Suzuki Swift Sport 1.4 BOOSTERJET HYBRID Modelljahr 2022

Test Suzuki Swift Sport 1.4 BOOSTERJET HYBRID Modelljahr 2022


Der Swift der sechsten Generation ist seit 2017 in Europa im Handel. Mit dem Einsatz einer neuen Plattform, auf der in abgewandelter Form auch der Suzuki Baleno aufbaut, konnte das Gewicht auf für die Sportversion 1.095 kg gesenkt werden. Die hinteren Türgriffe des ausschließlich als Fünftürer gebauten Fahrzeugs sitzen nun neben der C-Säule, der Frontgrill wird mehr betont. Aufgrund der strengeren europäischen Abgaswerte setzt der Hersteller zurzeit beim Sport auf die Mild-Hybrid-Variante mit 48-Volt-System. Im von uns getesteten Swift erfolgt der Antrieb über einen Vierzylindermotor mit Direkteinspritzung als Mild-Hybrid-Version. Sind die sportlichen Werte überzeugend?


Exterieur


Schon seit 1996 werden die Fahrzeuge für den deutschen Markt bei Magyar Suzuki Zrt. in Esztergom (Ungarn) hergestellt. Kaum ein Konkurrent im Kleinwagensegment kann mit einem so geringen Gewicht punkten wie der Suzuki Swift. Mit der neuen Fahrzeugplattform wurde das Gewicht nochmals deutlich gesenkt, dagegen wurde bei den Abmessungen und im Design ein deutlicher Sprung gewagt. Die Karosserie wirkt flacher und breiter und damit eine Spur sportlicher. Faktisch ist der Swift 1 cm kürzer, 3 cm flacher und 4 cm breiter als sein Vorgänger. Der Frontgrill ist deutlich größer ausgefallen und die Türgriffe der hinteren Türen sind direkt in die C-Säule versetzt worden.
Im Interieur wird der sportliche Charakter mit ein paar Details untermauert. Integralsportsitze geben einen sehr stabilen Seitenhalt bei Kurvenfahrten. Die rot aufgetragenen Kontrastnähte unterstreichen die Formen und auf die Lehnen gibt es als Topping noch ein „Sport“-Schriftzug. Es ist für die beengten Verhältnisse ein ausreichendes Platzangebot und ein kompakter 265 Liter Kofferraum mit Ladekante reicht für die täglichen Einkäufe. Wer die Rücksitzbank umklappt, kann erweitern auf 947 Liter und damit schon mal sperrige Utensilien verstauen.


Angesichts stetig steigender Benzinpreise und gestiegener Gebrauchtwagenpreis sind sparsame Kleinwagen in der Mildhybrid-Variante in den nächsten Monaten gefragt. Auch die Diskussion über Tempolimit und CO2-Ausstoß lassen globale Hersteller konsequent über Ausstiegsszenarien aus dem Verbrennungsmotor nachdenken. Bei Suzuki gibt es hierzu bisher keine offiziellen Pläne. Mit dem konsequenten Leichtbau und die Konzentration auf die Mildhybridvarianten sollen die nächsten Jahre am Markt bestritten werden. Mit den rund 1,1 Tonnen Gewicht inklusive Fahrer hat der mit 129 PS und 235 Newtonmeter Drehmoment ausgestattete Swift Sport seine eigene Fangemeinde.
Die Qualitäten des Mildhybrid

Mildhybrid-Technik



Der 1,4-Liter-Turbobenziner ist quirlig zwischen 2.000 und 3.500 Touren unterwegs. Zwar als Hybrid im Schriftzug gekennzeichnet kann der Swift Sport natürlich nicht rein elektrisch fahren. Aber im Gepäck ist der Generator, der mit 53 Newtonmeter Drehmoment, ein starkes Argument für die unteren Drehzahlbereiche liefert. Ab 2.000 U/min übernimmt dann der Turbolader den Kraftschub.


Die Aufladung des Akkus erfolgt hauptsächlich durch Rekuperation, beim Schubbetrieb und bei den Bremsvorgängen. Dabei kann man die Aufladung im Display beobachten. Trotz 11 PS weniger Motorleistung als beim Vorgängermodell ist der Mildhybrid durch den Generatoreinsatz fast beim gleichen Leistungsniveau.
Der Sprint dauert gegenüber dem Vorgängermodell eine Sekunde länger. Dafür lädt das überarbeitete Schaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen und exakten einrasten der Gänge zu zügigen Fahrten ein. Ansonsten sorgen das straffe Fahrwerk und der niedrige Schwerpunkt für Fahrspaß auf kurvenreichen Strecken. Ein bisschen Flair vom Suzuki Swift Cup ist auch den Straßenmodellen anzumerken.

Der große Unterschied zum Vorgänger liegt beim Verbrauch. Durch die technischen Neuerungen erzielen wir im Schnitt im Herbst 2021 bei unseren Testfahrten mit dem Modelljahr 2022 zwischen 6 und 7 Litern Superbenzin E10. Wer defensiver fährt, kann auch deutlich unter 6 Litern im Schnitt erreichen.


Upgrades bei der Ausstattung und im Preis


Mit dem Facelift sind auch noch ein paar Details am Swift Sport geändert worden. Die Rückfahrkamera wurde ergänzt durch Parksensoren mit akustischer und visueller Rückmeldung für die FahrerInnen. Im analogen Cockpit gibt es jetzt eine digitale Geschwindigkeitsanzeige. Der Bremsassistent packt beherzt und deutlich spurstabiler zu. Auch der Notbremsassistent gibt deutliche Signale, wenn aus seiner Sicht ein Aufprall droht.
Mit 23.850 Euro liegt der Einstiegspreis deutlich über dem Vorgängermodell. Dafür sind aber auch deutliche Fortschritte bei der Motorisierung und den eingebundenen Assistenten erfahrbar. Das Grundmodell ist komplett ausgestattet mit Müdigkeitserkennung, Rückfahrassistent, Toter-Winkel-Warner, Spurhaltewarnsystem und Verkehrszeichenerkennung.


Fazit


Mit dem Facelift und dem Einsatz des Mildhybridsystems setzt Suzuki auf reduzierte Verbrauchswerte, ohne Langeweile beim Fahrspaß aufkommen zu lassen. Die Sportversion ist ein dynamischer und kompakter Begleiter von der Innenstadt bis zu den Autobahnfahrten. Die hohe Kurvenstabilität spricht vor allem die sportaffinen Fahrer an.

N. Hagedorn

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