Test Hyundai Kona Elektro Facelift 2021

Test Hyundai Kona Elektro Facelift 2021

4. September 2021 0 Von N. Hagedorn
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Hyundai setzt im Kona-E seit dem Modelljahr 2020 auf größere Akkupakete und damit bessere Reichweiten im Alltag. Damit stellten sich die ersten Erfolge mit 14.008 verkauften E-Konas im letzten Jahr ein. Neben den Kurzstrecken bietet der runderneuerte kompakte SUV mit dem leichteren Ein- und Ausstieg und der leicht erhöhten Sitzposition eine zeitgemäße Übersichtlichkeit und genügend Platz für längere Touren in den Urlaub. Mit dem Facelift für 2021 gab es noch einige optische und technische Updates. Im Sommertest mit dem großen 64-kWh-Akkupaket haben wir die Langstreckentauglichkeit unter die Lupe genommen.

Eines der „Totschlagargumente“ gegen die Elektromobilität ist in der Vergangenheit immer die mangelnde Reichweite gewesen. Selbst die deutschen Fahrzeughersteller waren bisher sehr verhalten zum Thema Elektroauto. Mit dem Vorreiter Tesla und den inzwischen gestiegenen Kapazitäten zur Herstellung von größeren Akkupaketen rückt dieses Argument zunehmend in den Hintergrund. Hyundai setzte mit dem Kona E ein paar interessante Vorgaben im Wettbewerb. Der Elektromotor leistet 150 kW/204PS und verfügt über ein Drehmoment von 395 Newtonmeter. Damit beschleunigt der gut 1,8 Tonnen schwere Kona in der besten Ausstattungsvariante Premium in unter 8 Sekunden von Null auf 100km/h. Noch wichtiger für die Langstrecke sind die Beschleunigungswerte bei Überholvorgängen und hier schafft er den Spurt von 80 auf 120 km/h in circa 4,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch abgeregelt bei 167 km/h. Damit sind die technischen Fahrleistungen für den Langstreckeneinsatz prädestiniert.

Facelift 2021

Der gefragte Kona wurde nun leicht optisch aufgewertet mit einer geglätteten Front sowie LED-Tagfahrleuchten und Voll-LED-Scheinwerfer mit einer neuen Optik. Auch am Heck wurde die Schürze und das untere Rücklicht leicht umgestaltet. Im Innenraum fällt das neue 10,5 Zoll große voll digitale Instrumentendisplay ins Auge. Die Smartphoneanbindung für das Apple- oder Android-Handy ist optional per Funk möglich. Und auch für die Gäste im Fond wurde eine USB-Ladebuchse ergänzt.

Hyundai Kona Elektro Facelift 2021 - Copyright Hyundai
Hyundai Kona Elektro Facelift 2021 – Copyright Hyundai

Erst einmal Platz nehmen im neuen Cockpit. Ablagefächer sind in den Türen unter der Mittelkonsole und in der Mittelarmlehne eingebunden, Getränkehalter sind doppelt in der Mittelkonsole und in der hinteren Mittelarmlehne vorhanden. Die Premium-Ausstattung lässt technisch kaum noch etwas vermissen: ein komplettes Audio- und Navigationssystem mit AUS- und USB-Anschlüssen, ein 8-Zoll-Touchscreen-Farbmonitor über der Mittelkonsole sowie eine ganze Armada von Assistenzsystemen, angefangen von der adaptiven Geschwindigkeitsregelung bis zur Traktionskontrolle und der Verkehrszeichenerkennung für Tempolimits. Selbst wenn ein Passant einmal unvorhergesehen zum Beispiel vor dem Bus die Straße überquert, schreitet der Notbremsassistent deftig in den Notbremsmodus um und bringt den Kona Elektro autonom zum Stillstand.

Eindeutige Bedienelemente

Während die technischen Features beim südkoreanischen Hersteller punkten, wirkt das Interieur eher zweckmäßig und nüchtern. Ergonomisch gut platzierte Schalter lassen schon nach dem Start per Knopfdruck die erste Besonderheit ins Auge fallen: Statt eines Automatikwahlhebels wird per Knopfdruck vorwärts oder rückwärts gewählt. Bei starkem Lichteinfall sind die gelben LED-Anzeigen schlecht gekennzeichnet. Hier sollten lieber die sonst üblichen gut erkennbaren blauen LED eingesetzt werden. Also einfach mal den Rückwärtsgang wählen und dann mit den Sensoren einfach ausparken. Sollte sich unbemerkt noch ein Fahrzeug von der Seite nähern, setzt der Querverkehrswarner ein entsprechendes akustisches Signal. Und danach kommt der Fahrspaß richtig zum Tragen. Wenn man seine Einstellungen zum E-Auto erst einmal verinnerlicht hat, kann man die beeindruckende Fortbewegung im Kona genießen. Vorausschauender Fahrstil, gut dosierte Rekuperation und ein Infotainment mit allen wichtigen Informationen zur Energierückgewinnung lassen Fahrer und Insassen entspannt über die Fahrbahn gleiten.

