen Bremssättel für die Scheibenbremsen sorgen für kurze Wege bei den Bremsvorgängen und sichtbare Rekuperationsvorgänge.
In Kooperation mit dem Navigationssystem wird auf der Grundlage der Streckendaten autark über eine Abschaltung vom Verbrennungsmotor und Umschaltung in den reinen E-Modus entschieden. Gut erfahrbar ist die sogenannte „prädikative Hybridstrategie“ beim Übergang von der Landstraße in die Ortseingänge.

Golf GTE - Copyright green car magazine

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Der im Prospekt angegebene Normverbrauch von 1,6 Liter Superbenzin ist natürlich in der Praxis nicht realistisch. Dazu müsste der GTE alle 100 Kilometer über den Plug-in-Stecker neu aufgeladen werden und nach Testbedingungen gefahren werden. Im Praxistest sind im Hybridmodus eher 4 bis 5 Liter Superbenzin im Sommerbetrieb erzielbar und im GTE-Modus sind 7 bis 9 Liter bei sehr sportlicher Fahrweise realistisch. Das relativ hohe Eigengewicht mit 1.615 kg nach EWG-Richtlinie garantiert eine satte Straßenlage, aber auch einen angepassten Praxisverbrauch.

Assistenz- und Sicherheitssysteme

Während früher viele Assistenzsysteme aufpreispflichtig waren, gehören einige Details beim GTE-Basispaket zur Serienausstattung. Der in letzter Zeit häufig beworbene Müdigkeitsassistent soll den Fahrer dazu animieren, rechtzeitig Pause einzulegen. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung bis 210 km/h, inklusive Umfeld-Beobachtung sowie eine Fußgänger-Erkennung mit Notbremssystem, sind ebenfalls enthalten. Der Grundpreis liegt bei dem GTE bei 36.900 Euro. Als Plug-in-Hybrid fällt er in die Förderung für den Umweltbonus.

Preise und Zubehör Golf GTE

Genauso umfangreich wie die Ausstattungsvarianten vom Golf fällt auch die Zubehörpreisliste aus. Die Individualisierung kann hier weitreichend vorangetrieben werden. Wir haben uns einmal in der Preisliste umgeschaut und haben sinnvolle Details herausgesucht, die sich werthaltig beim Wiederverkauf erweisen.

Zurzeit bietet Volkswagen bis Ende des Jahres 2017 eine umfassende Garantieerweiterung auf 5 Jahre bis 100.000 km Fahrleistung an. Das Paket kostet einmalig 199 Euro statt wie üblich 779 Euro. Das kann vor teuren Reparaturkosten bewahren.

Bevor man sich der Preisliste mit jedem einzelnen Posten widmet, lohnt ein Blick in die Sonderausstattungspakete mit kooperierenden Zubehörteilen, die dann im Paketpreis lohnenswert sind. Hier ist besonders das Komfortpaket interessant: Es beinhaltet den Parkpiloten mit optischen und akustischen Warnsignalen beim Ein- und Ausparken und ein komplettes Winterpaket mit beheizten Waschdüsen, Scheinwerfer-Reinigungsanlage und beheizbaren Vordersitzen für 793,20 Euro.

Ebenfalls interessant für die Werterhaltung ist die Erweiterung auf DAB+-Radioempfang. Das Angebot für digitale Angebote wird kontinuierlich ausgebaut und es ist ständiger Begleiter auf den täglichen Fahrten mit dem Auto. Der Aufpreis liegt bei 195 Euro und ermöglicht einen rauschfreien Empfang, gerade für die Hörer von klassischer Musik besonders interessant.

Fazit

Der Golf GTE ist auf jeden Fall eine der sportlichen Varianten unter den Hybridfahrzeugen. Mit sicherem Fahrwerk, agilen Beschleunigungswerten und sicher anpackenden Bremsen gehört er mit Sicherheit zur Referenz in der Kompaktwagenklasse. Aufgrund des hohen Eigengewichtes und der unterschiedlichen Fahrmodi sind die Praxis-Verbrauchswerte stark abhängig vom persönlichen Fahrstil.

Addendum:

Artikel aus dem green car magazine Ausgabe V/2017

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N. Hagedorn
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