'Renault ZOE Bose Edition

Praxistest Renault ZOE Bose Edition 2018

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Im Segment der kleinen Elektroautos bietet der Renault Zoé mit dem großen Akkupaket zurzeit die besten Reichweiten neben dem aktuellen Nissan Leaf. Mit der Aufstockung des Akkupaketes auf 41 kWh lassen sich laut Hersteller 400 km unter optimalen Bedingungen erzielen. Das hat auch schon den Marktanteil an Neuzulassungen im letzten Jahr nach oben schnellen lassen, denn der Zoé gehört zu den beliebtesten Elektroautos.

Die Elektroautos mit einer erzielbaren Reichweite von über 300 km bei guten Bedingungen sind die eindeutigen Favoriten bei den Neuwagen mit reinem Elektroantrieb. Neben dem Premiumanbieter Tesla profitieren vor allem BMW mit dem i3 sowie der neue Renault Zoé bei den Zulassungszahlen. Technisch kommt der Zoé aus französischer Produktion und basiert vor allem auf der Plattform des eingestellten Renault Modus. Das neue 41-kWh-Akkupaket verbraucht vom Platz her das gleiche Volumen wie der schwächere Akku und bringt rund 20 kg mehr Gewicht mit.

Renault ZOE Bose Edition
Renault ZOE Bose Edition

Erfreulich ist auch ein stärkerer Elektromotor mit jetzt 68 kW (92 PS). Dabei ist wie bisher die Höchstgeschwindigkeit auf 135 km/h elektronisch abgeriegelt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h fällt sehr moderat mit 13,2 Sekunden aus. Das Drehmoment in Höhe von 220 Nm steht zwischen 250 und 3.000 U/min zur Verfügung. Ein Anhängerbetrieb ist nicht vorgesehen. Die Ladevorgänge können an den neuen Schnellladesäulen zügig abgearbeitet werden; bei unseren Tests konnten wir die Akkus in gut einer Stunde an den 50-kW-Säulen wieder aufladen.

Ein Blick in die neue Preisliste

Die Bose-Edition ist ein besonderes Ausstattungspaket in der Preisliste für den Renault Zoé. Für exakt 6.000 Euro Aufpreis gegenüber der Grundausstattung gibt es ein ganzes Ausstattungspaket inklusive R-Link mit dem Bose-Sound-System, Digitalradio DAB+ m Z.E. 40 Batterie (anstelle einer 22-kWh-Batterie), Lederpolsterung in Braun mit Sitzheizung vorne, Fahrersitz mit manuell einstellbarer Lendenwirbelstütze, 16-Zoll-Leichtmetallräder und ein eigenes Designpaket. Für die exakte Reiseplanung sorgt beim Zoé eine App, mit der sich Ladesäulen, Ladezeiten und technische Details ablesen lassen. Ein Schmankerl ist zum Beispiel die Innenraumtemperatur per App vor Fahrtantritt einzustellen. Das Gesamtpaket Bose-Edition zielt auf die Kunden ab, die neben der höheren Reichweite auch den Digitalsound in dem ruhigen Auto zu schätzen wissen. Das Interieur ist funktional ausgelegt und mit den Hartplastikoberflächen nüchtern ausgestattet. Der Preis für das Komplettpaket mit dem „Intense“-Paket und der Bose-Edition kostet insgesamt 37.900 Euro. Wie viel Luft im Listenpreis steckt, kann man an der großzügigen Kampagne von Renault sehen. Es gibt zurzeit stattliche 5.000 Euro Nachlass. Darin enthalten sind der staatliche Anteil in Höhe 2.000 Euro und 3.000 Euro vonseiten des Herstellers (Stand Dezember 2017). Damit reduziert sich der Verkaufspreis auf 32.900 Euro.

Wer die umfangreiche Ausstattung noch aufwerten möchte, kann zum Beispiel um eine Mittelarmlehne vorne mit integrierter QI-Ladefunktion für Smartphones für 239 Euro, um eine Kofferraumschale für 49 Euro oder um eine Alarmanlage für 169 Euro ergänzen.

Fahreigenschaften

Fahrtechnisch ist der Zoé noch auf einem einfachen Niveau unterwegs, Rückwärts- oder Vorwärtsgang einlegen und kurz das Gaspedal betätigen und er bewegt sich zügig in den unteren Drehzahlbereichen von der Stelle. Die knapp 1,5 Tonnen Eigengewicht sorgen dann spätestens bei mittlerem oder hohem Tempo für zähes Fahrverhalten. Er ist halt mehr Gebrauchswagen und in erster Linie für den Pendelverkehr zwischen Haushalt und Arbeitsplatz oder die täglichen Erledigungen konzipiert. Aufgrund seiner schmalen Karosserie und dem hohen Aufbau ist er nicht für kurvige Pisten oder sportliches Fahren ausgelegt.

Renault ZOE - Copyright Renault
Renault ZOE – Copyright Renault

Die Frage nach der Reichweite ist wie bei allen Elektrofahrzeugen berechtigt. Bei kühleren Temperaturen während unserer Testphase zwischen 0 und 10 °C Außentemperaturen lagen wir bei Nutzung der Klimaanlage und schonender Fahrweise zwischen 250 und 300 km Fahrtstrecke. Das ist für Pendler ausreichend. Bei strengem Frost mussten wir dann noch einige Abstriche machen. Hier sind dann bei Beanspruchung der Heizung 150 bis 200 km realistischer; der Verbrauch liegt dann auch gerne über 20 kWh pro 100 km.

Im Alltag bietet der Zoé ausreichend Platz für 4 Erwachsene; das Gepäckvolumen ist variabel nutzbar von 338 bis maximal 1225 Liter. Im Alltag stellt sich dann noch die Frage mit der Aufladung. Bei dem großen Akkupaket kann die Aufladung an der heimischen Steckdose bis zu 25 Stunden in Anspruch nehmen. Hier empfiehlt sich dann schon eher eine Wallbox mit Ladeleistungen von 11 oder gar 22 kW pro Stunde. Oder noch schneller, sofern vorhanden, ist eine in der Nähe befindliche 50-kWh-Schnellladesäule. Wir haben diese Variante an der Autobahnraststätte von Tank und Rast genutzt. Nach gut einer Stunde war die Aufladung vollständig durchgeführt.

In diesem Jahr bekommt der Zoé deutliche Konkurrenz. Die neuen Modelle Nissan Leaf oder Hyundai IONIQ mit stärkeren Elektromotoren stellen dann schon neue Maßstäbe dar. Interessant wird sein, wie Renault darauf reagiert. Eines lässt sich aber jetzt schon im Trend erkennen: Das Preis-Leistungsverhältnis bei allen Herstellern von Elektroautos wird deutlich zunehmen und der Verkaufspreis für Neuwagen kontinuierlich sinken.

Fazit:

Der Renault Zoé in der Ausstattungsvariante „Bose Edition“ zielt auf Käufer, die neben einer akzeptablen Reichweite Wert auf ein hochwertiges Soundsystem mit DAB+ Empfang legen. Wer gerne moderat unterwegs ist, kann sich auch mit den überschaubaren Fahreigenschaften anfreunden. Mit der Verkaufsförderung durch den Umweltbonus und der Prämie von Renault wird der Zoé sicherlich im aktuellen Jahr weiterhin im oberen Segment der Zulassungszahlen liegen.

Addendum:

Praxistest Renault ZOE Bose Edition

Titelbild: Copyright gren car magazine

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