Suzuki Ignis 2020 mit Mild-Hybrid-System im Test

Suzuki Ignis 2020 mit Mild-Hybrid-System im Test

22. Mai 2020 Aus Von Nils Hagedorn
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Der Suzuki Ignis ist der einer der kleinsten und kompaktesten SUV. Er arbeitet mit einem 1.2-Liter-DUALJET-Hybrid-Benzinmotor. Der Saugmotor leistet 66 kW/90 PS und treibt die Vorderräder an. Das Mild-Hybrid-System an Bord nutzt einen integrierten Startergenerator, der durch regeneratives Bremsen Strom erzeugt und in der Lithium-Ionen-Batterie einspeist wird. Diese Energie wird für das Start-Stopp-System des Motors und für die Beschleunigungsvorgänge genutzt. Neben der Motorisierung fällt das geringe Fahrzeuggewicht von 910 Kilogramm auf, das ebenfalls zu überschaubaren Verbrauchswerten führt. Bei frostigen Wintertemperaturen testen wir ihn auf Praxistauglichkeit und werfen einen Blick auf die Besonderheiten.

Suzuki stellte erstmals einen kompakten, kurzen und sehr leicht gebauten SUV in der dritten Generation im Jahr 2016 im Programm vor. Nach eigenen Prospektangaben sollte ein frisches Design mit einer durchzugsstarken Motorisierung kombiniert werden. Wird die Fahrertür geöffnet, sitzt man in einem auf hohe Funktionalität ausgelegten Kleinwagen. Hier gibt es wenig Schnörkel und es dominiert ein einfaches und klares Konzept. Ein schlichtes Multifunktionslenkrad mit einer Drehzahl- und Geschwindigkeitsanzeige zentral im Cockpit reicht für die täglichen Ausfahrten. Rechts daneben thront ein übersichtliches Touchdisplay über der Mittelkonsole – ab der Ausstattungsvariante „Comfort“ mit vier Hauptmenüpunkten. Der interessanteste Fakt ist hierbei die direkte Smartphone-Anbindung zum Display per App. Daneben sind die Hauptmenüpiunkte Radio, Telefon und Navigationssystem übersichtlich eingebunden.

Guter Einstieg durch weit öffnende Türen
Guter Einstieg durch weit öffnende Türen

Der leichte Micro-SUV Mild-Hybrid

Eine leicht erhöhte Sitzposition vermittelt schon mal einen guten Überblick nach allen Seiten; der Start erfolgt über den Startknopf neben dem Lenkrad. Das rückwärts Ausparken wird mit der Rückfahrkamera unterstützt. Eine klassische Fünfgang-Schaltung führt durch den zügigen Auftritt. Die Gänge können alle leichtgängig durchgeschaltet werden. Beim Tritt auf das Gaspedal hängt der Motor am Gaspedal. Bei jedem Antritt lässt sich der Drehzahlbereich bis zu circa 6.000 Umdrehungen pro Minute ausfahren, dabei arbeitet der Motor vergleichsweise ruhig und drehfreudig. Aufgrund des geringen Eigengewichtes neigt der Wagen bei zu starken Beschleunigungen auch gerne mal zum Durchdrehen der Vorderräder. Die Lenkung vermittelt dafür einen spürbaren Widerstand beim Steuern und gibt immer eine effektive Rückmeldiung ohne störende Antriebseinflüsse.

In den Kurven gibt es kaum Seitenneigungen trotz der großzügigen Bodenfreiheit von 18 Zentimeter. Dafür werden selbst die kleinsten Fahrbahnunebenheiten direkt an die Sitzbänke weitergegeben. Die Bremsen greifen kräftig zu und lassen das Leichtgewicht zügig zum Stillstand kommen. Beim 1,2-Liter-Saugmotor ohne Turboaufladung liegt die Beschleunigung bei unter 12 Sekunden und das Drehmoment ist mit 120 Newtonmeter überschaubar. Trotzdem vermittelt der kompakte Viertürer hohe Agilität und erinnert noch an die leichten Golfmodelle der ersten Generationen.

