Toyota Yaris - Copyrght Toyota

Praxistest Toyota Yaris Hybrid 2018

Facebooktwitter

Toyota setzt schon seit dem Jahr 1997 auf Vollhybridautos im Kfz-Sektor und kann aufgrund der zunehmenden Abgasdiskussionen die Zulassungszahlen laut KBA in Deutschland in 2017 um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Im letzten Jahr wurde die neue Version als Hybridvariante vorgestellt. Wie verhält sich aber der Hybridantrieb im kleineren Fahrzeugformat des Toyota Yaris? Wir testen die aktuelle Variante auf Praxistauglichkeit.

Die optischen Feinheiten zeigen sich schon in der Bicolor-Variante mit einer metallic-blauen Karosseriefarbe, einer abgesetzten schwarzen Dachpartie und individuellen Alurädern. Das Gesamtpaket wirkt vom ersten Erscheinungsbild wie ein gut geformter Kompaktwagen. Gegenüber der Basis-Variante unterscheidet ihn eine eigenständige Plakette am Heck. Der Yaris wird schon seit dem Jahr 2001 für Europa und weitere Länder bei Toyota Motor Manufacturing France in Valenciennes gefertigt. Mit über 3 Millionen gefertigten Yaris ist das Auto eine wichtige Säule für Toyotas Automobilgeschäft.

Toyota Yaris 2018 Praxistest im Winter bei starkem Schneefall
Toyota Yaris 2018 Praxistest im Winter bei starkem Schneefall

Die Überarbeitung des aktuellen Modells wird an zahlreichen Details deutlich. Die Frontscheinwerfer wirken akzentuierter und eine deutlich abfallende Motorhaube bietet eine gute Sicht nach vorne während der Fahrt. Von der Seite setzt eine deutlichere Sicke einen Schwerpunkt im Design. Ebenfalls neu gestaltet wurde das gesamte Heck mit horizontal ausgelegten Rückleuchten und einem ausgewogenen Erscheinungsbild. Bei der Ausstattungsvariante „Style Selection“ werden die Leuchten mit einem eigenen Design hervorgehoben.

Innenraum

Beim neugestalteten Yaris ist im Innenraum der Armaturenträger in schlichtem Schwarz gehalten, das mittlere Display ist einfach und informativ gestaltet. Die Verarbeitung ist ausgewogen und alle Bedienungselemente sind ergonomisch gut erreichbar angeordnet. Dafür fehlen in der zu tief angesetzten Mittelkonsole Ablageschalen für Handys oder Kleinteile. Der etwas hakelig zu bedienende Automatikwahlhebel und eine für den Fahrer etwas versteckt eingebaute Handbremse verdecken teilweise die Tasten für den ECO- und Elektromodus sowie für die Sitzheizung. Die Sitze sind für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr ausreichend komfortabel. Durch die Bauweise ergeben sich ausreichende Kopf- und Beinfreiheiten. Einmal Platz genommen, ergibt sich eine gute Rundumsicht für den Fahrer beim Rangieren und Einparken. Einschränkungen sind beim Kofferraum hinzunehmen. Mit insgesamt 286 Liter Volumen ist er knapp bemessen und die Ladekante ist zum Be- und Entladen etwas hoch geraten.

Der Start des Autos erfolgt noch immer konventionell am Lenkradschloss und dann startet bei geladenem Akku zunächst der Elektromotor. Über den konventionellen Automatikhebel erfolgt die hakelige Schaltung. Während der Fahrten zeigt die Karosserie kaum Auffälligkeiten und ist eher weich abgestimmt, in den Kurven gibt es nur leichte Neigungen und die Lenkung spricht gut an. Der 1,33-Liter-Benzinmotor aus dem Vorgängermodell wurde von einem 1,5-Liter-Motor abgelöst, der laut Hersteller auch den Anforderungen der strengeren Abgasnorm 6c und zukünftigen Zulassungsanforderungen gerecht werden soll. Bei einer Steigerung des Drehmomentes um circa 10 Prozent soll der Verbrauch um bis zu 12 Prozent geringer sein als beim Vorgängermodell.

