Zum Inhalt springen
Start vom Dieselfahrzeug. Quelle: © Ingo Bartussek @ Fotolia.com

Wann kommt das Verbrenner-Verbot?

Schon seit Jahren kurbelt der deutsche Staat den Elektroauto-Markt an, indem er die Anschaffung von E-Autos subventioniert. Der mittelfristige Plan ist ein vollständiger Verbrenner-Ausstieg. Doch wann könnte es zu einem kompletten Verbot von Benzinern und Diesel-Fahrzeugen kommen und mit welchen Folgen müssen betroffene Fahrzeughalter rechnen?

Verbrenner-Verbot auf Klimakonferenz beschlossen

Mehr als 20 Länder einigten sich auf der Klimakonferenz in Glasgow darauf, dass weltweit ab spätestens 2040 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge verkauft werden sollen. Selbst Automobilhersteller wie Mercedes hatten sich an dieser Initiative beteiligt. Staaten wie die Niederlande oder Norwegen gehen sogar einen Schritt weiter. Dort sollen bereits ab 2025 bzw. 2030 keine Verbrenner mehr in den Neuzulassungsstatistiken auftauchen.

In Deutschland setzen sich die Grünen für ein Verbrenner-Verbot ab spätestens 2030 ein. Es ist somit nicht unwahrscheinlich, dass auch in dem Autoland Deutschland bald ein Neuzulassungsverbot für nicht-emissionsfreie Fahrzeuge beschlossen wird.

Fahrverbotszonen und ihre Folgen

In einigen Regionen könnten Verbrenner sogar noch schneller aus dem Stadtbild verschwinden. Seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals wurden in mehreren deutschen Städten Fahrverbotszonen für bestimmte Benziner- und Diesel-Fahrzeuge eingerichtet. Ziel der Fahrverbote war es, die Einhaltung der EU-weit geltenden Emissionsgrenzwerte sicherzustellen.

In Berlin sprachen sich Vertreter des Berliner Senats in der Vergangenheit sogar für ein komplettes Verbrenner-Verbot innerhalb des S-Bahn-Rings der Hauptstadt aus. Aber auch in anderen deutschen Städten könnte es zu großflächigen Verbrenner-Verboten kommen, noch bevor es eine bundesweite Regelung dafür gibt.

Neben den Fahrverbotszonen für Diesel und Benziner könnten auch die stetig steigenden Spritpreise künftig zu hohen Wertverlusten von gebrauchten Verbrennern führen. Laut Experten sollen die Benzinpreise unter anderem wegen der steigenden CO2-Bepreisung mittelfristig auf mehr als 2 Euro pro Liter steigen. Ein solcher Preisanstieg führt dazu, dass es für viele Verbraucher immer unattraktiver wird, einen Benziner oder Diesel zu fahren.

Dieselskandal sorgte bereits für eine sinkende Nachfrage nach Verbrennern

Nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals 2015 haben bereits zahlreiche Menschen das Vertrauen in Verbrennerfahrzeuge verloren. Infolgedessen ist die Nachfrage nach nachweislich manipulierten Dieselfahrzeugen stark eingebrochen. Betroffene Fahrzeughalter müssen damit rechnen, dass ihr Skandal-Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt deutlich weniger einbringt als ein vergleichbares, nicht manipuliertes Auto. Selbst der aktuell herrschende Gebrauchtwagen-Boom aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Neufahrzeugen kann an diesem Trend nichts ändern.

Schuld an dem Wertverlust ist unter anderem die Unvorhersehbarkeit mittelfristiger Folgen durch durchgeführte Software-Updates. Obwohl diese Updates eigentlich nur die Abgasreinigung normalisieren sollten, klagen betroffene PKW-Halter nach der Durchführung der Software-Aktualisierung nicht selten über Motorprobleme oder einen erhöhten Kraftstoffverbrauch.

Da die Hardware der Abgasskandal-Autos jedoch meist nicht für eine gesetzeskonforme Abgasreinigung ausgelegt ist, kann ein verändertes Abgasverhalten unter anderem zu verstopften Partikelfiltern führen, die wiederum schlimmere Schäden hervorrufen.

Diesel-Manipulation rechtfertigt Schadensersatzansprüche

Verbraucher können sich zwar nicht gegen eintretende Wertverluste aufgrund steigender Spritpreise oder gegen zukünftige Fahrverbotszonen wehren. Dennoch lassen sich aufgrund des Dieselskandals Schadensersatzansprüche durchsetzen. Schließlich hätten die Fahrzeughalter ihre manipulierten Autos sicherlich nicht zu den gleichen Konditionen gekauft, hätten sie von dem Skandal gewusst.

Es besteht daher die Möglichkeit, das Diesel-Fahrzeug an den entsprechenden Hersteller zurückzugeben und eine finanzielle Entschädigung zu erhalten, die sich am Kaufpreis orientiert. Wer rechtsschutzversichert ist, hat in der Regel kein Kostenrisiko zu befürchten, da die Versicherungen die Prozesskosten in vielen Fällen übernehmen. Alternativ kann auf die Dienste eines Prozesskostenfinanzierers zurückgegriffen werden. Dieser übernimmt die vollen Verfahrenskosten und bezieht lediglich im Erfolgsfall einer Klage eine vorab definierte Provision.

Titelbild – Start vom Dieselfahrzeug. Quelle: © Ingo Bartussek @ Fotolia.com

Gastbeitrag von RA Goldenstein

Schlagwörter:
Translate »