Praxistest Micro-SUV Suzuki Ignis mit Mild-Hybrid-System

Praxistest Micro-SUV Suzuki Ignis mit Mild-Hybrid-System

13. August 2018 Aus Von nh
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Der Suzuki Ignis ist einer der kleinsten und kompaktesten SUV. Er arbeitet mit einem 1.2-Liter-DUALJET-Hybrid-Benzinmotor. Der Saugmotor leistet 66 kW/90 PS und treibt die Vorderräder an. Das 48Volt Mild-Hybrid-System an Bord nutzt einen integrierten Startergenerator, der durch regeneratives Bremsen Strom erzeugt und in die Lithium-Ionen-Batterie einspeist. Diese Energie wird für das Start-Stopp-System des Motors und für die Beschleunigungsvorgänge genutzt. Neben der Motorisierung fällt das geringe Fahrzeuggewicht von 910 Kilogramm auf, das ebenfalls zu überschaubaren Verbrauchswerten führt. Ein Test im kalten Februar sollte die Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

Der leichte Micro-SUV

Suzuki stellt erstmals einen kompakten, kurzen und sehr leicht gebauten SUV im Programm vor. Nach eigenen Prospektangaben sollte ein frisches Design kombiniert werden mit einer durchzugsstarken Motorisierung. Nach dem Öffnen der Fahrertür sitzt man in einem auf hohe Funktionalität ausgelegten Kleinwagen. Hier gibt es wenig Schörkel und es dominiert ein einfaches und klares Konzept. Ein schlichtes Multifunktionslenkrad mit einer Drehzahl- und Geschwindigkeitsanzeige zentral im Cockpit reichen für die täglichen Ausfahrten. Rechts daneben thront ein übersichtliches Touchdisplay über der Mittelkonsole ab der Ausstattungsvariante „Comfort“ mit vier Hauptmenüpunkten. Am interessantesten ist hierbei die direkte Smartphone-Anbindung zum Display per App. Daneben sind die Hauptmenüpunkte Radio, Telefon und Navigationssystem übersichtlich eingebunden.

Suzuki Ignis - Copyrigth Suzuki

Suzuki Ignis – Copyrigth Suzuki

Eine leicht erhöhte Sitzposition vermittelt schon mal einen guten Überblick nach allen Seiten, der Start erfolgt über den Startknopf neben dem Lenkrad. Das rückwärtige Ausparken wird mit der Rückfahrkamera unterstützt. Ein klassische Fünfgang-Schaltung führt durch den zügigen Auftritt. Die Gänge können alle leichtgängig durchgeschaltet werden. Beim Tritt auf das Gaspedal hängt der Motor am Gaspedal. Bei jedem Antritt lässt sich der Drehzahlbereich ausfahren bis zu circa 6.000 Umdrehungen pro Minute, dabei arbeitet der Motor vergleichsweise ruhig und drehfreudig. Aufgrund des geringen Eigengewichtes neigt der Wagen bei zu starken Beschleunigungen auch gerne mal zum Durchdrehen der Vorderräder. Die Lenkung vermittelt dafür einen spürbaren Widerstand beim Steuern und gibt immer eine effektive Rückmeldung ohne störende Antriebseinflüsse.

In den Kurven gibt kaum Seitenneigungen trotz der großzügigen Bodenfreiheit von 18 Zentimetern. Dafür werden selbst die kleinsten Fahrbahnunebenheiten direkt an die Sitzbänke weiter gegeben. Die Bremsen greifen kräftig zu und lassen das Leichtgewicht zügig zum Stillstand kommen. Beim 1,2 l Saugmotor ohne Turboaufladung liegt die Beschleunigung bei unter 12 Sekunden und das Drehmoment ist mit 120 Newtonmeter überschaubar. Trotzdem vermittelt der kompakte Viertürer hohe Agilität und erinnert noch an die leichten Golfmodelle der ersten Generationen.