Suzuki Ignis Mildhybrid- Copyright Suzuki
Suzuki Ignis Mildhybrid- Copyright Suzuki

Umwelt- und Verbrauchswerte vom Ignis Mild-Hybrid

Ebenso interessant waren die ersten Verbrauchs- und Umweltwerte unter realen Testbedingungen. Dies bescheinigt der ADAC EcoTest. Während des Tests begnügte sich der Suzuki Ignis Hybrid mit 5,2 L/100 km Superbenzin und gab dabei 143 /km CO2 an die Umwelt ab. Mit diesen Werten kam der Suzuki Ignis Hybrid als bester Benziner auf den achten Platz in der Jahresbilanz. Bei unserem Test können wir die realen Verbrauchswerte bei sehr kühlen Testbedingungen zwischen −5 bis +5 Grad Celsius zwischen 5 und 6 Liter Superbenzin taxieren.

Der Automobilclub legt seinen Tests eigene Standards zugrunde. So werden im ADAC EcoTest die Verbrauchs- und Emissionswerte auf einem Prüfstand und bei Fahrtests unter normalen Bedingungen ermittelt. Damit liefert der Test reale Angaben für Verbrauch und CO2-Ausstoß. Neben einem guten Ergebnis bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß erreicht der Suzuki Ignis mit Mild-Hybrid-Systems SHVS (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki) ein sehr gutes Resultat bei den Stickoxid- und Partikel-Emissionen. Der Automobilclub bezeichnete sie als „vorbildlich gering“. Sie liegen aber immer noch über den Prospektangaben nach den alten Testbedingungen.

Markante Front Ignis 2020
Markante Front Ignis 2020

Sicherheitsaspekte

Im Bereich der Sicherheit wurde der Ignis ohne die in unserem Modell serienmäßig verbauten Sicherheitssysteme mit drei Sternen bewertet. Laut ADAC-Bericht wurden folgende Merkmale konstatiert: „Im Insassenschutz zeigen die Rückhaltesysteme eine akzeptable Wirkung, doch besteht im Offset-Crash mit 40 Prozent Überdeckung für den Brustbereich des Fahrers ein hohes Verletzungsrisiko. Das Verletzungsrisiko für 10-jährige Kinder ist zum Teil hoch, für 6-jährige im Brustbereich sehr hoch. Es sind Isofix-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen, nicht aber am Beifahrersitz montiert. Der mittlere Sitz hinten ist für bestimmte kleine, gegurtete Kindersitze zum Beispiel von Maxi Cosi und Britax Römer geeignet. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.“

Die Aufwertung auf 5 Sterne erfolgt nur mit den eingebundenen Sicherheitssystemen. In unseren Tests arbeiteten der Notbremsassistent und das Spurhalteassistent zuverlässig und warnten rechtzeitig vor Gefahren. Interessant ist vor allem ein Aspekt der im Stadtbereich für Geschwindigkeiten bis 50 km/h relevant ist. Das System „DCBS“ ist mit einer Stereokamera ausgestattet und kann bei Geschwindigkeiten bis 70 km/h den Auffahrunfall vollständig vermeiden.
Aus den oben beschriebenen relevanten Sicherheitsvorteilen ist dieses Paket bei allen Motorisierungen zu empfehlen.

Neue Preise und Ausstattungsvarianten

Nach der Markteinführung gab es die Hybridversion nur in der höchsten Ausstattungsstufe. Der hohe Preis hat wohl einige Käufer zögern lassen. Jetzt gibt es schon den flotten Mild-Hybrid ab der Club-Variante in der aktuellen Preisliste zum Testzeitpunkt für 14.750 Euro. mit der höchsten Ausstattungslinie „Comfort +“ sind 17.240 Euro zu bezahlen. Dazu gehören sämtliche angebotene Sicherheitssysteme wie eine Dual-Kamera mit aktiver Bremsunterstützung, ein Spurhaltewarnsystem sowie eine Berganfahr- und Bergabfahrhilfe. Die Sonderausstattungsliste ist übersichtlich und beschränkt sich vor allem auf optische Details wie aufwendige Sonderlackierungen.

Fazit

Der Suzuki Ignis ist als Benziner mit Mild-Hybridsystem optimiert für den Einsatz im Kurzstrecken- und Stadtverkehr. Der Motor mit Mild-Hybrid-System passt vom Charakter zum Fahrzeug; die Federung für den Kleinwagen ist sportlich hart ausgelegt und überträgt die Fahrbahnbeschaffenheit ins Innere. Das Angebot an Mild-Hybriden wird von vielen Herstellern für Pkw mit Benzinmotoren ausgeweitet.

Addendum

Wintertest für das green car magazine

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