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Lithium - Copyright OlekStock - stock.adobe.com

Was ist dran am Lithium im erloschenen Vulkankrater McDermitt Caldera?

Aktuell kursieren diverse Meldungen zu einem erloschenen Vulkankrater an der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Oregon, der scheinbar das weltweit größte Lithiumvorkommen enthält. Aktuelle Schätzungen gehen von 20 bis 40 Millionen Tonnen Lithium, eventuell sind sogar noch höhere Mengen denkbar. Löst diese Entdeckung das Problem der Lithiumversorgung für Elektroautos?

McDermitt Caldera Vulkankrater

Die Meldung über den Fund machte die Runde in den letzten Tagen. Thomas Benson und ein Teamkollegen von der Columbia University in New York teilen die Erkenntnisse in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Science Advances“. In dem erloschenen Vulkankrater McDermitt Caldera soll bei Messungen der Tonsteinablagerungen eine Lithium-Gehalt zwischen 1,3 und 2,4 Prozent gemessen worden sein. Dies ist aktuell der höchste Wert weltweit bei allen bisher bekannten Lithiumressourcen in Tonsteinen.

„Tonsteine sind feste, feinkörnige Sedimentgesteine, die die gleiche Mineralzusammensetzung wie Tone haben. Lehme sind aus der chemischen Gesteinsverwitterung hervorgegangene, gelbliche bis bräunliche Sedimente. Sie haben eine sehr variable Mineral- und Korngrößenzusammensetzung von Ton bis Feinsand. Tone und Lehme mit Kalkanteilen von ca. 25 % bis ca. 75 % werden als Mergel bezeichnet. Kaoline sind Verwitterungsprodukte feldspathaltiger Gesteine, die häufig noch die Struktur ihrer Muttergesteine haben. Sie bestehen vor allem aus dem Tonmineral Kaolinit sowie aus Quarz und Feldspat.“ (Quelle Staatliche Geologische Dienste Deutschlands)

Globale Versorgung für Akkus

Die einzigartige Lithiumanreicherung resultiert offensichtlich aus einer sekundären Lithium- und Fluor-haltigen hydrothermalen Veränderung primär neu gebildeter smektithaltiger Sedimente. In dem beschriebenen Verfahren wurden Bohrungen an unterschiedlichen Stellen des Vulkankraters Bohrungen zwischen 10 und 80 m Tiefe vorgenommen und Bodenproben entnommen. Auf diese Weise lässt sich auch nachvollziehen, dass der Abbau der Tonsteine sich wirtschaftlich betreiben lässt. Diese umfangreichen Lithiumressourcen bieten die Möglichkeit für eine globale Versorgung von Elektroautos mit Lithium-Ionen-Akkus.

Die Columbia University schätzt die erzielbaren Ressourcen auf 20 bis 40 Millionen Tonnen Lithium, eventuell sind es sogar bis zu 120 Millionen Tonnen. Damit zählt der McDermitt Caldera Vulkankrater aktuell mit zu den größten Lagerstätten für Lithium.

Fazit

Der erloschene Vulkankrater kann mit seinen enormen Lithium-Ressourcen nach ersten Schätzungen die aktuell stark gestiegenen Lithiumpreise mittelfristig wieder zurückfahren. Das dürfte die Preise für Akkus mit Lithium-Anteilen langfristig reduzieren und auch interessant sein für den Wettbewerb mit neuen Akkutechnologien ohne Verwendung seltener Erden.

Addendum

Titelbild – Lithium – Copyright OlekStock – stock.adobe.com

N. Hagedorn

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