Smart EQ fortwo Brabus Style – Der kompakte Citystromer

Smart EQ fortwo Brabus Style – Der kompakte Citystromer

13. Juli 2019 1 Von nh
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Zum Testzeitpunkt läuft noch die Werbekampagne für die letzten Smart-Versionen mit Verbrennungsmotoren. Während die letzten konventionellen Modelle noch im Verkauf sind, steht bei uns im Test der elektrische Smart für die ersten Ausfahrten bereit. Die Nachfrage nach dem kompakten Stromer ist unverändert hoch, die Wartezeiten für die Käufer beträgt je nach Ausstattungsvariante bei den lokalen Händlern in Schleswig-Holstein und Hamburg bis zu einem Jahr. Mit dem Facelift im Frühjahr 2020 wird der Smart sich weiter als kompakter emissionsfreier Stadtflitzer etablieren. Wir werfen einen Blick auf das Konzept und die Gimmicks des beliebten zweisitzigen Modells.

Nach den spartanisch ausgestatteten ersten Elektro-Smarts musste man lange auf die 22-kW-Schnellladeoption warten. Bei dem relativ kleinen Akku und der kurzen Reichweite spielt die Schnellladung einen erheblichen Vorteil aus. Bei vielen Ladesäulen in den Metropolen wie Hamburg ist die Standzeit an öffentlichen Ladesäulen häufig auf maximal 2 Stunden beschränkt. Mit der zügigen Ladung kann der Smart während des Einkaufs oder in einer längeren Pause komplett aufgeladen und die Reichweite wieder komplett ausgenutzt werden. Für den reinen Stadtbetrieb ist der Smart damit ein schlüssiges Mobilitätskonzept.


Parkplatzsparer Smart


In seinem natürlichen urbanen Umfeld spielt der Smart seine kompakten Abmessungen als Vorteil aus. Mit seinen übersichtlichen Abmessungen von 2,70 m Länge und 1,66 m Breite finden sich fast immer genügend Parklücken im Großstadtdschungel. Und ist man einmal unterwegs mit dem kleinen Flitzer finden sich in den Metropolen der Welt erstaunlich viele Varianten vom Smart, die sich in unterschiedlichsten Farb- und Ausstattungsversionen ihren Parkraum am Straßenrand erobern.
Das nicht gerade günstige Auto für die Parknische hat einen erstaunlich hohen Fankreis. Dabei ist Grundkonzept von einem kompakten und einem vom Fahrkonzept flexiblen GoKart angelehnten Kompaktwagen in Form eines Elektroautos hinsichtlich der Version mit Verbrennungsmotor in einigen Punkten deutlich überlegen. Mit dem höheren Gewicht von 1085 kg neigt der Smart zu weniger Wank- oder Hüpfbewegungen als sein Verbrennungspendant.

Smart EQ fortwo Brabus Style
Smart EQ fortwo Brabus Style


Es braucht nicht viel für eine zeitgemäße Fortbewegung im städtischen Raum. Der Elektromotor an der Hinterachse liefert 60 kW und beschleunigt innerhalb von fünf Sekunden von Null auf 60 km/h, ausreichend um im laufenden Verkehr mitschwimmen zu können. Das nicht mehr zeitgemäße Zündschloss für den Startvorgang wirkt etwas antiquiert, sobald man den Schlüssel gedreht hat, ist es jedoch gegenüber den Verbrennern angenehm ruhig im Elektromobil.

Einfach und kompakt


Die Instrumente sind verspielt und unkonventionell angeordnet. Ein etwas schlichterer Aufbau würde dem Smart EQ mit seiner schlichten Funktionalität synchronisieren. Die zentrale Frage für die Nutzer der Elektromobilität und die Akzeptanz für Neukunden liegt häufig in der Frage eines zügig aufladbaren Akkus. Hier muss man beim aktuellen Smart noch einen Aufpreis von 840 Euro für den 22 kW-Ladeleistung-Anschluss einkalkulieren. Aus der Erfahrung der letzten Jahre und im Hinblick auf einen guten Gebrauchtwagenpreis können wir dieses Extra nur empfehlen.
Mit dieser Leistung bringt das Aufladen des Akkus mit einer Kapazität von 17,6 kWh eine relativ kurze Verweildauer an der Ladesäule. Inzwischen gibt es eine ausreichende Ladeinfrastruktur von 22 kW-Säulen. Egal ob Supermarkt oder ADAC-Station, überall lohnt sich mit dieser Option eine Ladung, wenn das Auto vorübergehend geparkt wird. Und so lässt sich innerhalb einer Stunde ein fast leerer Akku wieder für die nächsten Ausfahrten laden.


Im Testzeitraum bei relativ warmen Frühlingstemperaturen waren ohne Verbraucher bis zu 160 km bei vollem Akku im ECO Modus im Display angekündigt. Das relativiert sich jedoch recht schnell, realistisch sind eher 100 bis 120 km Wegstrecke bis zum nächsten Ladevorgang. Wenn man sich an das Konzept mit den relativ zügigen Ladevorgängen gewöhnt hat, ist das Laden im Kurzstreckenbereich nur noch Nebensache und Routine.