Hyundai Kona Elektro Facelift 2021 - Copyright Hyundai
Hyundai Kona Elektro Facelift 2021 – Copyright Hyundai

Laden in weniger als einer Stunde

Die Ladenetze werden hier im Norden weiter ausgebaut. Und entlang der Autobahn A7 sind die Ionity CCS-Charger ein guter Anlaufpunkt für zügige Ladevorgänge. Der Lithium-Polymer-Akku hat eine Gesamtkapazität von 64 kWh mit Thermomanagement. An dem CCS-Charger konnten wir bei einer Restkapazität von 10 % die Aufladung bis zu 80 % in 45 Minuten umsetzen. Wer auf eine Wallbox in der Garage Zugriff hat, kann die Aufladung über Nacht realisieren. Für die Aufladungen am nächstgelegenen Möbelhaus oder Einkaufszentrum kann dann zumindest mit der Ladekarte per RFID-Chip eine Stromspende geladen werden.

Das SUV-Format wird sich auch bei den Elektroautos als wichtiges Segment durchsetzen. Die bisher bekannten Vorteile mit dem leichten Ein- und Ausstieg inklusive einer erhöhten Sitzposition, einer guten Übersichtlichkeit und ausreichenden Platzverhältnissen sprechen für den aktuellen Kona. Die Reichweite kann im Idealfall bis zu 449 Kilometer betragen. Bei realistischen Bedingungen sind nach unseren Eindrücken bei vollständiger Aufladung im Sommer 350 Kilometer in der Stadt und auf der Landstraße erzielbar. Die idealen Voraussetzungen sind gegeben mit der Installation einer Wallbox in der eigenen Garage oder im Carport. Die Preise für die Heimlader sind inzwischen durch den zunehmenden Konkurrenzdruck deutlich gesunken.

Die Fahrfreude kann auch in einer wichtigen Disziplin umgesetzt werden. Die Einsparung des Stromverbrauchs wird über die einstellbaren Rekuperationsstufen beeinflusst. Die Nutzung der verschiedenen Stromsparstufen kann auch im großformatigen SUV zum moderaten Stromverbrauch von bis zu 15 kWh herunterdrosseln. Der ECO-Modus ist für die Fahrten im Citybereich ausreichend. Noch sparsamer wird es im Modus ECO+, der Verzicht auf die Klimaanlage und die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h kann auch mal im Sommer gute Dienste leisten. Und wer nicht auf den Fahrkomfort oder die Fahrdynamik verzichten will, schaltet direkt auf den Modus Comfort oder Sport auf den Autobahnen.

Neue Preisliste 2021

Seit Juli 2021 gibt es den Hyundai Kona Elektro mit dem großen Akkupaket nur mit den drei wählbaren Ausstattungsvariante Select, Trend und Prime-Paket.
Das Select-Paket beinhalte die Zentralverriegelung mit dem Smart-Key-System, die Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, den Notbremsassisten und die adaptive Geschwindigkeitsregelung. Erst ab der Version Trend ist auch eine Wärmepumpe serienmäßig, die die Wärme der Außenluft und Antriebskomponenten zur Energieeinsparung nutzt. In dem von uns getesteten Prime-Paket wird ausschließlich gehören elektrisch einstellbare Sitze zur Serienausstattung.

Die Individualisierung der Ausstattung gehört nicht zu den Stärken von Hyundai, man muss sich also für das passende Ausstattungspaket entscheiden. Als Zusatzausstattung gibt es für das Trend- und Prime-Paket ein Glas-Schiebedach als Extra für 600 Euro Aufpreis und eine Zweifarben-Dachlackierung als Option für exakt den gleichen Zuschlag. Ansonsten sind noch diverse Metallic-Farbtöne wählbar.
Neben der getesteten Version gibt es auch noch eine für die Kurzstreckenfahrer: die mit dem kleineren 39,2 kWh Lithium-Polymer-Akku ausgestattete Version mit einem 100 kW (136 PS) Elektromotor. Der Einstiegspreis startet bei 35.650 Euro. Für dies Basismotorisierung gibt es ausschließlich die beiden wählbaren Ausstattungsvarianten Select und Trend.

Insgesamt wirkt der Hyundai sehr konventionell. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass es neben der Elektrovariante auch die herkömmlichen Versionen mit Verbrennungsmotor gibt. Die einzelnen Funktionen werden in erster Linie über Knöpfe und Drehregler angesteuert. Die Mittelkonsole und das Multifunktionslenkrad sind mit den tradierten Tasten bestückt. Der Vorteil liegt darin, dass der Umstieg vom Verbrenner auf das Elektroauto auch für Traditionalisten einladend wirkt. Schlichte Funktionalität steht beim Kona auf der Tagesordnung.

Fazit

Der Kona ist in der Konzeption und Struktur ein mit vielen Assistenzsystemen ausgestattes SUV. Es gibt genügend Fahrspaß auf der Langstrecke, im Sportmodus bietet er auch Potenzial für die kurzweiligen Autobahnfahrten. Sollte es dann einmal eng mit den Stromreserven werden, kann mit dem ECO+-Modus die nächstgelegene Ladestation angefahren werden. Der Kona mit dem großen Akkupaket ist in seinem Preissegment ein SUV-Fahrzeug für den Mittelstreckenbereich.

Addendum

Praxistest aus dem Sommer 2021.

Bildmaterial Copyright Hyundai

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