Kurzstreckentests

Während der Fahrt wirkt das Geräuschniveau bis zum mittleren Drehzahlbereich des Benzinmotors sehr niedrig. Die Geräusch- und Vibrationsneigung ist sehr gering und für die Fahrten im Nahbereich sehr ausgewogen. Während der rein elektrischen Fortbewegung im Stadt- und Nahverkehr bis zu 80 km/h ist allein durch den fast nicht wahrzunehmenden Elektromotor ein entspanntes Fahren möglich. Wenn der Verbrennungsmotor deutlich wahrnehmbar einspringt, wird es natürlich entsprechend lauter und bei starker Beschleunigung sind die hohen Drehzahlen deutlich spürbar. Das ist aber ein Manko aller einstufigen Vollhybridautos von Toyota: Bei hohen Drehzahlen nehmen Geräuschkulisse und Vibrationsneigung zu.

Bei einem Kleinwagen stehen die Langstreckentouren bei hohen Geschwindigkeiten aber auch nicht im Fokus. Und hier im Kurzstreckenbereich beschleunigt er mit 11,8 s von 0 auf 100 km/h ausreichend und schwimmt lässig im Pendelverkehr mit. Wir haben bei milden Winterbedingungen getestet. Die laut Hersteller anvisierten 3,6 Liter Benzinverbrauch konnten wir nicht erzielen. Sie lagen je nach Belastung und eingeschalteten Verbrauchern laut Displayanzeige zwischen 5 und 6 Liter Superbenzin, vorwiegend gefahren im Kurz- und Mittelstreckenbereich ohne Autobahnfahrten. Auch bei höheren Temperaturen wurde das Auto in verschiedenen Fachmagazinen schon getestet und die Werte lagen auch hier bei circa 5 Liter. Im Bereich der Schadstoffbelastung gehört der Yaris eindeutig zu den Klassenbesten. So wurde die Hybridversion bei den ECO-Tests vom ADAC mit 49 von 50 Punkten bewertet.

Den Dieselmotor hat Toyota beim Yaris schon aus dem Programm genommen und setzt weiterhin auf die bewährten Vollhybridautos in der Modellpalette. In puncto Sicherheit gibt es für diesen Kleinwagen eine umfangreiche Ausstattung mit dem Namen Safety-Sense-Paket. Es umfasst den Kollisionsverhinderer sowie einen Spurhalte- und Fernlichtassistenten. Beliebt bei den Kunden ist das Comfort-Paket mit einer zusätzlichen Verkehrszeichenerkennung, einer Komfort-Klimaanlage und einem 4,2 Zoll großen zentralen Display für den Bordcomputer und Rückfahrkamera. Ein Lederlenkrad gehört zum Serienumfang.

Toyota Yaris - Copyrght Toyota
Toyota Yaris – Copyrght Toyota

Preise und Ausstattungen 2018

Toyota setzt mit dem Yaris Hybrid nach dem Facelift auf Kunden, die vermehrt Wert auf Sicherheit und Umweltverträglichkeit legen. Die Performance und Fahrdynamik stehen beim Hybridmodell nicht im Vordergrund, dafür sorgt dann die Sportversion GRMN. Ein Blick auf die Preisliste lohnt sich: Es gibt große Unterschiede bei den Ausstattungsvarianten. Die einfache Basis-Variante startet mit 18.240 Euro. Der oben aufgeführte Yaris Comfort liegt mit den besseren Ausstattungsmerkmalen bei 19.590 Euro. Wer noch Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer und eine Sitzheizung für die Vordersitze haben möchte, kommt bei der Team-Deutschland-Ausstattung auf einen Listenpreis von 19.990 Euro.

Wer sich noch weiter in der Ausstattung und im Design absetzen will, kann auf die Yaris Style Selection wechseln. Im Exterieur wartet das Fahrzeug mit einer Bi-Color-Lackierung auf – mit farblich abgesetztem Dach und Außenspiegeln im Farbton „mysticschwarz“. Eine LED-Beleuchtung mit besonderen Effekten und größere 16-Zoll-Leichtmetallfelgen runden die aufgepeppte Ausstattung ab.

Fazit

Der Yaris bringt gegenüber dem größeren Prius gut 400 kg Gewichtsersparnis. Das spiegelt sich im Benzinverbrauch positiv wider. Aufgrund der fehlenden Fahrstufen wird der er bei hohen Drehzahlen lauter. Gemäß der kompakten Abmessungen ist der Yaris vorwiegend für den Alltags- und Kurzstreckenbereich konzipiert, der gemäß den veröffentlichten Umwelttests in der Presse mit zu den Klassenbesten gehört.

Addendum:

Artikel aus dem green car magazine Ausgabe I/2018

Bildmaterial Copyright green car magazine und Toyota

Mehr Informationen und ausführliche Tests in der aktuellen Druckausgabe. Abo unter

Abonnement

Facebooktwitter