Navigationssysteme im Auto

Navigationssysteme im Auto

18. Juli 2017 Aus Von Nils Hagedorn
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Integrierte Navigationssysteme im Auto sind oft nicht im Basismodell eines Fahrzeuges vorhanden, sondern müssen meist aufpreispflichtig zusätzlich bestellt werden. Dazu sind sie oft deutlich teurer als mobile Navigationsgeräte oder sogar Apps auf dem Smartphone; sie können oft aber auch mit deutlich mehr Leistung und Zusatzfunktionen punkten. Wir erklären, was eine gute Navigationssoftware im Auto auszeichnet.

GPS und Sensoren

Mobile Navigationsgeräte werden nur vom Global Positioning System (GPS) gestützt, integrierte Navigationssysteme sind dagegen mit zahlreichen Sensoren und Assistenzsystemen im Auto verbunden; zudem ist der GPS-Empfang eingebauter Navigationssysteme durch die im Auto eingebauten Antennen deutlich stärker und auch bei fehlendem GPS-Empfang kann die Position des Autos durch im Auto verbaute Sensoren bestimmt werden.

Hersteller

Während manche Autohersteller wie Mercedes, Hyundai oder Toyota auf namhafte Hersteller von Navigationssystemen wie Garmin oder TomTom setzen, haben andere Autohersteller Eigenentwicklungen verbaut, welche speziell auf die Autos der Marke abgestimmt sind. Diese markenspezifischen Navigationssysteme sind oft deutlich teurer als die Systeme bekannter Hersteller. Audi beispielsweise bietet für den Audi A3 e-tron sein eigenes Navigationssystem in der exklusiven Ausführung für einen Preis von 2.490 Euro an, während im Volkswagen e-Golf das herstellereigene Navigationssystem „Discover Pro“ zur Serienausstattung zählt.

Welche Funktionen sollte das Navigationssystem besitzen?
Um einen Stau oder zähe Verkehrsflüsse umfahren zu können, ist es wichtig, dass Verkehrsinformationen online und in Echtzeit abgerufen werden. So können Beeinträchtigungen rechtzeitig erkannt und bei Bedarf umfahren werden. Diese Funktion ist bei den meisten festverbauten Navigationssystemen vorhanden, kann aber auch kostenpflichtig sein. So bieten manche Hersteller den Service der kostenfreien Nutzung der „Live Traffic Information“ nur für einen bestimmten Zeitraum – oft drei Jahre – an; danach ist dieser Dienst kostenpflichtig.
Eine Sprachsteuerung der Navigationssoftware ist zwar nicht zwingend notwendig, aber in manchen Fällen doch ganz nützlich.

Besonders für Elektrofahrzeuge und Hybride ist die Suche nach Ladestationen sehr wichtig. Diese können, wenn sie eingetragen sind, in den Navigationssystemen leicht gefunden und angewählt werden, da es für Elektrofahrzeuge meist eine Sonderfunktion in den Navigationssystemen gibt. Auch Sonderziele und Points of Interests (POI) sind beliebte Optionen und daher bei vielen Navigationssystemen abruf- und darstellbar.

Routeninformationen sind die Basis für die Zielfindung - Copyright Elnur @ fotolia.com

Routeninformationen sind die Basis für die Zielfindung – Copyright Elnur @ fotolia.com

Routeninformationen sind der Grundstein für jede Navigationssoftware. Sowohl eine Kartenvorschau als auch die Auswahl von Alternativrouten sind bei den meisten fest verbauten Navigationssystemen gegeben. Zusätzliche Informationen zu der gewählten Route wie länderspezifische Verkehrsinformationen über Maut/Vignetten oder über Tempolimits sind ebenso sehr nützlich und oft verbaut, zum Beispiel im Audi MMI-Navigation-System).

Die Kartensoftware sollte sowohl bei mobilen als auch bei verbauten Navigationsgeräten regelmäßig upgedatet werden, um die aktuellsten Karten nutzen zu können. Hier unterscheiden sich die Hersteller meist sehr: Während bei mobilen Navigationsgeräten das Update auf die neuesten Kartenversionen meist kostenpflichtig ist, ist es bei fest verbauten Systemen oft ein kostenloser Service, zum Beispiel bei Volkswagen oder Hyundai. Bei vielen Herstellern muss das Update allerdings manuell im Internet meist auf eine SD-Karte heruntergeladen werden, um diese dann im Auto auf das Navigationssystem übertragen zu können. Nur wenige Hersteller, beispielsweise Audi oder BMW, bieten das automatische Updaten der Software im Navigationssystem an. BMW ist dabei der erste Automobilhersteller, der das Update der Kartensoftware auf drei unterschiedliche Weisen anbietet: USB Full Map Update über einen Händler oder den ConnectedDrive Store sowie das automatische Update über die installierte SIM-Karte. Bei diesem Vorgang werden keine Lizenzgebühren oder Übertragungskosten fällig und auch während des Updates bleibt die Navigation verfügbar.
Andere Automobilhersteller bieten an, dass Update während der jährlichen Überprüfung beim Händler aufzuspielen. Sind die Updates kostenlos, so kann hier eine Menge Geld gespart werden.

Fazit:

Ist man mit dem eigenen Auto nur kurze Strecken in der näheren Umgebung unterwegs, so lohnt sich ein fest eingebautes Navigationssystem wohl nur, wenn es zur Serienausstattung gehört – oder man für sein Elektrofahrzeug eine nahegelegene Ladestation suchen muss. Ansonsten sind mobile Navigationssysteme oder Apps auf dem Smartphone für Kurzstreckenfahrer sicherlich auch eine gute Wahl im Vergleich zum meist sehr teuren Navigationssystem im Neuwagen.
Für Vielfahrer und besonders Langstreckenfahrer sind eingebaute Navigationssysteme durchaus von Vorteil: Bessere Verkehrsdaten und bessere Positionsbestimmungen machen die Reise zu entlegenen Orten angenehmer und sicherer. Auf Reisen bietet es sich zusätzlich an, dass kein mobiles Navigationsgerät durch USB-Stecker aufgeladen werden muss und die Steckmöglichkeiten somit für andere Geräte zur Verfügung stehen. Zudem können die Updates meist bequem im Auto heruntergeladen und installiert werden. Auch in der Stadt sind Navigationssystem von Vorteil: Durch Echtzeit-Verkehrsmeldungen können Staus oder Verkehrsbehinderungen schneller umfahren werden. Dieser Service ist aber in mobilen, zum Beispiel fest eingebauten Navigationssystemen vorhanden, sodass dem Käufer letztlich die Qual der Wahl nach der Endlösung für die Navigation bleibt.

Addendum:

Artikel aus dem green car magazine Ausgabe III /2017

Titelbild: Navigation im Auto Symbolbild- Copyright chombosan @ fotolia.com

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