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Toyota C-HR Hybrid - Copyright green car magazine

Toyota C-HR Hybrid

Toyota betritt neue Pfade im Designbereich. Nach den Ankündigungen weg von einem langweiligen Design lässt der Hersteller Taten folgen. Mit dem C-HR Hybrid hat Toyota ein neues Layout vorgestellt, das mit einigen interessanten Aspekten von außen und innen garniert ist. Wir testeten die Hybridvariante mit 122 PS (90 kW) Systemleistung in der Ausstattungsvariante „Flow“.

Toyota wirbt mit einer neuen Designrichtung. Der Crossover-SUV steht auf einem soliden Fundament mit herausgehobenen Radkästen und schließt nach oben mit einer leichter erscheinenden Coupéform ab. Unterstützt wird die Form durch lichtbrechende und formgebende Kanten. Gegenüber dem Prius eine sehr gefällige Formgebung, die ein breiteres Publikum ansprechen soll. Der kompakte Geländewagen überzeugt auch bei den inneren Werten: Nach dem Einstieg gibt es im Konsolenbereich eine stimmige Linienführung, die sich über das gesamte Armaturenbrett erstreckt. Eine höher geführte Mittelkonsole mit einem ausreichend großen Touchscreen als Kommandozentrale rundet die Formgebung ab. Nichts ist unmöglich bei Toyota. Vom Design auf den ersten Blick spricht der C-HR tatsächlich ein jüngeres, urbanes Publikum an und tatsächlich sind ja alle SUV-Ableger nach wie vor sehr weit vorn in der Fahrergunst.

Toyota C-HR Hybrid - Copyright green car magazine

Toyota C-HR Hybrid – Copyright green car magazine

Die Sitze sind mit einer guten Seitenführung und diversen Einstellmöglichkeiten versehen. Der Blick streift über die angedeuteten Diamantmuster am Dachhimmel und in den Türtafeln. Bei allen Designdetails im Innenraum fallen einem nur die knappen Ablagemöglichkeiten auf: Wenn die beiden obligatorischen Becherhalter besetzt sind, wird es schon ein wenig knapp für das Smartphone. Die hinteren Sitzplätze sind über die in die C-Säule integrierten Türöffner zu erreichen. Hier auf den Rücksitzen sind die Fensterausschnitte aufgrund der Formgebung sehr klein ausgefallen. Das ist ärgerlich für den Nachwuchs, da er nicht einmal aus dem Fenster schauen kann.

Toyota C-HR Hybrid - Copyright green car magazine

Toyota C-HR Hybrid – Copyright green car magazine

Auffallend umfangreich sind die technischen Lösungen, die bereits in einigen Ausstattungsvarianten integriert sind. Zur Vermeidung von Kollisionen kooperieren ab einer Geschwindigkeit von 10 km/h eine Kamera und ein Millimeterwellenradar zur kontinuierlichen Abstandmessung zu Fahrzeugen und Personen miteinander. Bei Gefahr wird optisch und akustisch die Warnung an den Fahrer weitergegeben. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage regelt automatisch die Geschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. In unseren Tests haben wir dieses Tool fast ausschließlich auf Autobahnen eingesetzt. Bei längeren Fahrten ist es auf jeden Fall zu empfehlen.
Der Spurhalteassistent orientiert sich an den Fahrbahnmarkierungen und ist immer besonders zu beachten. Der Assistent sollte nur bei gut markierten Fahrbahnen eingesetzt werden. Wer sich das manuelle Auf- und Abblenden bei Dunkelheit ersparen möchte, ist mit dem Fernlichtassistenten gut ausgerüstet, da das System Scheinwerfer und Rückleuchten vorausfahrender und entgegenkommender Fahrzeuge erkennt. Ein immer häufiger beworbenes Detail bei allen Herstellern sind die Parkassistenten zum Einparken. Bei diesem Auto mit Rückfahrmonitor ist dies aber nicht unbedingt erforderlich und ist auch nur per Aufpreis oder in der Lounge-Ausstattung serienmäßig erhältlich.

Hybridantrieb und Fahreigenschaften

Der Hybridantrieb basiert im aktuellen C-HR auf einem 1,8-l-Vierzylinder-Motor, gekoppelt mit 2 Elektromotoren mit unterschiedlichen Aufgaben: Einer arbeitet in erster Linie als Generator zur Speisung des Nickel-Metallhydrid-Hybrid-Akkus. Der zweite Elektromotor mit 53 kW Leistung und 163 Nm Drehmoment dient als Antriebsaggregat und wird je nach Betriebsmodus als alleiniges oder unterstützendes Aggregat eingesetzt. Das einstufige Automatikgetriebe mit fester Übersetzung leistet ein etwas leidenschaftsloses Fahrgefühl. Hier lässt sich nur über das Gaspedal der Fahrstil beeinflussen. Die dynamische äußere Erscheinung wird durch eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in ca. 11 Sekunden eingebremst. Wählbar ist neben der normalen Fahrstufe eine Zusatzoption für Bergabfahrten, in der die Motorbremse einbezogen wird. Insgesamt ist die kommode Fahrweise ein Widerspruch zur sportlichen Erscheinung.

Die guten Ansätze im Design sollten einfach in der Motorisierung und dem Getriebe ihre Fortsetzung finden, dann wäre die Gegenliebe auf jeden Fall größer. Was bleibt, ist ein optisch und technisch ausgereiftes Auto, das sicher seine Käufer finden wird. Alltagstauglich und mit einem soliden Kofferraum mit 377 Liter angenehm großzügig ausgestattet ist er auf jeden Fall für den urbanen Alltag gerüstet. Er ist sparsam im Kraftstoffverbrauch und hat im strengen Winterbetrieb bei unseren Tests 4 bis 6 Liter Super/100 km verbraucht.

 

Zubehör und Sonderausstattungen

Wie bei den anderen Modellen sind individuelle Ausrüstungen bei Toyota nur in beschränktem Umfang möglich; die technische Ausstattung ist durch die gewählte Ausstattungsvariante vorgegeben. Während es noch eine überschaubare Anzahl an Lackfarben gibt, beschränkt sich die restliche Auswahl wesentlich auf eine vorgegebene Lederausstattung für 590 Euro und ein LED-Scheinwerferpaket für 890 Euro sowie einigen Zierleisten.

Addendum

Quelle: Testbericht aus dem green car magazine II / 2017

Herstellerseite:
https://www.toyota.de/automobile/c-hr/index.json

N. Hagedorn
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