Praxistest Suzuki Baleno Mildhybrid Winter 2018

Praxistest Mild-Hybrid Suzuki Baleno 2018

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Für Suzuki gehört das 48-Volt-Mild-Hybrid-System in diesem Jahr zum festen Repertoire im Klein- und Kompaktwagensegment. Der Baleno lief in der ursprünglichen Fassung mit 3 Karosserievarianten bis zum Jahr 2001 vom Band. Jetzt lässt Suzuki den aktuellen Baleno ausschließlich in der Hatchback-Variante mit 5 Türen bauen. Die Aussichten auf Einsparungen im Verbrauch sind vor allem bei großvolumigen Ottomotoren bei entsprechender Fahrweise erzielbar. Wir testen den 1,2 Liter großen 4-Zylinder-Motor im Kurzstreckenverkehr bei frostigen Außentemperaturen.

Die Versprechen bei Suzuki lauten ordentliche Platzverhältnisse auf wenig Fläche zum kleinen Preis. Und für die Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung dient das Mild-Hybrid-System. In der Basisversion kostet der Baleno mit dem 1,2-Liter-Ottomotor 13.790 Euro. In der Variante mit dem Mild-Hybrid-System sind dann schon 17.590 Euro Listenpreis aufgerufen. Der Mehrpreis basiert in erster Linie auf der Tatsache, dass es diese Version ausschließlich in der hochwertigsten Ausstattungsstufe „Comfort“ gibt. Dazu gehören ein Audio-System mit Smartphone-Anbindung und Navigationssystem, eine Klimaautomatik, ein Lederlenkrad, beheizbare Außenspiegel, eine Xenon-Beleuchtung, 16-Zoll-Aluräder und ein Tempomat mit Abstandsassistent. Insofern bildet das eine komplette und zeitgemäße Ausstattung. Dafür wirkt die Gestaltung des Innenraumes sehr nüchtern und funktional und hat mit dem aktuellen Polo oder Corsa starke Konkurrenten. Die Vordersitze sind ausreichend für den normalen täglichen Gebrauch.

Suzuki Baleno
Suzuki Baleno

Exterieur und Interieur

Äußerlich betont der Baleno mit einer geschwungenen Chromleiste, die den Kühlergrill einfasst und in die Scheinwerfer hinübergleitet, und den betonten Lichtkanten ein eigenständiges Design. Eine leicht nach hinten abfallende Dachlinie und ein Heck mit quadratisch anmutenden Heckleuchten sichern dem Baleno einen markanten Auftritt. Technisch wurde der Baleno überarbeitet und zeigt vor allem im Kurzstrecken- und Stadtverkehr seine Qualitäten. Das Platzangebot ist ausreichend für den Pendelverkehr und auch im Fond stehen den Mitfahrenden bis zu 80 Zentimeter Platz zwischen Vorder- und Rücksitzlehne zur Verfügung. In den Kofferraum passen bis zu 355 Liter Volumen; die umklappbare Rücksitzbank erhöht die Staumöglichkeiten auf bis zu 1085 Liter. Bei den Einkäufen stört die relativ hohe Kofferraumkante beim Be- und Entladen. Dafür entschädigen ein zweiter Boden sowie asymmetrisch zur ebenen Ladefläche umklappbare Rücksitzlehnen (Club-Version) mit Variabilität.

Fahrtests

Für die Kurzstrecken bestens gerüstet, werden dem Baleno bei Langstreckenfahrten und bei mehr Komfort-Ansprüchen die Grenzen aufgezeigt. Starke Bodenwellen oder Schwellen werden holprig und wenig gefiltert an den Innenraum weitergegeben. Die Lenkung ist für die Cityfahrten leichtgängig abgestimmt und für die Langstrecken nicht gerade komfortabel. Im Stadtverkehr kommen die Vorteile des Mild-Hybriden dann auch am effektivsten zum Einsatz. In den typischen kurzen Beschleunigungs- und Bremsphasen kann die gewonnene Energie für den Hybridantrieb direkt wieder eingesetzt werden. Der 1,2-Liter-Benziner läuft kultiviert und ist mit 66 kW (90 PS) ausreichend zügig unterwegs – das erfordert dann aber auch fleißiges Schalten.

Suzuki Baleno Wintertest 2018
Suzuki Baleno Wintertest 2018

Bei den europäischen Modellen wird das Mild-Hybrid-System neben dem Baleno auch im aktuellen Ignis von Suzuki eingesetzt. Die Bezeichnung SHVS als Namenszusatz steht für „Smart Vehicle by Suzuki“. Bei dem Mild-Hybrid-System wird die während der Fahrt erzielte Energie in einer kompakten Lithium-Ionen-Batterie zwischengespeichert und bei Beschleunigungsvorgängen als Schubkraft weitergegeben; rein elektrisch lässt sich das Auto aber nicht fahren. Dafür setzt das Start/Stopp-System schon im Rollbetrieb unter 15 km/h ein. Zusammengefasst erzielt das Mild-Hybridsystem in unserem Praxistest im Durchschnitt einen Verbrauch zwischen 5 und 6 Liter.

Gebaut wird der Baleno mit der neuen Plattform in Indien für den deutschen Markt. Obwohl eine komplett neue Plattform verwendet wird, zeigt sich während der Testfahrten, dass das Fahrzeug in erster Linie für den Kurzstreckenverkehr konzipiert ist. Die erweiterte Sicherheitsausstattung in der Club-Version sorgt auch auf Langstrecken für Entlastung, aber das Fahrwerk ist nicht so komfortabel ausgelegt. Gerade bei der Weitergabe von Bodenwellen spürt man den fehlenden Federungskomfort.

Fazit:

Der Suzuki Baleno in der angebotenen Club-Version mit dem für die Kompaktfahrzeugklasse neuen Mild-Hybrid-System überzeugt mit einer umfassenden Sicherheitsausstattung für die Fahrzeugklasse. Der Antrieb bietet im Kleinwagensegment ausreichenden Fahrkomfort für den Kurzstrecken- und Citybereich. In Zukunft wird Suzuki in weiteren Modellen auf das Mild-Hybridsystem setzen.

Addendum:

Praxistest aus dem Winter 2018 / green car magazine Ausgabe II/2018.

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