Volkswagen ID.4 – Fahrspaß durch Fahrwerkstechnologie

Volkswagen ID.4 – Fahrspaß durch Fahrwerkstechnologie

21. Dezember 2020 Aus Von N. Hagedorn
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Schon 2017 präsentierte Volkswagen das Modell des SUV ID.Crozz als Konzeptfahrzeug. Der ID.4 soll laut Markenvorstand Ulbrich zum globalen SUV-Projekt werden: „ein echtes Weltauto, das wir nicht nur in Europa, sondern auch in China und den USA produzieren und verkaufen werden.“ Dazu passt die offizielle Aussage des Konzerns, dass der ID.4 als bilanziell CO2-neutrales Fahrzeug auf den Markt kommen soll.

Damit die vollmundigen Versprechungen auch in die Realität umgesetzt werden, setzt Volkswagen beim ID.4 auf ein sportliches Handling durch einen tief ausgerichteten Schwerpunkt. Die optimale Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 50:50 ist eigentlich schon Standard bei vielen Neuwagen aus dem Elektroautosektor. Mit dem optimierten Einbau des Antriebsakkus im Boden zwischen Achsen ist sowohl Schwerpunkt als auch Lastverteilung einfacher zu konfigurieren.

Volkswagen ID.4 - Copyright Volkswagen
Volkswagen ID.4 – Copyright Volkswagen

Hochwertige Fahrwerksregelung

Beim Fahrwerk setzt der ID.4 auf die bewährte McPherson-Bauweise, die Lenkung ist mit einem Verhältnis von 15,9:1 übersetzt. Das Lenkgetriebe ist vor der Radmitte eingebaut und bietet leichte Vorteile bei schnellen Kurvenfahrten. Im Heck ist eine Fünflenker-Aufhängung, zum Teil aus Aluminium, verbaut mit einem Hilfsrahmen, der flexibel an die Karosserie angebunden ist.

Bei der Auswahl der Räder stehen großformatige Räder zur Auswahl. Es fängt an mit 18 Zoll bis hin zu Leichtmetallrädern mit 20 oder 21 Zoll Durchmesser. Mit dem größeren Raddurchmesser entsteht auch eine größere Laufruhe im Alltagsbetrieb. Der Wendekreis ist noch relativ bescheiden mit 10,2 Meter angegeben. Die Reifen weisen wenig Rollwiderstand auf und sind je nach Ausstattungsvariante unterschiedlich konfiguriert. Die Scheibenbremsen vorne sind mit 358 Millimeter großzügig dimensioniert, an der Hinterachse arbeiten Trommelbremsen. Im Alltagsbetrieb werden die Bremsen der Elektroautos nur bei starken Bremsmanövern in Anspruch genommen, die Bremsvorgänge werden in erster Linie über die E-Maschine zur Energierückgewinnung genutzt.

Im Spitzenmodell ID4 Max mit dem Sportpaket „Plus“ gibt eine Progressivlenkung mit Übersetzungen von 15,9:1 bis 14,5:1 und eine adaptive Fahrwerksregelung DCC. Hierbei wird die Dämpfungscharakteristik an jedem Rad separat. Die schon aus Sportwagen und größeren SUV serienmäßig adaptive Fahrwerksregelung erzielt über eine einstellbare Dämpfung (ECO, Comfort und Sport) je nach Anspruch einen sehr hohen Fahrkomfort bis hin zur sportlich straffen Fahrbahnanbindung.

Volkswagen ID.4 - Copyright Volkswagen
Volkswagen ID.4 – Copyright Volkswagen

Ebenfalls zur Anwendung kommt der schon im Golf 8 vorgestellte Fahrdynamikmanager. Dieser steuert die radselektiven Bremseingriffe der elektronischen Antriebs-Quersperre XDS und die Arbeit der Dämpferregelung DCC. Als Abgleich dient ein digitales Sollmodell um bei jeder Situation eine spurstabiles Verhalten zu erzeugen. Von der Qualität konnten wir uns schon bei den Tests im Golf 8 überzeugen. Insbesondere Bremsvorgänge aus hohen Geschwindigkeiten, in Kurvensituationen und auf losem Untergrund werden hiermit souverän ausgeglichen und erhöhen die Fahrsicherheit. Auch die Bremseingriffe werden effektiv und präzise gesteuert.

ID.4 startet mit der vollen Programmbreite

Heckangetriebene Fahrzeuge neigen prinzipiell zum Übersteuern. Im ID.4 arbeitet die elektronische Stabilitätskontrolle mit den Steuergeräten für die E-Maschine und Leistungselektronik zusammen. Damit soll bei hoher Beschleunigung, bei schnellen Kurvenfahrten und bei der Verzögerung per Bremsrekuperation jederzeit ein stabiler Fahrbahnkontakt zwischen den Hinterrädern und der Straße gewährleistet werden.

Der Start erfolgt laut VW mit acht Modellen. Der ID.4, das erste vollelektrische SUV von Volkswagen und das erste E-Weltauto der Marke, startet nach der 1ST Edition mit acht vorkonfigurierten Modellen auf den Markt. Die Hochvolt-Batterie ist mit 52 oder 77 kWh Energieinhalt (netto) erhältlich, die Reichweite beträgt bis zu 520 Kilometer (WLTP). Der Elektromotor steht in drei Leistungsstufen zwischen 109 kW (148 PS) und 150 kW (204 PS) zur Wahl.

Fazit

Rechtzeitig vor dem Produktionsstart von Tesla in Deutschland steckt Volkswagen einen Claim im elektrischen SUV-Markt ab. Bis zum Jahr 2024 sollen noch mal Investitionen in Höhe von 11 Milliarden in das Segment Elektromobilität gepumpt werden. Der ID.4 als zweite Modellreihe nach dem ID.3 wird schon jetzt die Trendwende bei Volkswagen in den kommenden Monaten verstärken.

Addendum

Titelbild – Volkswagen ID.4 – Copyright Volkswagen.

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N. Hagedorn