Daumen hoch – Tramping wird dank Mitfahrbänken wieder modern

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Das Daumentaxi wird wieder modern: Neben Apps für Mitfahrgelegenheiten kommen besonders im ländlichen Bereich vermehrt sogenannte Mitfahrbänke zum Einsatz. Besonders für ältere Personen, welche kein Smartphone besitzen oder nicht auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sein wollen oder können, ist diese Art des Trampens mittels Mitfahrbank eine ganz besondere Lösung. Aber auch offizielle Trampstellen bieten den Trampern eine gute Gelegenheit, die passende Mitfahrgelegenheit zu finden.

Die Mitfahrbänke, die meist an befahrenen Straßen stehen, gibt es schon in einigen Ortschaften in Deutschland. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer eine Mitfahrgelegenheit zu bestimmten Orten sucht, kann sich einfach auf die Bank setzen und mittels Schildern oder Karten auf eine Reisegelegenheit warten. Bei manchen Mitfahrbänken sind auch Schilder angebracht, mit denen die Reisewilligen anzeigen können, wohin sie gerne fahren möchten. An anderen Bänken ist mittels Sitzen auf der Bank schon das Interesse bekundet, mitgenommen zu werden. Meist sind die Mitfahrbänke aber für kürzere Strecken, zum Beispiel in die nächste größere Stadt oder zu einer Einkaufsmöglichkeit gedacht.

Erfunden wurde das Prinzip der Mitfahrbänke übrigens in der Eifel – genauer im Kreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Seit dem Jahr 2014 werden dort die vom „Netzwerk Mobilität in der Verbandsgemeinde Speicher“ erfundenen Mitfahrbänken genutzt. Mittlerweile stehen rund zwölf Bänke in der Gemeinde. Doch ist der Mitfahrende auch im Falle eines Unfalls geschützt? Wie die Versicherung HUK-COBURG mitteilt, sind eventuelle Schadenersatzansprüche des Mitfahrers gedeckt, da für jedes zugelassene Fahrzeug eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss. Und in dieser sind auch die Haftpflichtansprüche (nicht nur Personen-, sondern auch Sachschäden) Dritter versichert. Der Autofahrer selbst ist durch seine Kfz-Haftpflichtversicherung ebenfalls von allen Ansprüchen freigesprochen – die Versicherung übernimmt also im Schadensfall die Kosten. Somit steht dem Mitnehmen von Personen versicherungstechnisch nichts im Wege.
Die Voraussetzung für die Errichtung der Mitfahrbänke ist aber eine gewisse Akzeptanz. Ein Hindernis ist sicherlich die Überwindung, zu fremden Personen in ein Fahrzeug zu steigen, weiß man doch schließlich nie, bei wem man landet – oder ob man überhaupt mitgenommen wird. Erfahrungsgemäß kann die Wartezeit auf den Bänken recht lang werden; ausreichend Zeit sollten die Wartenden daher auf jeden Fall mitbringen.

Offizielle Trampstellen

In den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen ist das Trampen schon. Schuld daran sind wohl die vielen Möglichkeiten zum gewünschten Ziel zu kommen: Der öffentliche Nahverkehr, das eigene Auto oder Carsharing und Taxidienste sind in den meisten Gebieten so weit vertreten, dass Trampen eigentlich nicht mehr notwendig ist. Doch das Abenteuer, welches bei Trampingausflügen an der Tagesordnung ist, kann eine einfache Busfahrt sicher nicht hergeben und so gibt es seit Kurzem wieder mehr, meist jüngere Leute, die sich für eine Reise mit dem hochgehobenen Daumen an den Straßenrand stellen.

In Deutschland und in vielen europäischen Städten ist Trampen durchaus erlaubt und so bieten seit Kurzem einige Städte offiziell sogenannte Trampstellen an. Das System kommt eigentlich aus den Niederlanden: Die sogenannten Liftershalte sind offizielle Stationen für Tramper, um Mitfahrgelegenheiten zu suchen. Die Chance, hier eine Mitfahrgelegenheit zu finden, ist deutlich höher als an anderen Plätzen, da die Niederländer die Trampstellen gut akzeptiert haben. In Deutschlands nördlichstem Bundesland Schleswig-Holstein ist in Kiel im Jahr 2016 die bundesweit erste offizielle Trampstelle eröffnet worden. Hier standen die Tramper oft direkt an den viel befahrenen Autobahnausfahrten und liefen durch die Mitnahme Gefahr, Verkehrsbehinderungen auszulösen. Die neue Trampstelle bietet endlich die Möglichkeit, dass die Autofahrer gezielt und abseits vom Verkehr für die Tramper anhalten können, was deutlich mehr Sicherheit für Tramper und Autofahrer bedeutet.

Addendum

Artikel aus dem green car magazine.

Titelbild: Trend Mitfahrbank – Copyright green car magazine

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