Praxistest Mitsubishi Outlander PHEV 2019

Praxistest Mitsubishi Outlander PHEV 2019

18. August 2019 0 Von nh
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Für Mitsubishi ist der Outlander ein Aushängeschild im Vertrieb und entspricht dem aktuellen Zeitgeist. In diesem Jahr wird wohl kein anderer Geländewagen-SUV als Plug-in-Hybrid häufiger zugelassen als der Mitsubishi Outlander PHEV. Für die kommenden Jahre wurde er entsprechend noch einmal im Interieur und beim Antrieb aufgewertet. Wir werfen einen Blick auf die Besonderheiten und Qualitäten im On- und Offroad-Bereich.


Während bei vielen Modellen im Hause von Mitsubishi noch weitreichende Modellwechsel in den kommenden Jahren anstehen, nehmen die Kunden den Outlander PHEV bisher sehr gut an. Die Konkurrenzsituation zum VW Tiguan, Kia Sorento oder Hyundai Santa Fe ist weit gesteckt. Aber immerhin hat sich der Outlander bisher in der Version Plug-in-Hybrid einen festen Platz unter den an der Steckdose aufladbaren SUV gesichert. Das neue Modell aus dem Jahr 2019 ist seit September auf dem Markt ab 37.990 Euro Listenpreis erhältlich und profitiert noch vom Umweltbonus.

Exterieur und Antrieb


Dezent sind die Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild ausgefallen. Der Frontgrill wurde mit einer Wabenstruktur versehen. Er zeichnet sich zudem durch eine modernere Formgebung der LED-Scheinwerfer und einem neuen Dachspoiler zur Verbesserung der Aerodynamik aus.
Unter der Motorhaube wurde die Modelle des nächsten Jahres mit einem effektiveren 2,4-Liter-DOHC-Motor ausgestattet. Dank der Kurbelmechanik und der variablen Ventilsteuerung arbeitet der Motor im Niedrig- und Teillastbereich im sogenannten Atkinson-Zyklus im Hochlastbereich wie ein normaler Otto-Motor. Die Leistung des Verbrennungsmotors liegt bei 4.500 U/min. bei 99 kW (135 PS) und einem Drehmoment von 211 Nm. Er wirkt deutlich ruhiger als im Vorgängermodell; auch die Akustik im Innenraum ist durch bessere Geräuschdämmung wesentlich entspannter.
Beibehalten wurden die zwei verwendeten Elektromotoren. Im Heck ist ein 70 kW (95 PS) starker Elektromotor und vorne ein Generator mit 60 kW (82 PS) im Einsatz. Die Akkukapazität wurde entsprechend leicht auf 13,8 kWh gesteigert. Damit erhöht sich die rein elektrische Reichweite unter optimalen Bedingungen laut Hersteller auf bis zu 54 km. Auch die erzielbare Höchstgeschwindigkeit im einschaltbaren Elektromodus hat sich auf bis zu 135 km/h verbessert.
Der Verbrennungsmotor übernimmt vor allem bei Niedrig- und Teillastbereichen die Aufgabe als Kraftwerk für den Generator, der den Strom für den E-Motor im Heck erzeugt. Sobald man per Kickdown die maximale Leistung anfordert, arbeiten alle Motoren an einem Strang und beschleunigen den zwei Tonnen schweren Outlander in circa 10,5 Sekunden auf 100 km/h. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 170 km/h.
Das originäre Ziel ist die Kombination der Komponenten auf einen konsequent elektrischen Betrieb im normalen Fahrbetrieb. Während der Fahrten im Citybereich und normaler Fahrten auf der Landstraße vernimmt man vorwiegend den ruhigen Ton des Elektroantriebs.

Mitsubishi Outlander PHEV / Copyright Mitsubishi

Modelljahr 2019


Mit dem Modelljahr 2019 will Mitsubishi eine Vielzahl von Nutzern ansprechen. Neben dem traditionell vonseiten des vom Hersteller geförderten Zielpublikums im Reitsportbereich sind auch die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten im Anhängerbetrieb und Offroad für viele Kunden interessant.
Für alle Anwender lässt sich Outlander vielseitig und äußerst individuell einstellen. Das fängt mit dem direkt auswählbaren energiesparenden ECO-Modus an, der sich über eine Drucktaste in der Mittelkonsole auswählen lässt, und setzt sich beim einschaltbaren, reinen Elektromodus zum Beispiel im Stadt- oder Wohnbereich fort.
Erweitert wird das Repertoire an Einstellungen durch die Möglichkeit der Auswahl der Rekuperationsstufe. Am Lenkrad lässt sich die Stufe einstellen. Mit der Erhöhung wirkt der Generator dann als Bremse. Sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wird, erhöht sich der gewonnene Strom. Auf die Bremse kann man beim Outlander nicht ganz verzichten, aber es ergibt sich auch aufgrund des hohen Leergewichtes schon ein spürbares Einsparungspotenzial.