Automatisierte Rekuperation


Der Smart EQ hat in den höheren Ausstattungsstufen eine serienmäßige „radarunterstütze Rekuperation“. Mit dem Radar werden vorausfahrende Autos identifiziert und bei hoher Geschwindigkeitsdifferenz verstärkt sich die Rekuperation automatisch. Ein kleiner effizientester Fahrassistent, der bei Bedarf auch abgestellt werden kann. Die Effizienz des Systems lässt sich subjektiv schwer einschätzen und sekundär an der Anzeige ablesen. Die Diskussion über dieses System in den Foren geht weit auseinander, in der Praxis ist der kaum wahrnehmbare Effekt sehr gering.
Die Zukunft von Smart

Angesichts des relativ hohen Einstiegspreises darf der Smart-Fahrer auch Ansprüche an die Qualität stellen. Beim Smart stehen eher tradierte Elemente im Vordergrund wie ein konventionelles Lenkradschloss zum Starten, ein Automatikwahlhebel in der Mittelkonsole. Die Instrumentierung weisen eher auf die lange Tradition mit dem Verbrennungsmotor hin. Für die Zukunft plant Smart jedoch eine innovative Neuausrichtung. Die Entwicklung der zukünftigen Smart-Modelle wird in einem Joint-Venture mit dem chinesischen Automobil- und Motorradhersteller Geely umgesetzt.


In der Kooperation soll die globale Entwicklung vom smart EQ stärker vorangetrieben werden. Dazu wird die Produktion zukünftig in China erfolgen und ein globaler Vertrieb in drei Jahren starten: „ Der Joint-Venture-Vereinbarung zufolge wird die Produktion der nächsten Generation von smart Elektromodellen in einer neuen, speziell dafür erbauten Elektroautofabrik in China erfolgen. Der globale Vertrieb soll im Jahr 2022 beginnen.“ (Pressemeldung Daimler)


Smart fortwo – Preise und Ausstattungslinien


Der Einstiegspreis für den smart fortwo liegt bei 21.940 Euro inklusive 17,6 kWh-Akku. Seit Einführung der aktuellen Baureihe ed 453 im Jahr 2017 ist das Akkupaket inkludiert und kann nicht mehr gemietet werden. Dazu sollte man den oben angesprochenen 22 kW-Schnelllader auf jeden Fall für 840 Euro ordern und das Ladekabelpaket, das mit 300 Euro zu Buche schlägt.


Die Ausstattungslinien starten für den passion bei 1.390 Euro und enden beim hochwertigen Ausstattungspaket Brabus style aus unserem Test für 4.350 Euro. Wenn man den Umweltbonus einrechnet, ist der Smart aber zurzeit immer noch einer der preiswerteren Elektroautos im Wettbewerb. In seinem Preissegment wird er sich aber schon den Konzepten der Wettbewerbern e.go Life oder dem Sion von Son Motors stellen müssen.

Smart EQ fortwo Brabus Style an der Ladestation
Smart EQ fortwo Brabus Style an der Ladestation

Stadtstromer im Einsatz


Im Testpanel haben wir den Smart EQ im Nahbereich bei gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur mit 22-kW-Schnellladestationen genutzt. Für den Nahverkehr und die täglichen Erledigungen in der Stadt ist er sicherlich gut einsetzbar. Im Praxisbetrieb sind die Fahrwerksgeräusche bei unebenem Untergrund gut wahrnehmbar und der ohnehin kleine Kofferraum mutiert aufgrund des Kabelpaketes zu einem kleinen Stauraum. Dafür ist die geteilte Heckklappe ganz praktisch, die Heckscheibe lässt sich zügig öffnen und beladen. Das Media-System entspricht nicht den ganz neuen Ansprüchen hinsichtlich intuitiver Bedienung, ist aber für den Alltagsgebrauch gerüstet.


Im milden Frühjahr 2019 bei Außentemperaturen zwischen 10 und 20 Grad schwankte der Verbrauch je nach Beanspruchung zwischen 13 bis 16 kWh pro 100 km. Bei vollem Akku wurden uns noch Reichweiten von 160 km im Display bei ausgeschalteten Verbrauchen angezeigt. Tatsächlich lag die real erzielbare Reichweite zwischen den Ladevorgängen bei circa 100 Kilometern. Aus der Fahrpraxis heraus empfiehlt es sich, entweder eine gute öffentliche Ladeinfrastruktur mit 22-kW-Schnellladern zur Verfügung zu haben oder als Alternative in eine Wallbox daheim zu investieren.


Fazit

Für überzeugte Smart-Fans ist der EQ ein sehr wendiges und zeitgemäßes Auto im urbanen Umfeld. Parkflächen lassen sich in den engsten Nischen und Lücken der Großstadt meistens einfach finden und nutzen. Aufgrund der geringen Akkukapazität ist im Umfeld eine gute Ladeinfrastruktur die beste Voraussetzung für einen ungetrübten Fahrspaß. Noch mehr Fans wird der Smart mit einem größeren Akku für die Zukunft gewinnen können.

Addendum

Praxistest Frühjahr 2020

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