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Kia EV6 GT-Line 2022

Kia EV6 GT-Line im Reisetest 2022

Sportlicher und als Coupe auch als Hingucker präsentiert sich der EV 6 als der potentere Bruder vom Ioniq 5. Kia spendiert dem Stromer endlich die Qualitäten, die es zum optimalen Reisebegleiter auf Langstrecken prädestiniert. Neben dem großen Akkupaket und der leistungsstarken Motorisierung ist besonders die 800-Volt-Bordelektronik interessant für ein sehr zügigen Ladevorgang an den Superchargern. Das war Grund genug für uns, den EV6 einem ausgiebigen Reisetest zu unterziehen. Welche Qualitäten bietet das elektrische Coupe als Tourer?

Der Kia wird gleich in vier Leistungsstufen angeboten. Wir starten mit unserem Testwagen in der Version GT Line mit 229 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment. In dieser Kombination wird der größte Aktionsradius von Kia versprochen. Unter optimalen Bedingungen sollen 528 Kilometer Reichweite erzielt werden. Wir werden ihn auf unserer Tour allen natürlichen Widrigkeiten aussetzen und am Ende abrechnen.

Kia EV6 GT-LIne 2022
Kia EV6 GT-LIne 2022

Erst einmal geht es um die Kernaussage GT als Versprechen für eine großartige Fahrt um die Gepäckfächer und das Laderaumvolumen. Das kleinste Staufach unter der vorderen Haube fällt mit rund 20 Litern sehr bescheiden aus. Dieser Frunk wird bei einigen Emobilisten gefeiert, doch mehr als 50 Liter fasst kleine Fach leider nicht. Im hinteren Gepäckraum gibt es 520 Liter Stauraum und hier ist zusätzlich im Zwischenboden sogar Platz für Ladekabel, Verbandskasten und Pannenset.

Die niedrige Fahrzeughöhe bietet einen entsprechend optimierten Luftwiderstandswert. Im Fahrzeuginneren bietet der EV6 trotzdem ausreichend Platz für bis zu 5 Personen. Der flache Fahrzeugboden und der Wegfall des Mitteltunnels bieten Beinfreiheit und für die Fahrzeugabmessungen ein gutes Raumgefühl. Für die Fondpassagiere hinten ist die Kopffreiheit durch die Coupe Form bauartbedingt eingeschränkter.

Zwischenboden Kia EV6 GT-LIne 2022
Zwischenboden Kia EV6 GT-LIne 2022

Auf zur Autobahn

Nachdem alle Utensilien verstaut sind, starten wir zum ersten Reisetest von Kiel in Richtung Leipzig. Das erste Merkmal sind die ausklappenden Türöffner sobald man sich mit dem Schlüssel dem Auto nähert. Vom Design eine interessante Lösung, aber nicht unbedingt ergonomisch im Alltagsgebrauch. Sobald man Platz genommen hat in den straff gepolsterten Sitzen mit gutem Seitenhalt, fühlt man sich nach dem Start im digital übersichtlichen Cockpit zügig zurecht. Hier kann man sich schnell durch alle Hauptmenüpunkte führen lassen, das Smartphone einbinden und alle individuellen Einstellungen nach eigenem Gusto regulieren. Die Mittelkonsole bietet großzügige Ablagemöglichkeiten inklusive der Ladeschale für das Smartphone. Kia setzt wohltuend andere Akzente als zum Beispiel Tesla mit der Monitorlösung. Das konkav gewölbte Cockpit bietet alle Informationen in Sichthöhe und alle wesentlichen Elemente im konfigurierbaren Head-up-Display übersichtlich an.