Innenraum


Ein paar Details wurden im Innenraum verbessert. So sind die Sitze etwas komfortabler und bieten deutlich mehr Seitenhalt als beim Vorgängermodell. In der besten Ausführung versprühen die in schwarzem Leder gekleideten Sitze – kombiniert mit gesteppten Türverkleidungen – einen eigenen Charme. Die Auswahl bei den Bedienungselementen wurde nach den Vorstellungen der Kunden neu angeordnet. Alles lässt sich jetzt intuitiver bedienen. Die Instrumentenanzeigen sind farblich stark akzentuiert und sichern ein gutes Ablesen der Werte. Der Touchscreen vom Multimedia-Display in der Mitte erscheint auf den ersten Blick etwas klein, hat aber eine gute Bildschirmauflösung. Dem Trend der Zeit folgend, vertraut Mitsubishi auf die Smartphones der Fahrer. Mittels Apple Carplay oder Android Auto lässt sich das interaktive Navigationssystem einfach direkt nutzen.

Praxistest Mitsubishi Outlander Modelljahr 2019

Testverbrauch


Mitsubishi gibt den theoretischen angegeben NEFZ-Verbrauchswert bei 1,8 Liter Super plus 14,3 kWh pro 100 km an. Da wohl niemand den Akku nach jeweils 100 km Fahrtstrecke wieder für 5 Stunden an der Haushaltssteckdose aufladen wird, ergibt sich, dass bei ausschließlicher Nutzung der Rekuperation 5 bis 7 Liter bei unserem Test im Rahmen der sehr warmen Tagestemperaturen zwischen 10 und 20 °C bei unterschiedlichen Streckenprofilen erzielt wurden. Das ist schon ein moderater Testwert und erübrigt den Dieselmotor.
Wenn man den Elektromodus auf Strombasis häufiger nutzen möchte, ist der in der Serienausstattung enthaltene CHAdeMO-Anschluss interessant. Die Infrastruktur mit Schnellladestationen wächst kontinuierlich im Norden. Wir haben während der Testfahrten zwischenzeitlich verschiedene Anbieter genutzt. Die Aufladung am CHAdeMO-Anschluss bis zu 80 Prozent-Akkuleistung dauert nur 20 Minuten und kann während einer Fahrpause perfekt genutzt werden. Dann lassen sich anschließend die Steckdosen im Auto aus dem Akku speisen.

Outlander als Energielieferant


Im Innenraum bietet der 4,70 m lange SUV als Fünfsitzer ausreichend Platz für alle Insassen. Der Innenraum bietet durchaus Club-Atmosphäre und ist prädestiniert für den Langstreckenbereich. In der von uns gefahrenen „Intro“-Version mit abgesteppten Ledersitzen mit Keder und Kontrastnaht ist eine umfangreiche Serienausstattung enthalten. Technische Details wie eine Rückfahrkamera, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, ein Totwinkelassistent und ein Licht- und Regenassistent lassen den Fahralltag deutlich entspannter bewältigen.
Eine bidirektionale Nutzung des Akkus gehört bei Mitsubishi inzwischen zum Standard und in den höheren Ausstattungsvarianten gehören sogar zwei Steckdosen zum Repertoire des Outlanders. Damit lassen sich locker LED-Leuchten, Elektrogrill oder eine Notebook mobil betreiben. Dies erweitert den Nutzerkreis noch einmal deutlich für Freiberufler, die ihr technisches Equipment fernab von zu Hause bequem nutzen möchten.

Offroad-Modus


Natürlich gibt es für den schweren SUV noch etliche Optionen für den Einsatz im Gelände. Per Knopfdruck in der Mittelkonsole kann direkt auf den permanenten Allradantrieb umgeschaltet werden. Wir haben intensiv auch die Offroad-Eigenschaften vor Ort getestet. Mit dem langen Radstand und der Bodenfreiheit ist das Fahrzeug für die leichten Geländestrecken prädestiniert. Auf sandigen Nebenwegen zum Beispiel im Anhängerbetrieb, auf vom Regen weich gespülten Untergrund und auf schlammigen Pfaden spielt der Outlander seine Allradeigenschaften aus. Auf den von uns ausgewählten Streckenprofilen rund um das Gebiet im Segeberger Forst mit sehr abwechslungsreichen Nebenstrecken auf zerfurchten Waldstrecken bis hin zu unebenen Feldwegen konnte der Allradantrieb exzellent seine Vorteile ausspielen.

Fazit


Der Outlander erfüllt den Trend zum praktischen SUV. Mit erweiterten Offroad-Eigenschaften führt dies zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Er ist gemessen am hohen Leergewicht relativ moderat im Verbrauch und ersetzt damit eine Alternative zu einem vergleichbaren Diesel. Die praktischen Nutzungsmöglichkeiten sind vielseitig und reichen von nutzbaren Steckdosen für mobile Elektrogeräte bis hin zur gebremsten Anhängelast bis zu 1,5 Tonnen.

Addendum

Praxistest Mitsubishi Outlander Modelljahr 2019 aus dem green car magazine.

Berichte über Mitsubishi im green car magazine – hier klicken.

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