Umwelt- und Verbrauchswerte Mild-Hybrid-System

Auch interessant sind die ersten Verbrauchs- und Umweltwerte unter realen Testbedingungen. Dies bescheinigt der ADAC EcoTest. Während des Tests begnügte sich der Suzuki Ignis Hybrid mit 5,2 l/100 km Superbenzin und gab dabei 143 g/km CO2 an die Umwelt ab. Mit diesen Werten kam der Suzuki Ignis Hybrid als bester Benziner auf den achten Platz in der Jahresbilanz. Bei unserem Test können wir die realen Verbrauchswerte zwischen 5 und 6 Litern Superbenzin taxieren bei sehr kühlen Testbedingungen zwischen -5 bis +5 Grad Celsius.

Suzuki Ignis - Copyrigth Suzuki

Suzuki Ignis – Copyrigth Suzuki

Der Automobilclub legt seinem Tests eigene Standards zugrunde. So werden im ADAC EcoTest die Verbrauchs- und Emissionswerte auf einem Prüfstand und bei Fahrtests unter normalen Bedingungen ermittelt. Damit liefert der Test reale Angaben für Verbrauch und CO2-Ausstoß. Neben einem guten Ergebnis bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, erreicht der Suzuki Ignis mit Mild-Hybrid-Systems SHVS (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki) ein sehr gutes Resultat bei den Stickoxid- und Partikel-Emissionen. Der Automobilclub bezeichnete sie als „vorbildlich gering“. Sie liegen aber immer noch über den Prospektangaben nach den alten Testbedingungen.

Sicherheitsaspekte

Im Bereich der Sicherheit wurde der Ignis ohne die in unserem Modell serienmäßigen Sicherheitssysteme mit drei Sternen bewertet. Laut ADAC-Bericht wurden folgende Merkmale konstatiert:“ Im Insassenschutz zeigen die Rückhaltesysteme eine akzeptable Wirkung, doch besteht im Offset-Crash mit 40 % Überdeckung für den Brustbereich des Fahrers ein hohes Verletzungsrisiko. Das Verletzungsrisiko für 10-jährige Kinder ist zum Teil hoch, für 6-jährige im Brustbereich sehr hoch. Es sind Isofix-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen, nicht aber am Beifahrersitz montiert. Der mittlere Sitz hinten ist für bestimmte kleine, gegurtete Kindersitze z.B. von Maxi Cosi und Britax Römer geeignet. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.“

Die Aufwertung auf 5 Sterne erfolgt nur mit den eingebundenen Sicherheitssystemen. In unseren Tests arbeiteten der Notbremsassistent und das Spurhalteassistent zuverlässig und warnten rechtzeitig vor Gefahren. Interessant ist vor allem ein Aspekt der im Stadtbereich für Geschwindigkeiten bis 50 km/h relevant ist, das System „DCBS“ ist mit einer Stereokamera ausgestattet und kann bei Geschwindigkeiten bis 70 km/h den Auffahrunfall vollständig vermeiden.
Aus den oben beschriebenen relevanten Sicherheitsvorteilen ist dieses Paket bei allen Motorisierungen zu empfehlen.

Preise und Ausstattungsvarianten

Der Preis ist in der aktuellen Preisliste zum Testzeitpunkt fixiert auf 17.240 Euro für die gefahrene Mild-Hybrid-Variante. Es gibt diese Motorisierung ausschließlich mit der höchsten Ausstattungslinie „Comfort +“. Dazu gehören sämtliche angebotene Sicherheitssysteme wie eine Dual-Camera mit aktiver Bremsunterstützung, ein Spurhaltewarnsystem sowie eine Berganfahr- und Bergabfahrhilfe. Die Sonderausstattungsmöglichkeiten sind begrenzt und beschränken sich vor allem auf optische Details wie einen zweifarbigen Dachkantenspoiler, Dekor-Sets oder eine Nebelscheinwerterblende.

Fazit

Der neue Suzuki Ignis punktet nicht nur mit einen zeitgemäßes Design, er fährt sich agil und ist prädestiniert für den Kurzstrecken- und Stadtverkehr. Der Motor mit Mild-Hybrid-System passt vom Charakter zum Fahrzeug, die Federung für den Kleinwagen ist hart ausgelegt und überträgt die Unebenheiten ins Innere. Das Angebot an 48-Volt-Mildhybriden wird von Suzuki für PKW mit Benzinmotoren ausgeweitet.

Addendum

Praxistest 02/2018.

Testbericht aus dem green car magazine Ausgabe II/2018.

Bildmaterial: Copyright Suzuki

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