20 Liter Frunk  Kia EV6 GT-LIne 2022
50 Liter Frunk Kia EV6 GT-LIne 2022

Vor dem Test haben wir gleich das von Kia anvisierte Versprechen von bis zu 240 kW Ladeleistung mit dem neuen 800-Volt-Bordnetz überprüft. Hier zeigte sich bei warmen Temperaturen tatsächlich ein Anstieg am Supercharger im Display bis zu 238 KW in der Spitze. Natürlich ergibt sich über die Strecke eine typische Ladekurve. Aber tatsächlich war unser Akku an allen Superchargern in unter 20 Minuten auf 80% aufgeladen. Damit lassen sich Lade- und Fahrpausen auf der Langstrecke optimal koordinieren.

Bei der Aufladung auf 100% entwickelt sich der EV6 zum Reichweiten-Stromer. Mit über 400 Kilometer angezeigter Reichweite können wir uns auf dem Weg nach Leipzig mit einem kurzen Ladestopp machen. Ausführlich Zeit uns mit den Qualitäten der Assistenzsysteme vertraut zu machen. Ausgesprochen ausgereift ist der Tote-Winkel-Warner. Hier werden nicht nur beim Setzen der Blinker Warnsignale angezeigt, sondern bei Einbindung der adaptiven Geschwindigkeitsregelung auch alle nahenden Fahrzeuge auf dem zentralen Display und im Head-up-Display angekündigt. Zusätzlich gibt es auch noch ein eingeblendetes Kamerabild bei Betätigung der Blinker. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung ist mit einem besonderen Gimmick ausgestattet. Sobald man die voreingestellte Geschwindigkeit auf die aktuell fahrbare Höchstgeschwindigkeit anpasst, werden die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten automatisch bei jedem Schildwechsel direkt umgeswitcht. Damit entfällt das lästige Nachregeln während der Langstrecken.

Ansprechende Fahr- und Ladeleistungen

Wie üblich bei Elektroautos wird die maximale Reichweite nur im ECO-Modus erzielt, aber selbst im defensivsten Modus bietet der EV6 die Qualitäten zum Cruisen. Nur bei Geschwindigkeiten über 130 km/h fühlte sich die Lenkung teilweise zu leichtgängig an. Wer umschaltet auf den Normal- oder Sportmodus erlebt deutliche Performancezuwächse bei der Beschleunigung, der Fahrspaß ist hier deutlich höher. Bei wärmeren Außentemperaturen gibt es einen vergleichsweisen moderaten Mehrverbrauch. Aber selbst hier sind im Sommer deutlich über 300 Kilometer Fahrtstrecke am Stück realistisch. Und bei den kurzen Ladezeiten ist es beim sportlichen Coupe mehr Fahrfreude.

Kia EV6 GT-Line 2022
Kia EV6 GT-Line 2022

Auch optisch ist der EV6 deutlich ansprechender als alle konventionellen Kia-Modelle. Und so zieht das Interesse am ausgereiften Tourer in den europäischen Ländern deutlich an. Im Preis-Leistungsverhältnis kann der EV6 ein technisch anspruchsvollen Tourer bieten, der bei den Fahr- und Ladeleistungen keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Fazit

Für die sportlich ambitionierten Langstreckenfahrer gibt es ein passendes Coupe von Kia, das Tourer-Qualitäten und schnelle Ladeoptionen miteinander kombiniert. Wer Wert legt auf gutes Design und ansprechende Fahrleistungen, kann sich schnell mit dem attraktiven EV6 anfreunden. Die Verbrauchswerte unter Sommerbedingungen entsprechen weitgehend den Herstellerangaben.

Addendum

Test im Mai 2022

Wie gefällt Euch der Kia EV6 GT-Line?

N. Hagedorn

Ein Gedanke zu „Kia EV6 GT-Line im Reisetest 2022“

  1. Ja! Den EV6 habe ich bereits mehrfach ausgiebig getestet! Sehr leise, mit 325 PS phänomenale Fahrleistungen, mit den zusätzlichen Optionen GT Line, P5, P6, P7 geniale Ausstattung. Das Laden im Winter war nicht ganz so toll, auch Routenplanung mit Ladepunkten funktioniert auch noch nicht wirklich, das wird wohl in Kürze ein Update bessern! 👍

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